29. Juni 2009

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Heute lernte ich die andere Seite von Quito kennen. Waehrend unserer Stadttour kamen wir durch aermere Viertel, wo es nicht so modern wirkte wie in den Gegenden, in denen wir gestern zu Fuss unterwegs waren.

Waehrend wir die historische Altstadt besichtigten, erklaerte uns unser Reisefuehrer ein wenig ueber Ecuador und Quito. Ecuador hat etwa 13 Millionen Einwohner, davon sind 7 Millionen unter 18 Jahre. Das bedeutet, dass eine Minderheit Politik macht, Waehlen geht und die Richtung des Landes bestimmt. Dabei gibt es aber mit dem aktuellen Praesidenten ein wenig Hoffnung, denn er ist dabei, viele Reformen, die der Bevoelkerung dienen, durchzusetzen. In Ecuador gibt es nur zwei Gruppen: Entweder man hat Geld oder man hat kein Geld... und seit 2000 der amerikanische Dollar eingefuehrt wurde, verschlimmert sich die Lage. Die Zentralbank ist quasi entmachtet und es fliesst nicht mehr so viel Geld der Bevoelkerung zu.

Das Wappen Ecuadors

In Quito leben etwa leben etwa 1,3 Millionen Menschen. Die Stadt zieht sich durch ein Tal und ist dadurch etwa 50km lang und 8km breit. Die Architektur der Altstadt ist europaeisch angehaucht, dabei stehen Haeuser mit spanischem Stil direkt neben Haeusern in franzoesischem Stil. Doch das Spanische ueberwiegt. In vielen Haeusern gibt es einen angenehm kuehlen Innenhof mit Springbrunnen und einladenden Sitzgelegenheiten. Nach der obligatorischen Besichtigung des Praesidentenpalastes ging es den Berg hoch um einen Ueberblick ueber Quito zu bekommen.


Ueber der Stadt wacht eine riesige Statue von Maria. Ich hatte irgendwie immer angenommen, in Quito gebe es auch so eine Jesus-Statue wie in Rio, aber ich habe mich getaeuscht. Von dort oben hat man eine herrliche Sicht auf Quito in alle Richtungen.


Am Nachmittag ging es zum Aequator. Eine Linie trennt die Nordhalbkugel von der Suedhalbkugel. Dort ist auch ein Ecuador-Museum und man hat eine kleine Anlage darum gebaut, die sich "Stadtzentrum in der Mitte der Erde" nennt. Es ist wirklich wie eine zweite kleine Stadt, allerdings gibt es dort nur schoene Ecken. Wir hatten etwas Zeit an der Linie und so verbrachte ich die meiste davon mit hin- und herhuepfen. "Nordhalbkugel, Suedhalbkugel... Nordhalbkugel, Suedhalbkugel... Nordhalbkugel, Suedhalbkugel..." :)

Links: Suedhalbkugel, Rechts: Nordhalbkugel

Im Museum lernt man etwas ueber das Land und wie es sich kulturell aufbaut. Es wird in ein Amazonasgebiet, ein Berggebiet und ein Kuestengebiet aufgeteilt. Darauf verteilen sich etwa 40 ethnische Gruppen. Ziemlich oft betonte unser Reiseleiter, dass es zwar Inka-Ruinen in Ecuador gibt, man aber viel stolzer darauf sei, dass es dort noch eine Voelkergruppe gab, die viel aelter (etwa 3500 v. Chr.) als die Inkas sei, die Cañari.

Interessanter Fakt: Die Afro-Ecuadorianer kamen in dieses Land durch einen Aufstand auf einem Sklavenschiff, dass von Panama nach Bolivien unterwegs war. Eine kleine Gruppe schaffte es von Bord zum Festland zu schwimmen und brachte so afrikanische Kultur nach Ecuador. Nach der Informationstafel im Museum gehen alle Afro-Ecuadorianer auf 23 Menschen zurueck.

Wie sehr unser Reiseleiter mit seinem Land verbunden ist, zeigte er immer wieder, als er auf die aktuelle Politik einging oder die Lage der Voelkergruppen beschrieb. So braucht zum Beispiel eine ethnische Minderheit im Amazonasgebiet Tukane zum Ueberleben; sie bieten Nahrung und Federn. Allerdings ist der Tukan vom Aussterben bedroht, werden deshalb geschuetzt und es werden hohe Strafen auf das Jagen nach diesen Tieren ausgesetzt. Doch wer schuetzt diesen Stamm, die Menschen, die nichts mit dem Aussterben zu tun haben? Ist es Wert ein Tier zu schuetzen, aber dafuer eine Kultur untergehen zu lassen? Ueber solche Missstaende machte er uns immer wieder aufmerksam und es ist wirklich ein ziemlich schwieriges Thema.

Diese ganzen Kulturen haben mich wirklich neugierig gemacht. In diesem Museum durfte man leider nicht fotografieren, sonst haette ich die ganzen Infotafeln fotografiert. Ich werde schauen, ob ich zu diesem Thema noch ein schoenes Buch bekomme. Es gibt einen Nomadenstamm, der alle aussenstehenden angreift. Nur die Kirche hat es zum Beispiel noch nicht gelernt und schickt in unregelmaessigen Abstaenden Missionare dorthin. Dass die Staemme ihre eigene Kultur und Religion haben, mussten zwei Nonnen und ein Priester im letzten Jahr mit dem Leben bezahlen. Zwei andere Voelkergruppen unterscheiden sich kulturell kaum, nur das Rollenbild zwischen Mann und Frau ist genau vertauscht. Das Interessante daran ist, dass diese Voelkergruppen etwa 1000km voneinander entfernt leben und eigentlich keinen Kontakt miteinander haben. Solche kleinen Besonderheiten machen diese Menschen hier aus und dieses Museum hat das sehr schoen hervorgehoben. Eine Empfehlung fuer jedermann, der zum Aequator kommt.

Die neun Voelker der Welt, die direkt am Aequator leben bzw. dort ihre Herkunft haben

Morgen verlassen wir Quito und machen Stationen in einer Rosenplantage und einem Thermalbad unter anderen. Ich bin sehr gespannt darauf. Ich hoffe, dass ich weiterhin so gute Bedingungen habe, was das Internet betrifft, und ein paar mehr Impressionen verewigen kann.
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... dass die Sonne direkt vor unserem Zimmer aufgeht¿?

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Das erste Mal auf der Suedhalbkugel, das erste Mal am Aequator... das macht sich bemerkbar. Die Sonne geht um 6 auf und um 6 unter.

Zum Abendessen beschlossen wir, das Hotelrestaurant mit Rundumblick zu besuchen. Hinter uns Quito im Tal mit den Bergen im Hintergrund, vor uns das Tal, auf das wir vom Zimmer aus blicken. Hinter den Bergen spielte sich wohl ein fantastischer Sonnenuntergang ab, von dem immer einzelne Strahlen das Tal trafen.

Als dann Quito schon langsam in der Dunkelheit verschwand, schob sich die Sonne nochmals durch den Wolkenberg und beleuchtete das Tal hell. Ein traumhafter Anblick, als sich alles verdunkelte, der Himmel sich rot faerbte und nur das Tal noch einen letzten Glanz erhielt.

Langsam schob sich dieser letzte helle Fleck bis an die hoechsten Gipfel, bevor die Sonne der Erde endgueltig gute Nacht sagte. Ein Flugzeug flog ueber unseren Koepfen Richtung Flughafen und glaenzte abwechselnd silber und golden, je nachdem wie die Loecher in den Wolken es zuliessen. Waehrend in Quito die Lichter angingen und die Stadt ein zweites Mal zu leben begann, spielte im Radio eine Panfloetenversion von Memory.

Vom Berg konnte man nicht einmal mehr die Silhouette sehen. Nahtlos ging der schwarze Berg in die Nacht ueber. Nur die Lichter der Haeuser an den Haengen zeigten, wie eine Treppe ins Nichts, dass es da noch etwas gab.

Es ist einer dieser perfekten Momente, der viel zu kurz und viel zu schnell aus der Erinnerung verblasst ist. Es gibt sie immer wieder, man muss sie nur wertschaetzen...

28. Juni 2009

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Es ist Mitternacht Ortszeit in Madrid. Ich sitze am Terminal und denke an die Stadt zurueck. Sicherlich nicht meine Lieblingshaupstadt, aber ich weiss dennoch, dass ich eines Tages hierher zurueckkehren werde.

Wenig spaeter hebt der Flieger ab, ich habe Spass mit dem Bordsystem, sehe ein spektakulaeres Gewitter von weiten und kreuze insgeheim die Finger. Ein bisschen Bammel hatte ich schon vor dem Flug und bei jedem Luftloch schlaegt das Herz etwas schneller. Das Bordsystem lenkt mich ab.

Unsere Maschine

Um 7 Uhr Ortszeit landet der Flieger in Quito. Durch "Wolkenberge" geht es in die auf 2800 Meter liegende Hauptstadt Ecuadors. Der Flug hat etwa 14 Stunden gedauert. Zu Hause waere es 14 Uhr. Was faengt man mit 7 gewonnenen Stunden an, wenn die wirkliche Tour erst morgen losgeht und man ganz genau weiss, dass man diese Stunden in zwei Wochen wieder einbuesst¿? Bei der Fahrt ins Hotel sticht mir nicht wirklich etwas ins Auge, von Sehenswuerdigkeiten in Quito habe ich noch nie gehoert. Die Stadt hat definitiv einen suedamerikanischen Flair, was aber sofort auffaellt ist, dass sie trotzdem sehr modern ist. In diesen typischen Gebaeuden finden sich Designer-Laeden, vor allem richtig teure Moebel scheinen wenigstens hier beliebt zu sein. Immer wieder fliegen Flugzeuge tief ueber der Stadt. Sie ist direkt um den Flughafen herum. Im Tal hat man nicht viel Platz um sich auszudehnen und so wugs Quito im den Flughafen herum.

Beim Anflug: Ein Stadion Quitos

Es ist jetzt 8 Uhr Ortszeit. Im Hotel angekommen faellt mir nur ein Wort ein: Wow. Ein solch tolles Hotel haette ich nicht erwartet. Das Hotel ist gross, sauber und macht aeusserlich einen fantastischen Eindruck. Die Zimmer sind grossraeumig, sauber, der Pool gross und klar und man hat einen fantastischen Blick ins Tal - vom Zimmer mit riesiger Fensterfront. Fitness, Sauna, Whirlpool, Internet. Alles inklusive. Umwerfend. Beeindruckend. Zwei Naechte hier... ich freue mich. Schon nach wenigen Minuten hier kann ich jedem das "Hotel Quito" empfehlen. Beide Daumen hoch. www.hotelquito.com - Die Bilder auf der Page sind natuerlich Fake, aber das haette das Hotel gar nicht noetig.

Blick vom Zimmer

9 Uhr: Quito steht uns offen. Das Frischegefuehl ist truegerisch, doch wir sind tatendurstig. Der botanische Garten, Parque La Carolina, soll es sein. Wir gehen durch die leeren Strassen. Sonntags scheinen die Buergersteige zugeklappt, die meisten Geschaefte sind geschlossen. Quito ist nicht so sauber wie Madrid. Sobald in Madrid etwas auf dem Boden liegt, kommt ein menschengrosser WALL-E in Neonweste und macht sauber. Das fehlt in Quito, wirkt aber dennoch nicht schmutzig.

Quito

Um 10 Uhr erreichen wir den Park. Der Gang hierher war lang, aber es hat sich gelohnt. Hier ist das Leben. Viele Bewohner Quitos nutzen den Park fuer Fussball, Basketball, Volleyball, Aerobik und andere Sportarten. Jede der zur Verfuegung stehenden Anlagen ist in Nutzung. Kein Wunder, dass die Buergersteige hochgeklappt sind. Hier spielt heute die Musik. Wir schlendern durch den Park ueber angelegte Kanaele und gruene Wiesen. Quito wirkt allgemein etwas gruener als Madrid. Ich liebe diesen Park. Riesengross und etwas fuer jeden dabei. Das bluehenden Leben. Fuer solche Impressionen reise ich.

Wir erreichen ein Einkaufszentrum, dass auch sonntags geoeffnet ist. Eigentlich koennte ich darauf verzichten, aber man weiss ja nie, ob man waehrend der Tour nochmals eine Chance erhaelt. Wir staerken uns bei Dunkin´ Donuts und schlendern weiter. Die Fuesse werden schwer und wir kehren um. Den ganzen Weg zurueck, durch den Park und den Berg hoch zum Hotel. Dabei faengt es an zu regnen, aber der Spruehregen tut mir gut.

Die rote Banane aus dem Supermarkt

Es ist jetzt 14 Uhr, um 9 in der Heimat. Ich bin gefuehlte 2 Tage auf den Beinen... und im Grunde stimmt das. Erfrischung im Pool ruft. Die Sonne schaut aus den Wolken hervor. Das Wetter scheint sich ziemlich schnell zu aendern. Sobald sich die riesigen Wolken einmal ueber die Berge geschoben haben, laesst sich der Regen kaum vermeiden. Das Schwimmen tut gut, das Relaxen im Whirpool danach tut besser.


16 Uhr: Zu Hause geht der Tag zu Ende, hier ist nur noch Siesta drin. Die Beine werden schwer und der Geist kann sich nicht mehr konzentrieren. Ich habe noch nicht viel von dieser Stadt gesehen, aber das, was ich gesehen habe, war genau das Richtige. Ich fange an, mich zu verlieben. Wie ich das Reisen vermisst habe. Einen ganzen Tag noch in dieser einladenden Stadt. Morgen ist Montag und da wird sie sich sicher von einer anderen Seite zeigen. Ob diese wohl auch so magisch auf mich wirkt?

Zum Schluss noch die Quizfrage des Tages: An was merkt man zu erst, dass man aus einem fremden Land bloggt¿¿¿¿ Richtig, an fehlenden Umlauten und seltsamen Zeichen wie çÇçÑñ?¿!¡

Smileys gehen ueberall =)
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Der Flug nach Quito sollte schnell vergehen. Neben viel nachzuholendem Schlaf gab es auch ein tolles Bordsystem mit Touchscreen und Fernbedinung in den Sitz des Vordermanns eingearbeitet.


Die Anwendung sah ein wenig wie Windows Media Center aus. Zur Auswahl gab es 44 Filme, 16 Spiele und unzaehlige TV-Serien mit ganzen Staffeln. So hatte ich die Moeglichkeit, endlich mal Fight Club und Madagaskar zu sehen, die schon lange auf meiner To-See-Liste standen. Bei den Mahlzeiten liefen verschiedene Simpsons-Episoden.

Die Fernbedienung/Das Gamepad


Aber was macht ein wirklich guter Informatiker mit so einem System?? Natuerlich rumexperimentieren. So waren die Anwendung bei Start und Landung eigentlich durch ein Video gesperrt. Aber durch 3-sekuendiges Druecken der Home-Taste und dann ein Tippen auf den oberen Bildschirmrand, und schon hatte man eine Fenster-Leiste á la Windows. Beim ersten Mal beendete ich Trottel natuerlich das Video und so lief bei mir nichts, waehrend beim Rest der Urlauber das Sicherheitsvideo lief. Bei der Landung machte ich es besser und schaute mir erstmal die anderen Funktionen an. Nichts besonderes, aber immerhin konnte man das Fenster minimieren, maximieren und verschieben.





Aber das grossartigste ueberhaupt war etwas anderes: Was passiert wohl, wenn man ein System einer Nutzerzahl von etwa 350 Leuten gleichzeitig zugaenglich macht?? Klar, sie versuchen sich gleichzeitig anzumelden. Und was passiert, wenn das die Datenbank nicht aushaelt? Aetsch... mysql_connect: Too many connections.



Autsch... Aber ein guter Dienstleister wie die Fluggesellschaft LAN (*zwinker*) hat das Problem natuerlich schnell geloest gehabt. Wie ich mich solche Dinge begeistern, ich bin so ein Nerd :)

Und wie vollendet der Nerd seine Spielerei mit ein paar Partien Schach gegen den mittelschweren Computer. Leider hatte der so eine Macke, bei den ersten vier Partien exakt das gleiche zu spielen und im 8. Zug seine Dame einzustellen.

1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lb5 a6 4. L:c6 d:c6 5. 0-0 De7 6. d4 e:d4 7. S:d4 c5 8. Sf5 D:e4 9. Te1 De1 10. De1 ... Der Drops ist gelutscht.

Als ich dann meinen Sieg zum fuenften Mal auskosten wollte, praesentierte mir das Programm einen grossartigen Bug. Statt 5. ... De7 spielte er 5. ... Ld6 es folgten 6. d4 e:d4 und 7. D:d4. Was jetzt passierte, bleibt ein Raetsel. Der Computer markierte seinen Turm auf a8 und dieser verschwand einfach so. Er tauchte nicht in der Statistik der geschlagenen Figuren auf, aber er war halt weg. LOL. Das Spiel war dann auch schnell gewonnen.


Bei so viel Spass kann ich mich nur auf den Rueckflug freuen, auf das er auch so schnell und lustig vergeht. Mein Sitznachbar verfolgte etwas argwoehnisch mein hektisches Klicken, Machen und Fotografieren. Egal, den treffe ich bestimmt nicht auf dem Rueckflug wieder.

Da wir nachts geflogen sind, gab es leider nicht viel zu sehen, ausser ein 100km entferntes Gewitter, das bedrohlich ueber den Lichtern von Kolumbien schwebte und fantastische Lichteffekte in den Himmel zauberte. Beim Anflug auf Quito war es dann ein wenig heller und man hatte einen tollen Blick auf die Wolken, die die umliegenden Berge umschlangen. Das gibt dem Begriff "Wolkenberg" eine ganz neue Bedeutung.

27. Juni 2009

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Madrid ist eine geschaeftige Stadt... Ich bin begeistert. Gross und voller Leben, genauso wie ich es mag. Dummerweise werden gerade viele der grossen Plaetze gebaut und werden reduziert auf enge Gassen, durch die sich die Leute draengeln. Kein Platz zum Chillen.

Heute haben wir eine lange ausgedehnte Stadtrundfahrt gemacht und die wichtigsten Sehenswuerdigkeiten von aussen abgegrast. Viel mehr ist nicht drin, denn heute Nacht geht es schon weiter nach Quito, in einem 14-Stunden-Flug.

Unser Hotel ist das "Moderno", laut eigenem Prospekt das "zentral-gelegenste" Hotel Madrids. Es liegt auch direkt am Puerta del Sol, einem der geschaeftigsten Plaetze in Madrid, waere er keine riesige Baustelle. Von da aus ist geht es in alle Richtungen und es ist ein Katzensprung zum Palacio Real, dem Palast, von dem der Koenig regiert. Auf dem Weg dorthin kamen wir an der Markthalle von San Miguel ("mercado de san miguel") vorbei, eine Konstruktion, die angeblich von Gustave Eiffel zurueckgeht. Dort wird an heissen Tagen, so wie heute (30ºC), kondensiertes Wasser von der Decke gesprueht, was herrlich auf der Haut kitzelt und erfrischt. Zusaetzlich gibt es dort grossartiges Eis.

Palacio Real


San Miguel Markthalle


Die Stadtrundfahrt teilte Madrid und das alte und in das neue, moderne Madrid. Im alten sind die Palaeste und historischen Sehenswuerdigkeiten. Im neuen die Hochhaeuser, Botschaften und Fussballstadien. Tja, touristisch konnten wir gar nicht viel mehr anstellen. Die Stadtrundfahrt war zwar informativ, aber jetzt muesste man die Plaetze, die man vom Bus gesehen hat, erkunden. Aber Madrid ist nicht weit weg und ich komme bestimmt nochmal mit mehr Zeit her und ohne diese nervigen Baustellen.

Wenigstens hatte ich die Gelegenheit Spanisch zu essen. Gestern abend setzten wir uns etwas Abseits in ein schoenes Restaurant und beobachteten das hektische Treiben. Ich hatte Fideguay, was so eine Art Nudelpfanne mit Ei und Wurst ist. Richtig fantastisch war die Vorspeise, ein Konblauchbrot mit Schinkenbelag - eine Geschmacksexlposion im Mund. Fantastisch. Heute gab es noch Paela.

Ich bin ueberrascht, wie schlecht ich hier mit meinem Englisch klarkomme. Es ist okay, wenn ich mich nicht mit dem Typ aus dem Internetcafé oder der Bedienung in einem Restaurant unterhalten kann, aber wenn selbst der Taxifahrer vom Flughafen oder der Rezeptionist aus dem Hotel mich nicht verstehen, dann ist das schon kritischer.

Die Nacht habe ich gut verbracht, obwohl ich einen seltsamen Traum ueber mehrgaengige Essen und Maden hatte. Mir wurde dann auch gesagt, dass ich im Schlaf sprechen wuerde (irgendwas mit "Wie gehts dir, was machst du"), aber das hat meiner Erholung nicht geschadet. Ich habe jetzt noch Zeit fuer zwei ruhige Stunden Siesta, bevor es zum Flughafen geht. Zeit, um darueber nachzudenken, was jetzt eigentlich mit den Rechten der ganzen Beatles-Songs passiert...

Noch ein paar Eindruecke:

Estadio Santiago Bernabéu (Real Madrid)


Der Baer und der Erdbeerbaum (aus dem Stadtwappen). Sieht fuer mich hier eher nach einem Baer, der an einem Atompilz leckt, oder auch wie "der Held vom Erdbeerbaumfeld" aus.


Ein fetter Spider-Man am Plaza Mayor


Paela Valentina


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Bluescreens... sie sind ueberall.

Schade eigentlich.

26. Juni 2009

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Auf der Fahrt nach Frankfurt zeigte sich an der Grenze zwischen Thüringen und Hessen die Sonne zum ersten Mal. Sie kämpfte sich durch dichte Nebelschwaden.

Sogar ein bisschen Kultur war schon auf der Fahrt drin: Bei Bad Hersfeld hatte man von der Autobahn einen guten Blick auf das Großlager von Amazon.

Lustig, dass bei unserem Parkplatzservice die Titelmusik vom A-Team spielte. Das A-Team, die Abwrackprämie 2.0

Meine Mutter wurde dann bei der Sicherheitskontrolle herausgezogen; ganz unten in ihrem Rucksack verbarg sich eine große organische Masse. Es war nur ihr 650-Seiten-Buch "Der Anwalt des Königs".

Jetzt warte ich darauf, ins Flugzeug steigen zu können und lese im Nachrichtenticker von Michael Jacksons Tod...

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Keine Nachrichten aus Deutschland. Keine Emails. Kein Internet. Kein Twitter. Kein deutsches Fernsehen. Nur Bloggen. Berichten über Geschichten in einer anderen Welt. Von einem anderen Kontinent. Von einer anderen Kultur. Über Natur, Fotos, Erlebnisse, Gedanken, Träume, Abenteuer. Wörtlich und Bildlich. Über Berge und Flüsse durch Tunnel und in Inkaruinen. Laufen, Fahren, Fliegen, Segeln, Schwimmen... Träumen. Dahin wo ich noch nie war. Verloren in Gedanken.

Das habe ich mir vorgenommen ab Morgen. Über den Urlaub und noch weiter. Balanciert und relaxt. Mit einem Lächeln. Wie immer. Komisch, dass ich mich nicht anders kenne.

Bis demnächst du kranke heile Welt und "Hallo, neue Welt", zeig mir deine erste Impression.

25. Juni 2009

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Den Tag vor dem Startschuss verbringe ich mit 2 Stunden Schlaf und totaler Aufgekratztheit.

Der Wecker klingelt 4:30 Uhr... verdammt, bin ich nicht gerade erst ins Bett gegangen? Ja klar, du musstest ja auch noch wie ein Bekloppter Tasche packen und chatten. Achja, so war das. Ich stelle mich unter die Dusche, egal ob heiß oder warm, ich werde nicht wacher. Zum Frühstück erstmal ein Liter eiskalte Vanille-Milch, howdy Brainfreeze. Jetzt aber keine Zeit mehr verlieren, Tasche schnappen und zur Bahn juchteln bevor ich auf dem Weg dahin wieder einpenne. Hast du nicht was vergessen?? Ja, bestimmt.

Mittlerweile ist es hell und das Zwitschern von gefühlten 1 Mio Vögeln hält mich wach. Am Möhringer Bahnhof ist nichts los, doch 1 Minute vor der Bahn kommt ein vollbepackter Bus und auf einmal ist selbst die Bahn voll. Noch ein letzter Blick die Weinsteige herunter... Stuttgart, du bist mich erstmal los.

Am Hauptbahnhof kommt die erste Freude des Tages: Die Bahn und Technik in Symbiose, beides funktioniert nicht richtig.




Die Zugfahrt von Stuttgart nach Nürnberg vergeht wie im Schlaf, das liegt hauptsächlich daran, dass ich tatsächlich schlafe. Verschiedene Bilder flashen mir durch den Kopf, aber keines bleibt lange in Erinnerung und letztendlich vereinigen sie sich nicht in einem Traum. In Nürnberg stelle ich mit Entsetzen fest, dass meine Reise-Pringles schon alle sind. Ich habe wohl doch nicht komplett geschlafen.

Die Strecke kurz hinter Nürnberg mag ich. Zuerst kommt man an der Haltestelle Ludwigshöhe vorbei. Gleich daneben ist ein cooler Basketballplatz direkt an einem bewaldeten Hügel eingelassen, da würde ich irgendwann gerne mal spielen. Kurz danach kreuzt sich die Bahnlinie ziemlich oft mit dem Fluss Pegnitz. Während der sich das Wasser den Weg durch ein Tal bahnt, rauscht der Zug mittendurch. Viele Tunnels versperren mir den Blick auf die tolle Landschaft. Die Pegnitz entlangradeln, das wäre bestimmt mal ein cooler Trip. Den Rest der Fahrt versuche ich totzuschlagen, gelingt mir aber nicht sonderlich. Ich werde angerufen, das Gespräch ist aber gleich wieder weg. In der BAhn gibt es keinen Empfang.

Mein Vater holt mich in Plauen ab, nach Zeulenroda geht nichts direkt. Ist nervig. Zum Mittagessen gehts "zum Holzfäller" in Mehltheuer. Ich bedenke beim Bestellen nicht, dass es gebackene Champignons auch als Hauptspeise gibt, die Kellnerin bedenkt nicht, dass es gebackene Champignons auch als Vorspeise gibt. Ich esse meine beiden Hauptspeisen ohne Beilage. Ein schlechtes Gefühl, wenn man soviel zurückgeben muss und man weiß, dass es einfach nur Verschwendung aufgrund eines Kommunikationsfehlers war. Das Essen war gut, die Kellnerin berechnet den Preis der Vorspeise. Wir geben Trinkgeld.

Zu Hause wird der Koffer gepackt. Ich kriege problemlos alles rein. Die Reise kann beginnen.

Ich warte. Ich fange an zu bloggen. Ich schreibe aufgrund meiner Müdigkeit in kurzen Sätzen im Aktiv in der Gegenwart. Ich beginne mit meinen 2 Stunden Schlaf...
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Gerade komme ich vom Spektakel "Transformers - Die Rache" aus dem Corso-Kino in Stuttgart-Vaihingen zurück. Ein bisschen dreht sich mir noch der Kopf von den ganzen Eindrücken. Im Vorfeld hatte ich mich ziemlich gehyped, da der erste Teil für mich ein klarer 5-Sterne Kandidat ist (ich weiß, dass ich mich damit wohl auch unbeliebt mache) und ich den ganzen Tag eigentlich nur den Soundtrack des ersten Films gehört hatte. Zuvor noch eine schöne Cola im Subway - mit Eis, weil der Typ mein T-Shirt so cool fand - und die Hibbeligkeit war perfekt.

Da stand ich also erstmal eingequetscht mit 100 Anderen, die sich ins Kino drängten, da es im Corso noch freie Platzwahl gibt. Altmodisch und gut.

Transformers 2 ist Michael Bays Glanzstück... und daran zerbricht der Film. Es ist der Overkill schlechthin. Michael Bay ist bekannt durch seine Kameraeinstellungen und -fahrten, durch seine Mädels, durch seinen Patriotismus und seinen Hang zu übertreiben. Doch in diesem Film hat er von alledem etwas zu viel. Während der erste Film ausbalanciert wirkte, ist dieser hier uneben, von allem halt ein bisschen zu viel und von etwas bestimmten zu wenig.

Die Story ist schlicht: Böser Roboter will die Erde zerstören, Junge hat den Schlüssel dazu. Böser Roboter jagd Junge, guter Roboter beschützt Junge. Junge beschließt dem guten Roboter beizustehen, böser Roboter verfolgt Jungen. Böser Roboter erreicht durch Jungen fast sein Ziel, guter Roboter besiegt durch Jungen bösen Roboter. Ganz ehrlich, das ist die simpelste Version und wenn ich das jetzt nochmal durchlesen, habe ich schon Filme mit weniger bzw. schlechterer Story erlebt. Deshalb kann ich da meinen Stempel draufdrücken, die Story ist ok, daran scheitert der Film ganz bestimmt nicht.

Der Film scheitert an seiner Länge. Er ist schlicht und ergreifend zu lang. Ich kann keinen konstruktiven Vorschlag machen, wie ein Filmemacher, der unbedingt alles in seinem Film unterbringen will, dieses Problem löst. Die Kämpfe zwischen den Transformers sind langgezogen und während einer schier endlos erscheinenden Irrfahrt durch Ägypten sehnt man sich schon langsam nach dem Ende. Das Problem mit solchen Kämpfen ist, dass sie den Zuschauer abstumpfen.

Der coolste Kampf war für mich nach etwa einem Drittel des Filmes in einem Waldstück und endete sogar ziemlich emotional. Danach war ich fertig, ich brauchte theoretisch keinen Kampf mehr. Es war alles nur das selbe. Ich freute mich dennoch auf den Endkampf, der zu diesem Zeitpunkt noch eine Steigerung versprach. Doch es gab keine mehr. Das Niveau blieb, die Kämpfe wurden länger. Statt alles auf eine Karte zu setzen, gibt es ein schier endloses Gefecht der Zweitcharaktere und Transformers und als die Hauptcharaktere schließlich eingreifen, ist es so schnell vorbei, dass man nicht zwinkern darf.

Ein weiteres Problem ist die schiere Anzahl von mechanischen Kameraden, auf der guten sowie auf der bösen Seite, bis zu dem Extrem, dass man sich nicht mehr die Namen geschweige denn auseinanderhalten kann. Man sitzt im Sessel und weiß nicht, ob die Explosion auf der Leinwand ein guter oder ein böser Transformer war und das machte viele Explosionen auch redundant.

Die vertane Chance des Filmes ist aber, dass die Welt von den Tranformern erfährt, der Zuschauer aber eigentlich nie die Reaktion der Welt. Das hat auch ein wenig den ersten Film ausgezeichnet: Wie reagieren die Menschen auf außerirdisches Leben und Roboter, die als Autos versteckt unter ihnen leben? Hier wird das eigentlich zur Nebensache und die meisten Charaktere nehmen es hin.

Was ich cool fand: Devastator, ein Transformer, der sich aus vielen kleinen Baufahrzeug-Transformern (Constructicons) zusammensetzt, die großartigen Bilder und Kamerafahrten und viele Hommages an die Zeichentrickfilme aber auch andere Filme. Schauspielerisch gibt es nicht viele Szenen, in denen man glänzen könnte. Shia LaBeouf und Megan Fox tun ihr bestes, wenn sie nicht gerade herumrennen, von daher auch keine Beschwerden. Der Soundtrack und die Effekte waren gut.

Der Film selbst ist unterhaltsam, gut gemacht und für Interessierte definitiv einen Blick wert, aber nur für Interessierte. Ich würde diesen Film nie jemanden weiterempfehlen, der solche Filme nicht mag, ich würde ihn nie spontan zum Spaß mit Freunden auf DVD schauen wollen und ich würde ihn erst recht nie meiner Freundin aufzwingen. Er ist der Overkill. Punkt. Es ist zu viel. Der erste Transformers ist und bleibt grandios. Weil er übersichtlich ist, eine klare Handlung hat und man da einfach noch mitkommt. Transformers 2 hätte meine Krönung dieses Filmjahres werden sollen, aber er ist es nicht geworden. Ein guter Film, mehr nicht. Weiterempfehlung nur an Kino- oder Transformerkenner.

Gerade wollte ich noch ein paar Infos des Filmes zusammensuchen und bekomme von Wikipedia das geliefert:


Das hat er nicht verdient. Für den nächsten Film einfach eine Prise weniger Michael Bay, ein bisschen weniger Militär schießt auf irgendwas und ein wenig mehr "ein Junge und sein Auto."

3,5 von 5 Sterne.

24. Juni 2009

23. Juni 2009

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Vor ein paar Wochen habe ich auf Twitter angefangen, großartige Songtexte zu posten. Großartig ist hier lustig, verstörend, ironisch oder einfach nur launenabhängig. Manchmal sind es Texte zu meinen Lieblingsliedern, manchmal einfach nur Ohrwürmer oder Songs, die ich gerade zufällig gehört hatte.

Letzte Woche bin ich angesprochen worden, wie denn der ein oder andere Song heißt oder ob es die Textstelle überhaupt gibt. Da Google anscheinend kein zuverlässiges Tool mehr ist, Eigenständigkeit nicht mehr gefragt ist und ich durch den Urlaub sowieso Pause mache, kann ich auch hier die ersten 21 Songs und ihre großartigen Texte auflisten.

#1 (3.6.)
my goddess gave birth to your god
Protest the Hero - Wretch

#2 (4.6.)
You're like the clouds in my home town
I am Kloot - Avenue of Hope

#3 (4.6.)
am Lenker klötert Leergut, soll alles voll retour
Stefan Gwildis - Großer Mond

#4 (6.6.)
So maybe tomorrow, I'll find my way home
Stereophonics - Maybe Tomorrow

#5 (6.6.)
alle jungen alle mädels, zieht euer t-shirt aus
Hund am Strand - Jungen Mädchen

#6 (8.6.)
Stop... Hammertime
MC Hammer - U can't touch This

#7 (8.6.)
Et soudain surgit face au vent Le vrai héros de tous les temps
The Kingpins - L'aventurier

#8 (8.6.)
she said to me, go steady on me
James Blunt - Wisemen

#9 (9.6.)
stand up, stand strong, it ain't right but it's still going on
Prince Ital Joe feat. Marky Mark - Happy People

#10 (11.6.)
I may say it was your fault cause I know you could have done more
The Kooks - Naïve

#11 (11.6.)
And I keep on running... na na na na na na na na na na...
Sweet Coffee - Keep on Running

#12 (12.6.)
Well somebody told me you had a boyfriend who looked like a girlfriend that I had in February of last year
Sweet Coffee - Keep on Running

#13 (13.6.)
Your destiny will lead you wherever people need you though danger may have found you you have your friends around you
Saber Rider Theme song

#14 (14.6.)
she's cutting herself to see if it works... is there anybody in there?
The Bravery - Tragedy Bound

#15 (15.6.)
See the little faggot with the earring and the make-up Yeah buddy that's his own hair
Dire Straits - Money for Nothing

#16 (16.6.)
bakerman... is baking bread
Laid Back - Bakerman

#17 (17.6.)
hey boy, hey girl
Chemical Brothers - Hey Boy Hey Girl

#18 (18.6.)
der thomas, der thomas, ich bin der thomas. ich mach die mütter meiner mädels gerne jung zu omas
Die Fantastischen Vier - 4 gewinnt

#19 (21.6.)
Now let me welcome everybody to the wild, wild west
2Pac feat. Dr Dre - California Love

#20 (22.6.)
There were sounds in my head, Little voices whispering, That I should go and this should end
Missy Higgins - Where I Stood

#21 (23.6.)
Deine Zweifel waren groß. Niemand hat sich interessiert. Du spürst wie es langsam leichter wird.
Deichkind - Luftbahn
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Nach dem zweiten folgt der erste Streich
Der zweite Sneakfilm, der kommt gleich
Vorher muss ich noch was reimen
Denn ich sah in mir die Idee aufkeimen
etwas reimen zu müssen, und zwar dass
- und ich rauche auch bestimmt kein Gras -
ich reimen muss, um Platz zu füllen,
in diesem Film fallen auch keine Hüllen.
Das Haus der Dämonen ist leider schlecht
und das, meine Freunde, ist leider echt.

Dieser Reim kam mir heute früh unter der Dusche, als ich überlegte, was ich überhaupt über "Das Haus der Dämonen" aka "The Haunting in Connecticut" schreiben könnte, einen Film, der nur auf Schockwerte setzt. Eigentlich wollte ich mit einem grandiosen Zitat beginnen, aber das spare ich mir für weiter unten. Muss ja Platz füllen ;)

"Das Haus der Dämonen" war gestern also Sneak A im Metropol in Stuttgart. Dabei geht es um die Familie eines krebskranken Jungen, die um näher am Krankenhaus zu sein, in ein altes Haus in Connecticut zieht. Aber auf dem Haus lastet ein schwerer Fluch *schauder*, denn es war früher eine Leichenhalle, dessen Besitzer einen Jungen als Medium hielt um Geister und Tote zu beschwören. Es geschehen als die merkwürdigsten Dinge: Figuren in Spiegeln, Rituale hinter verschwommenen Gläsern, Personen, die plötzlich durchs Bild laufen. Alles das, was die Sitzreihe hochschrecken lässt. Ein paar hielten es dann doch nicht aus und sind gegangen. Hätten sie's wegen dem Film getan, hätte man ihnen nicht mal böse sein können.

Es stellt sich also heraus, dass unser krebskranker Junge die Fähigkeit hat zu sehen (so ähnlich wie Neo in Matrix Revolutions), da er nahe dem Tode steht. Seine Familie glaubt, er hat Halluzinationen, sein Vater betrinkt sich (grandios schlecht gespielt mit schlechten Dialogen) und die einzige die ihm glaubt ist Wendy, das Mädchen, welches mit der Familie lebt. Gespielt wird diese von Amanda Crews, die schon in Sexdrive/Spritztour so grandios aussah wie in diesem Film. Sie hat die großartige Zeile "Es gibt in den Staaten verteilt geheime Häuser, die unglaublich viel Wissen beherbergen. Kaum einer kennt sie und niemand geht hin. Man nennt sie... Bibliotheken" (so oder so ähnlich). *spontaner Szenenapplaus*

Dem Spuk muss irgendwann ein Ende gemacht werden und hier kommt Jonah ins Spiel. Auch dem Tode nahe kann er natürlich auch sehen und ist sowieso allwissend. Es stellt sich heraus, dass er mal Pfarrer oder sowas war und dann natürlich gleich alles weiß über Geisterbeschwörung und Exorzismus. Von ihm stammt des beste Zitat im Film. Auf die Frage "Was ist das?" in Bezug auf sein Kreuz antwortet er: "Das ist Eisen. Eisen hält das Böse ab. Deswegen sind in Gefängnissen auch Eisenstangen. Nicht, um die Menschen gefangen zu halten, sondern... das Böse."

Ok.

Neben den Schockmomenten wartet der Film noch mit einer gepfefferten Portion Gewalt und Ekelmomenten auf, bis er endet, wie man es erwartet. Filmisch und schauspielerisch nichts besonderes, konnte ich dem Film nicht viel abgewinnen, außer meine Sitzreihe im Saal zu beobachten, wie sie ihre Lehnen nach hinten strapaziert und spontan Szenenapplaus zu geben, als Jonah seinen ersten Exorzismus beendet.

Definitiv nix für's Langzeitgedächtnis, aber immerhin eine lustige Sache zur Sneak. Nüchtern betrachtet ist "Das Haus der Dämonen" aber nicht mehr wert als 1 Stern von 5.
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Völlig unvorbereitet traf mich heute/gestern die Doppelsneak im Metropol. Einfachsneak war angekündigt, zwei Brocken sollten es werden. Die letzte Sneak für eine längere Zeit. Aus dem ersten Film kam ich ziemlich aufgedreht und hoffte für den zweiten Film auf ein Spektakel á la Transformers, wo man den Kopf ausschalten kann... falsch gedacht.

Es kam "Crossing Over", eine Art Episodenfilm, den ich am besten mit "Babel meets Crash" beschreiben würde. Während es in Babel aber um Kommunikation und Sprache und in Crash um Rassismus ging, handelte "Crossing Over" von Immigranten und illegalen Einwanderen in den USA. Während die beiden ersteren also ein internationales und gesellschaftsübergreifendes Thema hatten, geht es in diesem Streifen ausschließlich um Amerika (Fuck yeah!). Das schränkt die Zugänglichkeit natürlich etwas ein und die Sichtweise auf diesen Film wird stark von der Sichtweise des Zuschauers auf die Vereinigten Staaten geprägt.

Die Figuren in diesem Spiel sind ein Ehepaar, welches sich mit Einwanderung beschäftigt, wobei der Ehemann für die Behörden arbeitet, während die Frau Zivilanwältin ist. Der Mann beginnt also ein Verhältnis mit einer Australierin, die eine Arbeitsgenehmigung braucht, genauso wie ihr Freund, der es über seinen religiösen Glauben probiert. Die Frau kümmert sich um ein afrikanisches Mädchen in einer Jugendanstalt und vertritt gleichzeitig ein iranisches Mädchen, welches vom FBI abgeschoben werden soll, da sie sich unpassend über den 11. September geäußert hat und "gefährliche" Tendenzen zeigt.

Parallel dazu begeht ein koreanischer Teenager, der bald eingebürgert werden soll, einen Fehler, der ihn auf einen iranisch-amerikanischen Zoll- und Einwanderungsbeamten treffen lässt, dessen Vater ebenso eingebürgert wird. In dieser Familie geschieht ein Ehrenmord, den sich sein abgehalfterter Kollege zu herzen nimmt, während er gleichzeitig versucht eine mexikanische Familie wieder zusammen zu bringen.

Klingt kompliziert? Ist es nicht. Der Film balanciert die parallelen Stränge wunderbar und selbst ein Typ, der vorher einen Horrorfilm gesehen hat, kann ihm leicht folgen. Ohne Rückblenden oder Seitenausflüge läuft der Film vor sich hin. Dabei trifft man auf viele bekannte Gesicher, allen voran Harrison Ford. Ich wusste gar nicht, dass Ford im Moment einen Film hat und hatte auch von Crossing Over nichts gehört. Lautlos hat er sich anzuschleichen.

Harrison Ford hat in Crossing Over nicht viele Momente zu glänzen, was dem Film gut tut. Er ist kein Starvehikel und strebt nie an, Ford, der gut spielt, ins Rampenlicht zu rücken. Unter den anderen bekannten Darstellern finden sich unter anderne Ray Liotta, Cliff Curtis und Ashley Judd. Schauspielerisch gibt es nichts auszusetzen. Filmisch hat mich nur die deutsche Bearbeitung verwundert. Bei den Einblendungen der Handlungsorte gabe es immer ein Computergeräusch für jeden einzelnen Buchstaben, der deutsche Text hat aber immer gewartet, bis die Geräusche fertig waren und dann die Worte komplett eingeblendet. Das hätte man sicher etwas besser machen können.

Fast wie bei Crash ist meine Erkenntnis, dass wir nicht frei von Schuld und Fehlern sind und dass sich Menschlichkeit in vielen Facetten zeigen kann. Das Thema ist kontrovers, aber um eine wirkliche Diskussion über das Zentrale Thema Immigration zu führen, müsste man in der amerikanischen Kulter und Gesellschaft leben. Es wäre genauso, wenn Amerikaner deutsche Probleme diskutieren würden. Ich finde es interessant, wie unterschiedlich der Film auf meine Mitstreiter gewirkt hat. Für mich war der Film einfach eine Tatsachenbeschreibung, kein wirkliches Statement. Mein linker Nachbar war überrascht, wie kritisch der Film war und mein rechter Nebensitzer fand es gut gemacht, wie sehr der Film auch Mitleid für Personen erzeugen konnte, die eigentlich keins verdient hätten.

All das trifft zu, definitiv, und wer menschliche Dramen und Abgründe gerne erkundet wird bei "Crossing Over" tiefe Schluchten finden. Ziemlich kontrovers fand ich die Referatsszene in der Schule, wo einem vorgeführt wird, wie sehr man doch selbst von der amerikanischen Kultur entfernt ist, obwohl man sich dieser selbst so nahe fühlt. Über das Thema selbst muss sich jeder seine Meinung bilden, ich für mich reagiere darauf ziemlich emotional und werde wohl immer auf meiner Meinung beharren, aber für emotionale Ausbrüche ist jetzt nicht die Zeit dafür und außerdem ist es zu spät.

Über jeden Film dieser könnte man gesellschaftliche und menschliche Abhandlungen schreiben, man könnte emotional oder nüchtern bleiben, man könnte Pro- oder Anti-USA sein, doch diese Diskussionen werden oft und heftig geführt (so auch bei meinen Mitstreiter und mir) und deshalb will ich jetzt darauf verzichten. Am Ende bleibt es bei einem Film, den ich als Film beurteilen will. Ein Film soll mich unterhalten, Emotionen hervorrufen und das Denken anregen und das hat "Crossing Over" jedenfalls geschafft.

"Crossing Over" ist ein gutgemachter Film mit interessantem Thema, den ich aber nicht unbedingt weiterempfehlen muss. Da sind mir Crash und Babel lieber, und für den Zuschauer sicherlich zugänglicher. Normalerweise habe ich bei Filmen eine ziemlich klare Vorstellung, welche Wertung sie bekommen, bei diesem Sneaker bin ich mir immer noch nicht so sicher. Da ich den Film aber nicht zu den Topfilmen zählen würde, dennoch aber großen Respekt vor dem Thema habe, mache ich etwas, was ich normalerweise nie machen würde: meine Wertung nochmals aufteilen und genau die Hälfte vergeben, die ich mit meinem System vergeben kann. 2,75 von 5 Sterne.

22. Juni 2009

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Eine Prise Endzeit, die an City17 erinnert, gepaart mit Kinderträumen ergeben einen großartigen Film.

www.aniboom.com

21. Juni 2009

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Langsam wird es Ernst. In genau einer Woche bin ich schon in Ecuador, wenn alles planmäßig verläuft.

Am Freitag geht es nach Madrid, in der nach zum Sonntag nach Ecuador und den Sonntag darauf nach Galapagos. Ich freue mich so richtig darauf, obwohl ich ein bisschen Bammel vor dem transatlantischen Flug habe. Und wenn ich dann noch bedenke, dass meine Familie mit meinem Schmerzensgeld nicht mal einen raubkopierten Song bezahlen kann, dann macht mich das umso bedenklicher.

Spaß beiseite, den Urlaub brauche ich. Mal länger weg von allem, mal wieder in den Tag hineinleben und mal wieder jeden Augenblick genießen. Ich freue mich schon in den Ruinen einer Hochkultur zu stehen und mir einfach vorzustellen, dass vor tausend Jahren dort Menschen waren und das Leben geblüht hat. Das sind diese Gänsehautmomente, die ich schon bei den Pyramiden und der Großen Mauer, aber auch in Rom, der Türkei und etlichen anderen bedeutungsvollen Plätzen auf der Welt hatte. Diese geschichtlichen Gänsehautmomente sind ein Grund, warum ich Reisen so mag. Der andere ist das genaue Gegenteil, wollte ich bei dem einen die Relikte sehen, wo das Leben pulsierte, will ich dem anderen das Leben pulsieren sehen, Teil dieses Pulses sein. Deshalb zieht es mich in die großen Städte, Shanghai, Hong Kong und Los Angeles waren großartig. Nächstes Jahr kommt New York.

Heute nutze ich den Tag um mich zu sortieren. Dinge, die vor dem Urlaub erledigt werden müssen, Sachen zusammensuchen, die ich für den Urlaub brauche und natürlich relaxen und träumen. Ich freue mich auch darauf, alles liegen lassen zu können. Drei Wochen kein Internet, keine Email, keine Nachrichten, kein Twitter, kein Deutschland. Das alles lasse ich hinter mir. Ich werde versuchen, zu bloggen, ja, aber mich dabei nicht von anderen Sachen in Versuchung führen lassen. Nur um mich dann überraschen zu lassen, was alles passiert ist.

Etwas überschattet wird der Urlaub von Steinbeis, denn nach meiner Rückkehr schreibe ich fast sofort eine Klausur, allerdings ist auch das nur ein Jucken, das weggekratzt werden kann. Meine Reiselektüre besteht deshalb aus den Steinbeis-Unterlagen und zwei fantastischen Büchern, die ich aus meiner USA-Zeit kenne: "Microserfs" von Douglas Coupland, in dem es um eine Gruppe junger Informatiker geht, und "Pardon me, you're stepping on my Eye-Ball" von Paul Zindel, bei dem es um das Erwachsenwerden unter widrigen Bedinungen geht. Und da es Urlaub ist, kommt natürlich zuerst das Vergnügen und dann die Arbeit.

Der Countdown läuft also... und ich zähle mit
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In der kürzesten Nacht des Jahres ging es mal wieder nach Stuttgart. Ich hatte zwar dem Alkohol entsagt und stehe dem Feiern seit kurzer Zeit etwas skeptischer entgegen, aber die Aussicht auf gute Begleitung zog mich trotzdem in die Innenstadt.

Und da musste ich feststellen: Mit Mädels feiern gehen macht verdammt viel Spaß, auch wenn man nüchtern ist. Gut ist, wenn man jemanden kennt, der welche kennt. Man ist immer in der Gruppe, fühlt sich nicht seinem männlichen Drang ausgesetzt, sich immer wieder umschauen zu müssen und kann den Abend einfach genießen.

Also ich meine beiden Mitstreiter abholte um zur Bahn zu gehen, merkte ich sofort, dass ich underdressed war. Sie mit Hemd ich mit T-Shirt/Longsleeve-Kombo, da wusste ich sofort, wer rausstehen würde. Mit gefühlten 10 Mädels ging es also vom Hauptbahnhof in die Nacht. Das 7Grad haben wir nur von außen gesehen, das L'Oasis von innen. Der Grund, warum wir nicht ins 7Grad kamen hatte wohl irgendwas damit zu tun, dass wir nicht alle Deutsch wirkten, das meinte jedenfalls der türkische Türsteher. Ich weiß es aber besser: Ich war einfach zu underdressed. Die Voraussetzung als Türsteher zu arbeiten muss ein dickes Kreuz und ein nicht nachweisbarer Intelligenzquotient sein. Es müssen nächtlich tausende sinnlose Diskussionen mit solchen Typen geführt werden.

Die Musik im L'Oasis war ein Mix aus Hip Hop und House. War wohl ein Event: "Dj Danny Santino & Dj Mad Skillz - House / HipHop RnB". Der Club war gut gefüllt und die Leute gut drauf. Und da die Begleitung so gut war, konnte ich mich selbst nüchtern die ganze Zeit auf der Tanzfläche halten. Ich sah mich selber zum Hip Hop mehr abgehen, als zum House. Zum Einen weil man einige der Lieder kennt und mag und zum Anderen, weil es mehr ist als nur sinnloses Bumm-Bumm. Es war aber doch so wie immer: Jedes Mal wenn man feiern geht, geht man zu den gleichen Liedern richtig ab. Als gäbe es nur 20-30 Songs auf der Welt die gut wären und die man jedes Mal hören müsste. Irgendwann werden die halt auch auf den Sack gehen und ich brauche nicht jedes Wochenende in einen anderen Club nur um die gleichen Lieder zu hören.

Da war auch noch dieser eine riesige Type hat mich ständig begrapscht oder gestreichelt, das war schon scary. Der Abend hat schon ziemlich viel Spaß gemacht, war eine willkommene Abwechslung zum Leben und ich würde ihn in der Konstellation sofort wiederholen, wenn man ihn nicht zu sehr verkompliziert. Als sich die Nacht dem Ende zu neigte wurde mir noch gesagt, dass ich meine Chancen nutzen sollte, aber irgendwie war ich nicht mitgekommen, um meine Chancen bei irgendwem zu nutzen. Aber jetzt hinterher ist es wie immer dieses "hätte, wollte, könnte". Nunja. Vielleicht nutzt das nächste Mal einfach jemand seine Chance bei mir und dann kann ich weiter einfach nur Spaß haben und hab diesen Trouble nicht so...

Hell ging es aus dem Haus, hell ging es zurück. Die Nacht war wirklich kurz, aber sie war gut.

20. Juni 2009

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Auch kein Sonnenaufgang... nur mal die ein oder anderen Sonnenstrahlen durch den Himmel. Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei.

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Auf Give Up Internet habe ich einen interessanten Beitrag gefunden.

Vor Kurzem wurde die Raubkopiererin verurteilt zu einer nicht ganz billigen Geldstrafe. Etwa 80000 Dollar pro Song werden da fällig. Fast zeitgleich hat Air France die Entschädigung für die beim Flugzeugabsturz verstorbenen Familienmitglieder bekannt gegeben. Pro Familienmitglied gibt es 24000 Dollar.

Da ist die Rechnung einfach: Ein Song aus dem Internet ist 3 1/3 Verwandte wert. Großartig....

Zwei zum falschen Zeitpunkt bekannt gewordene Nachrichten: Unverhältnismäßigkeit lässt grüßen.

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Kräftig rührte Michael Kessler in den letzten Wochen die Werbetrommel für seine neue Show "Kesslers Knigge" (freitags, 22:15 Uhr, Sat1), auf Twitter (@kesslermichael) war er noch aktiver und belohnte seine Follower mit Ausschnitten aus der neuen Show.

In der Sendung geht es darum, wie man sich in Alltagssituation nicht verhalten sollte. Dabei werden immer 10 Beispiele herausgegriffen und mit einem kurzen Intro die Situation vorgestellt.

Für mich war die Show gelungen. Zehn Dinge, die man nicht tun sollte, beim Bewerbungsgespräch, beim Theaterbesuch, am ersten Arbeitstag und so weiter führten zu allerlei komischen Situationen, von denen Michael im Madonna-Kostüm wohl das Highlight war. Weitere großartige Situationen war das Wii-Spielen im Internetcafé, der Strohhalm beim Bewerbungsgespräch und die Riesenpopcorntüte im Kino. Es machten sich auch ersten Running Gags bemerkbar, wie Grillen in den unmöglichsten Situationen und den Pizzaboten bestellen.

Ein Beispiel aus der Sendung vom Freitag:


Solche Schnittchen hat Michael Kessler die letzten Wochen über seinen Fans zugänglich gemacht. Etwa zwischen 7 und 10 solcher Clips mit kurzer Einführung passen in eine Sendung. Zehn Folgen wird es erstmal geben (falls Sat1 die alle zeigt)

Mit Kesslers Knigge ist Michael Kessler ein neues und innovates Format gelungen und er hat es auf jeden Fall geschafft mit seiner Promotion ordentlich für Wirbel zu sorgen. Die Frage ist aber, ob ein Twitter-Account und ein YouTube-Kanal reichen. Denn über Erfolg und Misserfolg entscheiden die Zuschauer, beziehungsweise die werberelevante Gruppe der 14 bis 49 jährigen und die hat sich freitags abends auf Sat1 regelmäßig rar gemacht. Das liegt vor allem an schnarchnasigen Lead-Ins (Hitgiganten) oder an den dämmlichen Comedy-Sendungen selbst.

Moderne Comedy ist ja nicht mehr, dass man lustig ist und die Leute zum Lachen bringt. Es ist mehr ein sich öffentlich lächerlich machen. Das passiert Kessler zum Glück nicht, obwohl einige seiner Don'ts ziemlich an der Grenze sind, macht er einen guten Job. Ob er damit viele Zuschauer anlockt und wie das Freitagspublikum nach Hitgiganten überhaupt drauf ist, muss man sehen. Denn selbst ich werde nicht immer einschalten können und die Wiederholung lieber im Internet schauen, wie viele Leute, die er in Twitter und Co. anspricht auch. Damit schafft er sich zwar eine große Fanbasis, aber sorgt eventuell nicht für die von Sat1 gewünschten Quoten. Viele innovative Formate verschwinden so, auch wenn sie viele Fans haben. Hoffen wir, dass das bei Knigge nicht passiert.

Andere Künstler wie Christian Ulmen zum Beispiel sind ja mittlerweile ganz auf das Netz gegangen. Droht das Michael Kessler auch? Die Fans hat er sicherlich, hat Sat1 auch die Zuschauer? Ich drücke die Daumen...

Update: Quotenmeter nennt die Sendung lustig und sehenswert, aber freitags wird sie bei Sat1 verpulvert. Deren Zahlen sprechen Bände: 900.000 Zuschauer in der Zielgruppe, 1,5 Mio Zuschauer gesamt. Wirklich schade, mal sehen ob sich da bei Sat1 etwas tut.
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... war es den ganzen Tag in Stuttgart bewölkt. Fünf Minuten nach Sonnenuntergang verzogen sich die Wolken teilweise...

19. Juni 2009

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Eine Schnitzeljagd macht eigentlich nur dann Spaß, wenn sie gut geplant und spannend gestaltet ist. Beim Film "Das Vermächtnis des geheimen Buches" ist das leider nicht so. Der Streifen ist eine Art Ausrede über eine horrende Handlung lose Rätsel und Puzzle miteinander zu verknüpfen und schafft es dabei über 2 Stunden nicht mal einen Funken Spannung aufkommen zu lassen. Was im ersten Teil noch einigermaßen Spaß gemacht hat verkommt hier zu nutzlosen Gimmicks.

Schon im ersten Teil waren mir die Charaktere ziemlich egal, was in diesem Film aber noch schlimmer ist, dass der Film diese Pappheinis nicht mal mehr einführen braucht, was wiederum bedeutet, dass die Handlung über die volle Laufzeit ausgestreckt wird. Da haben wir also Nicholas Cage, der in den ersten 5 Minuten erfährt, dass sein Vater am Lincoln-Attentat beteiligt war. Jemand, der sich einmal im Jahr einen Film anschaut, weiß natürlich sofort, dass das ein Fake ist, um ihn auf die Jagd nach Puzzeln zu schicken. Herr Cage braucht natürlich 1,5 Stunden länger und bis dahin ist der Film eine Qual.

Die Rätsel schicken unsere Helden zwar um die Welt, allerdings sind sie weder schwer noch aufwendig oder spannend inszeniert. Dem Zuschauer wird suggeriert man könnte innerhalb von kürzester Zeit in die Büros von 2 der mächtigsten Menschen der Welt einbrechen und davon kommen. Schon nach dem zweiten Rätsel war ich es leid und da war noch nicht mal das Buch im Spiel, was diesem Film seinen Titel verleiht.

Die Charaktere sind wie im ersten Teil platt. Sie haben keine Geschichte, die Chemie stimmt nicht und die Dialoge machen nichts besser. Wenn der Streit zwischen Cages und Diane Krugers Charakter nicht gespielt gewesen wäre, dann möchte man meinen, da wären Amateure am Werk. Selbst gute Schauspieler wie Cage, Jon Voight und Hellen Mirren können in grausamen Rollen mit schlecht geschriebenen Dialogen nicht glänzen und von schwachen Darstellern wie Kruger und Justin Bartha braucht man gar nicht weiter reden. Harvey Keitel und Ed Harris retten in ihren Nebenrollen den Film in die schauspielerische Mittelmäßigkeit, aber auch nur, weil Harris' Rolle mal nicht die eines typischen Bösewichts ist.

Einzig allein Bruce Greenwood glänzt in seiner Rolle als Präsident, weil er für Rollen mit Autorität und Vaterrolle geschaffen ist, 2 Jahre nach diesem Desaster konnte er das in Star Trek beweisen. Was in "Das Vermächtnis des geheimen Buches" nicht fehlen darf: Product Placement. Großartig. Wenn man den Worten mit 4 Worten beschreiben sollte, dann wären das Apple, MSN und zusammenhanglose Ideen. Von der Logik der Fallen im letzten Drittel ganz zu schweigen.

Filmisch ist der "Das Vermächtnis des geheimen Buches" eine Katastrophe, der langweilt und diesen Juckreiz im Daumen auf dem Stopp-Knopf auslöst. Für Fans von einfachen Rätseln, schnelle Ortswechsel und einer sinnlosen Schatzjagd dürfte der Film viel tun, erfahrene Filmfreunde sollten ihn aber meiden. 1,5 von 5 Sterne
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Eine großartige Folge für Homers Hirngespinnste ist die Folge "Ein gotteslästerliches Leben" (Homer the Heretic) aus der 4. Staffel, und sie hat eine großartige Autoverfolgungsjagd.

Die Folge beginnt mit Homers Traum im Mutterleib, hat noch zwei Fantasieszenen und hat ihren Höhepunkt in Homers Unterhaltung mit Gott, nicht das letzte Mal, dass die zwei ein Gespräch führen. Eine weitere seiner Fantasien ist Flanders brennendes Haus.

In der darauffolgenden Folge "Lisa, die Schönheitskönigin" (Lisa the Beauty Queen) stellt er sich vor, wie es ist, mit dem Duff-Zeppelin zu fliegen und dabei das Football-Endspiel zu sehen. Etwas später stellt er sich Marge beim Rasenmähen vor. Die nächste große Szene ist der Aufstand der College-Nerds gegen die Football-Spieler.

Die frühen Folgen sind eine wahre Fundgruppe für solche Fantasien. Allgemein sind die Staffeln 1 bis 7 einfach die besten. Ein Feuerwerk an Gags, Filmparodien und ironischen Anspielungen gepaart mit großartigen Storys. Grandiose Unterhaltung.
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Drei von vier Tage Finanzmanagement-Seminar sind überstanden. Heute wechselte der Dozent und damit auch das Thema. Nach Bilanzierung und Steuerrecht starte ich heut mit... *trommelwirbel* ... Kosten- und Leistungsrechnung. Genau das Thema hatte ich auch schon an der ADV, nicht gerade ein Paradethema von mir, aber es ist viel Logik und Mathematik enthalten. Wenn man also einmal weiß wie es geht, ist der Rest nur noch ausfüllen von Tabellen und Ergebnissen.

Themenbedingt langsam verging auch die Zeit, aber ich hatte vorgesorgt und mir einen Laptop organisiert. Wäre das WLAN von Steinbeis nicht so löchrig, hätte es ein ganz gechillter Tag werden können. Es lief also auf viel Surfen und Chatten heraus, dafür habe ich vom Seminar nur die Hälfte mitbekommen. Bei dem Thema kann ich mir das selbst verzeihen. Da sich jeder ohne Weiteres mit dem entsprechenden Schlüssel in das WLAN einklinken kann, sah die Arbeitsgruppenübersicht auch Vielfältig aus:


Ich bin gespannt auf Morgen, aber ich habe keine große Hoffnung, dass sich mein persönliches Interesse steigert. Wäre natürlich für die Klausur ganz hilfreich...

Wenigstens ist keine Affenhitze mehr und mit Laptop lässt sich das schon aushalten. Um 12 Uhr werde ich an die Jungs von der Demo denken. Ansonsten bin ich schon richtig heiß auf mein (verkürztes) Wochenende und freue mich schon richtig auf die letzten 3 Arbeitstage vor dem Urlaub, denn da habe ich noch eine spannende Aufgabe...
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Gestern ist also das Gesetz zur Sperrung von Seiten mit pornografischem Inhalt in Bezug auf Kinder verabschiedet worden, welches einen ersten Fuß in die Tür stellt. Jetzt braucht die Bundesregierung die Tür nur noch aufzustoßen.

Zensur im Internet. hrm.. Dazu gab es verschiedene Reaktionen: Neben diversen neuen Stoppschildern sind in verschiedenen Blogs vor allem Reaktionen zum Wahlverhalten der Abgeordneten aufgetacht (zum Beispiel bei Basic Thinking). Dort wird auf Seiten verlinkt, auf denen man nachschauen kann, welcher Abgeordnete wie gestimmt hat und welcher überhaupt nicht abgestimmt hat. Da wundern sich Politiker über geringe Wahlbeteiligung aber erscheinen selber nicht zu Abstimmungen im Bundestag. So funktioniert Demokratie. Da wähle ich einen Abgeordneten in meinem Wahlkreis und der entscheidet sich, mal nicht zu Abstimmung zu gehen. *kotz*

Über Unsinn und Unsinn dieses Gesetzes hat man schon viel lesen können, jetzt kann man nur hoffen, was die Zukunft bringt. Zum einen wird sich dieses Gesetz sicher in Karlsruhe vom Bundesverfassungsgericht prüfen lassen müssen, zum anderen kann man auch gespannt sein auf die Maßnahmen der wirklichen Verbrecher hier, wie diese Sperren umgangen werden. Und natürlich was darauf folgt und wie willkürlich die Sperren werden.

Ich persönlich bin traurig, erschüttert und wütend. Ich hätte nicht gedacht, dass es in Deutschland so kommen würde. Von hier aus geht es nur noch abwärts. Die Abgeordneten und Parteien, die für das Gesetz gestimmt haben, haben mich endgültig als potentiellen Wähler verloren. Das ist nicht Politik in meinem Sinne und wenn ich nicht bei Steinbeis schmoren würde, wäre ich morgen um 12 mit bei der Demo in Stuttgart gegen Zensur und Sperren auf dem Schlossplatz in Stuttgart dabei. Aufregen kann man sich genug darüber, das habe ich auch schon ausführlich. Jetzt heißt es dagegen kämpfen und schauen, was wird.

18. Juni 2009

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Handy, Kreditkarte, Sparkassenkarte, Volksbankkarte... PINs, TANs, PUKs...

Eigentlich ist es nicht schwer sich die vier kleinen Zahlen der Karten zu merken. Entweder sind die Zahlen einprägsam oder das Muster ist und die Fingerführung sind einfach. Ich habe bis vor kurzem kein Problem mit meinen PINs gehabt. Bei meiner Sparkassenkarte weiß ich sie nicht mal auswendig, da ist es nur eine natürliche Handbewegung.

Vor Kurzem bin ich aber Kunde der Volksbank in Stuttgart geworden und zu der EC-Karte gab es natürlich wieder eine PIN. Die hat es aber in sich, denn sie ähnelt meiner PIN für das Handy zu sehr. Wenn meine Handy-PIN (a) (b) (c) (d) ist, dann ist die Volksbank-PIN (c) (b) (a-1) (d). Eigentlich auch kein Problem und einfach zu merken, aber mein Gehirn vertauscht diese Nummern immer wieder, oder macht daraus ein (a-1) (d) (c) (b) beim Handy oder bei der EC-Karte. Obwohl ich bei dem Handy über ein Jahr sicher war, habe ich jetzt jedes Mal Probleme.

Es ist schon komisch, wie schnell einem der Kopf einen Streich spielen kann und es wird sicher noch lange dauern, bis ich beide Nummern richtig drin habe.

17. Juni 2009

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Während tausende Studenten auf der Straße sind, um für freie und bessere Bildung zu demonstrieren, habe ich eine weitere Steinbeis-Veranstaltung. Da die Steinbeis-Hochschule eine private Hochschule ist, ich dafür Geld bezahle und das auch noch neben der Arbeit mache, stehe ich leider etwas außerhalb des Bildungssystems gegen das protestiert wird. Ich stehe aber natürlich voll hinter den Studenten, denn wer sich nicht bewegt, der bewegt nichts.

Es ging los mit einer Klausur. Marketing war das Thema und nach dem guten Seminar in Berlin war sie erwartungsgemäß "machbar". Ich hätte mich natürlich etwas besser vorbereiten sollen, aber die Motivation hat es etwas verhindert.

Bei der ersten Aufgabe ging es darum Kundenorientierung und kundenorientiertes Marketing zu beschreiben. In der zweiten Aufgabe sollte man Kunden nochmals unterteilen. Das war etwas zweischneidig. Da gab es die Möglichkeit die Kunden nach dem Zeitpunkt des Produktkaufs zu gliedern (also Innovatoren, frühe Mehrheit, Nachzügler usw.) oder aber den Kunden zu teilen in die Entscheidungsgruppen (Buying-Center Prinzip, also Entscheider, Käufer, Anwender usw.). Ich habe mich für das zweitere entschieden, was durchaus falsch sein könnte. Vor allem, da es in der vierten Frage nochmals Erwähnung fand. Da sollte man als Autoverkäufer die Gruppen nennen, wenn man einen Verkauf entweder mit einer Familie oder mit der Industrie abschließt. Nun, da hatten wir eine Folie mit einer Tabelle, die genau das beschreibt. Da muss man zuerst nach Individuum und Gruppe trennen. Da ist das bei der Familie der Konsument, die Einzelperson, selbst und bei der Gruppe der Haushalt. Beim Unternehmen ist das Individuum ein Repräsentant und das Kollektiv ein Gremium (das Buying-Center).

Bei der dritten Frage sollte man Konsumgütermarketing und Industriegütermarketing in 5 Kriterien vergleichen. Die letzte Frage drehte sich um den Übergang von Transaktionsmarketing zum Beziehungsmarketing und welche konkreten Maßnahmen ein Autohaus im Luxussegment unter der Berücksichtigung der 3 Rs (Recruitment, Retention, Recovery) treffen kann. Die Klausur war schon okay und mit ein bisschen Reinknien ist sie absolut human und machbar.

Danach ging der erste Tag vom Finanzmanagement-Marathon los. Vier Tage am Stück, das wird sicherlich noch hart. Wie meinte der Dozent so schön: "Danach wird man sie sicher aufsammeln können." Der Dozent hatte allgemein einige lockere Sprüche drauf und es hat mich schon erstaunt: Er ist Doktor und ich hatte ihn mir als älteren Herrn vorgestellt, aber er wirkt jung und dynamisch und voller Energie. Er ist Steuerberater und macht daraus auch keinen Hehl, deshalb kann ich mir sehr gut vorstellen, dass er auch knallhart sein kann.

Das Seminar selbst ist viel Rechnungswesen und Bilanzbuchhaltung (offiziell: Nationale Rechnungslegung), was ich schon an der ADV zu genüge hatte. Dennoch ist viel neu, vor allem, da er viel mit den Steuergesetzen arbeitet, während wir an der ADV nur simple Buchungen durchgeführt haben. Das ist nicht gerade mein Lieblingsthema und deshalb sehe ich der Klausur jetzt schon mit gemischten Gefühlen entgegen. Ohne Vorkenntnisse wäre man aber aufgeschmissen und das ist für Steinbeis ein First und hat mich überrascht.

Die Zeit verging aber schnell, weil unser Dozent neben seinen Sprüchen auch sehr viel drauf hat und den Stoff interessant und mit vielen Beispielen und Aufgaben rüber bringen kann. Was mich allerdings nervt (auch bei anderen Steinbeis-Seminaren) ist, dass wir eins, zwei Leute haben, die meinen sie wüssten es besser und anfangen mit dem Dozenten zu diskutieren. Das stört, nervt und hindert am Lernen. Vor allem wenn man dann noch versucht mit Halbwissen gegen erfahrene Dozenten anzutreten. Nunja, damit muss man wohl leben. Ich bin gespannt auf die anderen 3 Tage. Nach der Halbzeit wird der Dozent gewechselt. Ob es da auch noch so interessant bleibt?

Ein paar Stilblüten und Sprüche:
"Marketing"? Völlig unwichtig! Kommen wir zu den harten Fakten!

Ich kenne sie jetzt schon. Sie interessiert sowieso nur die Klausur. Ich bin auf ihrer Seite.

Das Skript ist quatsch!

Sie müssen es wie überall machen: Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit.

Melden sie sich ruhig, wenn sie Fragen haben [Anm.: zu Steuern]. Vor allem private Probleme, die interessieren hier alle.

Jaja, Steuerdelikte. Da ist man hinterher ja auch stolz drauf, wenn man beschissen hat.

16. Juni 2009

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Gedankenspiel, juchu! Durch einen Programmierfehler war es mir heute auf Arbeit möglich, virtuell ein Paket in sich selbst zu verpacken - Eine Box in der Box.

Was wäre also, wenn man eine Box in sich selbst verpacken könnte? Natürlich ist das ein Paradoxon, denn diese Box hat ja ein bestimmtes Eigengewicht. Wenn ich sie also immer wieder in sich selbst verpacke, dann nimmt das Gewicht zu. Diese Box hätte also eine Masse von unendlich.

Das zweite Paradoxon ist der Raum. Da ich in der Box wieder die selbe Box finde und darin auch, könnte ich theoretisch nichts in die Box legen, da dieser Gegenstand in jeder der Boxen liegen müsste, außerdem ist ja kein Platz darin, da nur die selbe Box wieder drin liegt. Im Grunde habe ich eigentlich einen unendlichen Raum (da unendlich viele Boxen), allerdings kann ich diesen nicht nutzen.

Zu guter Letzt kommen dazu noch die Dimensionen. Kommt darauf an, wie man dieses Gedankenspiel angeht kann man diese außer acht lassen oder nicht. Allerdings würde eine unendliche Verpackungsreihe unweigerlich immer größer werden und eine Box, die genauso groß ist wie die Box in der sie verpackt ist, müsste ein wenig gefaltet werden, damit sie reinpasst.

In der Futurama-Folge "The Farnsworth Parabox" schafft es der Professor ja auch eine Box aus der Box eines Paralleluniversums zu ziehen, warum dann auch nicht solche Gedankenspiele im realen Paralleluniversum?
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Das erste Mal, dass Google Suggest mir etwas Seltsames zurückliefert. Ich hatte gerade an meiner Idee von der "Box in der Box" gearbeitet, als ich das Thema googeln wollte, aber nach "Box in der" wollte mir Google nur das hier vorschlagen.

Box in der ein neugeborenes rind aufgezogen wird

Huh...

Nunja, jetzt weiß ich jedenfalls, dass das Teil "Wurfbox" genannt wird. Für mein "Box in der Box"-Problem habe ich aber keine Ansätze finden können.

15. Juni 2009

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Wie kann man sich besser vom Lernen ablenken als ins Kino zu gehen? Natürlich ins Kino gehen und dabei nicht wissen was kommt. Montag ist Sneaktag und ich verkrümelte mich vor meinen Aufzeichnungen ins Metropol in der Innenstadt.

Gezeigt wurde der Film "State of Play" (dt. Untertitel: Stand der Dinge), der als potentieller Blockbuster von den zwei Kaspern im Kino angekündigt wurde. Ich kenne deren Definition von Blockbustern nicht, aber für mich war es definitiv keiner. Auch wenn ich mir die Zahlen des Filmes aus den USA anschaue, sehe ich kein wirkliches Blockbusterpotential. Aber wie es mit so vielen Begriffen heutzutage ist, ist auch Blockbuster ein eher subjektiver Begriff.

"State of Play" ist also kein Popcornkino, sondern ein intelligent gemachter Thriller mit geradliniger Handlung. Es ist schon verblüffend, dass ein Film ohne Rückblenden oder parallel laufende Handlungen noch so spannend sein kann. Zusammen mit der Hauptfigur, Cal McAffrey (gewohnt gut von Russel Crowe gespielt), findet man sich als Zuschauer in einem Verwirrspiel aus Mord, Korruption und politischen Intrigen wieder.

McAffrey ist Journalist bei einer großen Zeitung von Washington, der eine Intrige aufdeckt, die sich um seinen ehemaligen Mitbewohner, den Kongressabgeordneten Stephen Collins (Ben Affleck), dreht. Alles beginnt mit dem Tod von Collins Assistentin und einem scheinbar bezugslosen Mord an einem Dorgenabhängigen. Nach und nach beginnt Crowes Charakter alle Puzzleteile zu finden und mit Hilfe einer jungen Bloggerin (Rachel McAdams) zusammenzusetzen, dabei gerät er immer wieder an seine Verlegerin (Helen Mirren). Immer tiefer gerät er dabei in die Kreise der Politik, aber auch in seine eigene Vergangenheit.

Zu diesem nennenswerten Schauspielerensemble gesellt sich noch Jeff Daniels in einer nicht unwichtigen Nebenrolle. Die Charaktere sind glaubhaft und lebhaft gespielt. Dabei kann Ben Affleck seit langem mal wieder glänzen. Filmisch macht "State of Play" nicht viel falsch. Die Story wird von den Figuren getrieben und der Zuschauer weiß nie mehr als die Figuren. Neben den politschen Spielchen werden noch allerlei andere Themen angeschnitten, die in der heutigen Zeit von Bedeutung sind: Die Rolle des Printjournalismus im Vergleich zu Onlinemedien, vor allem Bloggern, die gesellschaftliche Gefühlslage in den USA, den Wandel der Medien und Berichterstattung und die Verstrickung von Politik und Wirtschaft.

Der Film sollte ein leuchtendes Beispiel für die Ethik und Rolle der Medien in der Gesellschaft sein. Eine Zeitung soll Bilden und wahrheitsgemäß Nachrichten berichten. Beides sieht man heutzutage nicht mehr oft, gerade in Zeiten, in der die Zeitungen in der Krise sind und Auflage und Umsatz mehr Wert hat als die Wahrheit. Diese Gegensätze finden sich sehr gut in Crowes rechtschaffenden Charakter und Mirrens Figur, die um das Überleben ihrer Zeitung kämpft, wieder. Wenn alle Storys so recherchiert und mit Beweisen abgedeckt würden, bräuchten wir uns um Bild und Co. keine Gedanken machen.

Einen Schönheitsfehler hatte "State of Play" dann doch. Der letzte Twist, die letzte Überraschung, wirkte fehl am Platz. Eine große politische Handlung wird auf eine persönliche Geschichte reduziert. Ich konnte bis zu diesem Punkt sehr gut mit dem Film leben, aber die letzten 5-10 Minuten schmeckten mir nicht mehr so gut. Die Politik war zwar immer noch präsent und auch nicht invalidiert, aber dennoch für ein persönliches Schicksal in den Hintergrund gerückt. Das musste nicht mehr sein. Der Film war spannend und interessant genug, dass er allein auf den politischen Beinen stehen konnte, durch die letzte Wendung entstand nicht wirklich ein Mehrwert, weder für die Handlung noch für den Zuschauer. Aber das ist wieder meine subjektive Meinung und muss von jedem selbst entschieden werden.

Alles in allem ist "State of Play" ein würdiger und guter Sneak-Film gewesen, den ich einfach so sicher nicht gesehen hätte. Spannend, geradlinig und mit Topbesetzung, was will man eigentlich mehr? 3,5 von 5 Sterne.

14. Juni 2009

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Endlich sagt das Studi LonzVZ mal, was mir schon oft durch den Kopf gegangen ist, als ich über deren Seite gesurft bin: Fresse!

Fresse.
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Internetportale für Städte gibt es wie Sand am Meer. Die meisten leben von ihrer Community oder dümpeln einfach so im Netz herum. Bei kleineren Städten wie Zeulenroda ist die Zahl und der Traffic meist überschaubar. Trotzdem kann man ja mal vorbeischauen. Vielleicht ist auf dem ein oder anderen etwas los.

Das Eventportal von Zeulenroda hatte ich ja schon vorgestellt, deshalb gibt es dazu keinen weiteren Text. Auch die beiden "offiziellen" Portale habe ich schon früher vorgestellt.

Zeulenroda auf MyLivePage

Ein sehr, sehr stranges Portal, das auch etwas veraltet daherkommt. Da hatte sich mal jemand die Mühe gemacht, ziemlich viele Dinge von Zeulenroda zusammenzutragen. Selbst Hochzeits- und Todesanzeigen finden sich dort, allerdings schon ein paar Jahre alt.


Link: zeulenroda.mylivepage.com

Virtueller Marktplatz

Bei diesem Portal geht es darum Informationen der Stadt kompakt und schnell zu finden. Es gibt Veranstaltungskalender und Notdienste, welches beides nicht gepflegt ist. Beim Stadtprogramm ist die offizielle Seite verlinkt. Das einzig besondere an diesem Portal ist das Panoramabild des Marktplatzes von Zeulenroda.


Link: www.marktplatz-zeulenroda.de

Meine Stadt

MeineStadt deckt so ziemlich jede Stadt in Deutschland ab und Zeulenroda bildet da keine Ausnahme. Neben Fakten, Daten der Stadtverwaltung und Städten in der Umgebung, versucht dieses Portal wirklich alles abzudecken: Nachrichten, Telefonbuch, Branchenbuch, Automarkt, Immobilien, Tourismus, Ticketservice und und und... Dazu werden meist APIs und Suchen anderer Dienste verwendet. Die Daten sind vielleicht aktuell, aber nicht wirklich speziell. So finden sich unter den Nachrichten nur Nachrichten aus dem Landkreis und auch die Stellenangebote sind nicht gerade lokal. Für tiefgehende Recherchen ist dieses Portal nicht geeignet.

Link: home.meinestadt.de/zeulenroda-triebes

Fatnews Stadtportal

Das Stadtportal von Fatnews sammelt vor allem Firmenadressen und Branchenkontakte. Wie vollständig und aktuell das ist, kann ich nicht einschätzen.

Link: www.fatnews.de/city-26599.html

DeutscheSeiten

Auch dieses Portal bedient sich anderen Services im Internet. Auch hier finden sich die üblichen Verdächtigen: Nachrichten, Veranstaltungen, Stadtplan, Gastronomie. Qualitativ hinkt es aber den anderen kommerziellen Portalen hinterher.

Link: www.deutscheseiten.de/?region=TH/Landkreis%20Greiz/Zeulenroda


Es gibt noch mehr solcher Portale, die aber kaum erwähnenswert sind. Alles in allem werden sie wohl wenig genutzt und wenig gepflegt. Für Zeulenroda reichen da wohl die offiziellen Seiten, denn da finden sich auch alle diese Infos. Und sollte man tatsächlich mal nichts finden, dann ist Google wohl immer noch ein besserer Freund, als so ein Portal, dass nicht mal von einem Einwohner gepflegt wird.