20. April 2009

Was passiert mit einer populären High-School-Cheerleaderin, die es zu nichts bringt? Wie geht man mit dem Selbstmord seiner Mutter um, wenn der Tod zum Beruf gehört? Was ist, wenn man sein eigenes Leben nicht in den Griff bekommt und sich noch um einen Sohn im Grundschulalter, einen Vater mit verrückten Ideen und seine Schwester mit ähnlichen Tendenzen kümmern muss? Das sind die Hauptaspekte, die den Film "Sunshine Cleaning", den ich heute in der Sneak im Metropol in Stuttgart sehen durfte.

Passend zum zehnten Jahrestag des Columbine-Massakers beginnt der Film mit einem Mann, der in einem Supermarkt eine Schrotflinte ersteht, nur um sich am Ort selbst damit zu erschießen. Ein Glück entwickelte der Streifen sich dann doch in eine andere Richtung.

Rose Lorkowski (gespielt von Amy Adams) ist eine alleinerziehende Mutter, die seit der High School mit dem Quaterback schläft, geheiratet hat er jedoch eine andere. Die ehemalige Cheerleaderin hat es zu nichts gebracht und arbeitet als Putzfrau, als der Quaterback (jetzt als Polizist tätig) ihr von dem Selbstmord erzählt und sie auf die Idee bringt, sich unter dem Namen "Sunshine Cleaning" selbstständig zu machen und die Hinterlassenschaften von Toten und Unfällen zu beiseitigen. Zusammen mit ihrer Schwester (Emily Blunt) macht sie sich an die Arbeit und beginnt dabei mit ihr einen Selbstfindungstrip, um mit dem Selbstmord ihrer Mutter klarzukommen.

Der Film spielt zwar in Albuquerque, New Mexico (etwa eine halbe million Einwohner), hat aber ein gewisses Kleinstadt-Flair. Dies liegt vor allem an den Charakteren, die mal nicht typisch klischeehaft gezeichnet sind, sondern wie Menschen wie du und ich wirken, mit ihren Fehlern und Macken. Weitere Details zur Geschichte würden dem Filmerlebnis nur schaden, denn es ist ein wirklich sehenswerter Film, der viel Mut beweist, mal nicht mit einem typischen Hollywood-Ende aufzuwarten, beliebte Charaktere verschwinden zu lassen und mal nicht alle offenen Punkte zu beenden oder zu erklären.

Mary Lynn Rajskub (bekannt aus der Fernsehserie "24")spielt in "Sunshine Cleaning" eine fantastische Nebenrolle. Wir konnten uns im Kino dann aber doch nicht die Jack Bauer und Chloe O'Brian Sprüche verkneifen, besonders als sie im Fahrstuhl stecken blieb. ("Jack, ich stecke im Fahrstuhl fest." "Kein Problem, Chloe. Ich hol' dich da raus!")

Dialog des Tages war aber eher:
Wie starb deine Mutter?
War so eine Art 'Do-it-yourself'-Ding

Passend zum leichten Sommerwetter war es ein schön leichtes "Komödiendrama", das sehr gut in die Sneak gepasst hat und für ein wunderbares Gefühl für die Rückfahrt über die Weinsteige mit offenem Fenster und einem tollen Blick gesorgt hat.

3,5 Sterne von 5.

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