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30. März 2011

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Ich habe nachgelassen. Die Wohnungssuche war doch anstrengender als erwartet, aber das war meine eigene Schuld. Ich hatte mir zu viel aufgeladen in zu kurzer Zeit.

Am Freitag sah ich verrauchte Buden im Industriegebiet und Stress zwischen Mieter und Vormieter am Freitag, den absoluten Traum und eine gemütliche Wohnung für Studenten mit tollem Blick auf die Alb (in die Richtung vom Sonnenaufgang) am Samstag und eine sehr coole und helle Wohnung im Bürogebäude und einen Plattenbau im Ghetto und an der Autobahn und Straßenbahn zugleich.

Ich spreche im zweiten Satz in der Vergangenheit ("Die Wohnungssuche war..."), denn es ist vorbei. Viermal habe ich Selbstauskunft gegeben, mein Leben und meine Finanzen offengelegt, sodass die Verantwortlichen aufgrund meines monatlichen Verdienstes und meiner Vorliebe nach Haustieren entscheiden können. Und gestern erhielt ich 2 Zusagen. Eine für meinen Wunschkandidaten aus den Angeboten vor der Besichtigung und eine für den absoluten Traum vom Samstag.

Ich bin glücklich, erleichtert und geschafft. Das nächste Mal gehe ich sowas anders an. Zu voll war mein Besichtigungsplan, zu viele Eindrücke prasselten auf mich herein, zu viele Kontakte habe ich geknüpft. Aber ich bin rumgekommen, das auf jeden Fall. Auch die Ungewisstheit war nervig. Gerade hat man die Selbstauskunft für eine gute Wohnung ausgefüllt, besichtigt man eine tollere und schon geht das bangen los: Von wo kommt zu erst eine Antwort? Wieviel Zeit kann man sich lassen? Warum machen wir uns im Leben über sowas überhaupt so einen Stress?

Jetzt ist es vorbei. Der Vertrag wird am Samstag unterschrieben. Der Druck ist weg, die Aufregung bleibt. Jetzt heißt es, warten auf Samstag und danach andere Dinge erledigen. Aber mit weniger Stress, das habe ich mir vorgenommen. Und übernächste Woche erstmal in den Urlaub nach Berlin. Bis dahin ist alles unter Dach und Fach und die nächste Herausforderung wartet schon.

25. März 2011

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I think I've lost my head..

Aller guten Dinge sind drei: Dritter Tag der Wohnungsbesichtigungen mit 3 Wohnungen. Drei ist mindestens eine zu viel. Man schaltet auf Durchzug. Zu viele Bilder, zu viele Eindrücke. An die letzte Wohnung ist meine Erinnerung eher vage. Die lag am Möhringer Bahnhof und war an sich ganz ok. Aber das war's auch. Heimisch würde ich mich da wahrscheinlich nie so ganz fühlen. Der alte Teppichboden kommt zwar raus, hatte aber trotzdem etwas den Eindruck zerstört. Auch preislich war's mir wohl zu hoch.

Trivia: Der Lieblings-Email-Provider von Immobilienmaklern ist wohl T-Online.

Rückwärts jetzt zu Wohnung Nummer 2. Die war im hinteren Zipfel von Möhringen am Waldrand Richtung Plieningen. Der Balkon zeigte zwar auf das Klärwerk, war aber offen nach Süden, was den ganzen Tag Sonne bedeuten würde. Das Bad hatte 2 Waschbecken. Wüsst ich nicht so ganz, was ich damit anfangen sollte. KO-Kriterium war wieder der Preis. Klar, man könnte jetzt meinen, ich schaue mir nur zu teure Wohnung an. Andererseits, würde ich wohl sonst nur wenige Wohnung sehen. Und wenn ich eine teurere finde, wo sonst alles passt, dann zahle ich auch mal ein bisschen mehr. Schließlich soll es mir gefallen und ich will da eine lange Zeit wohnen. An der Wohnung passte die Lage nicht so ganz und irgendwie wirkte sie nicht so groß wie die ausgeschriebe Quadratmeterzahl.

Kommen wir zu Wohnung 1. Etwas kleiner, 2 Zimmer, Südbalkon, Waschmaschine im Badezimmer, Blick auf das SI-Zentrum, direkt am Feld, kurzer Arbeitsweg. Die passt wohl. Ich werde mich mal beim Makler melden, auch wenn sich die Besichtigung eher wie Massenabfertigung angefühlt hat. Der Makler wollte mich eher schnell loswerden und hat mich nach der Besichtigung des Kellerraums und der Tiefgarage gar nicht wieder hoch zum Vermieter gelassen. Tschüss, und der Nächste bitte.

Mal schauen, heute geht es weiter. Zwei Besichtigungen stehen an, aber irgendwie machen sich Müdigkeitserscheinungen breit. Aber ich muss wohl am Ball bleiben, falls die gestrige nichts wird. Yeah.

24. März 2011

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Gestern ging die Aktion "Finde eine gute und günstige Wohnung in Stuttgart außerhalb des Kessels" in die nächste Runde. Nachdem meine Besichtigung am Dienstag auf nächste Woche verschoben wurde, stand gestern eine 1-Zimmer-Wohnung an.

Fazit: Zu klein, zu teuer, nur ein Zimmer.

Ein-Zimmer-Wohnungen fallen jetzt definitiv schonmal raus aus dem Raster. Nein, danke. Dort hätte ich mein Bett mitten ins Zimmer stellen müssen. Ach nee. Obwohl die Gegend echt schön war. Eine kleine Terasse mit Blick auf den Probstsee. Aber nein, das ist es nicht.

Nachdem ich jetzt genug "Nein" gedacht hatte, rief ich gleich den Makler der 1-Zimmer-Wohnung vom Montag an, die mit den Vermietern auf der Terasse. Der bot mir aber spontan noch eine Besichtigung einer Wohnung, die nur einen Steinwurf von seiner anderen entfernt war. Spontan sagte ich zu.

Und die Wohnung war echt der Hammer. Super geschnitten, schönes Bad, gute Küche, Süd-West-Balkon, schön groß, in einem Neubau. An der Gegend, Hoffeld, änderte sich ja nichts, 100 Meter bis zu meiner Standard-Arbeitsjoggingstrecke und ruhig, etwas ab vom Schuss, aber warum auch nicht ab vom Schuss sein? Das einzige Aber war der Preis. Dass die Quadratmeterpreise in Stuttgart mit wenigen Ausnahmen zwischen 9 und 10 Euro liegen, muss man wohl akzeptieren, aber dann ncoh 200 Euro Nebenkosten drauf? Puh. Vor allem, wenn man bedenkt, dass für Internet und Strom nochmal rund 100 Euro drauf kommen.

Jetzt weiß ich wenigstens, dass es gute Wohnungen gibt, wenn jetzt noch der Preis stimmt, dann schlage ich wohl zu. Das ist sehr schade, denn die Wohnung hat mir richtig gefallen, aber 100-200 Euro mehr im Monat zu haben, wäre schon besser.

Langsam verliere ich auch den Kopf in dieser Wohnungssuche. Gestern dehnte ich meine Suche von einer Immobilienseite und einer Genossenschaftshomepage auf die Stuttgarter Zeitungen, ein weiteres Immobilienportal und eine WG-Seite aus und schrieb noch 10 weitere Angebote. Als dann am Nachmittag ein Makler anrief und ich weder Seite noch Angebot zuordnen konnte, wusste ich, dass es zu viel wird.

Da kann ich nur meinem Android-Handy und Google Calendar danken, dass ich wenigstens die Besichtigungstermine organisieren und ihnen das richtige Angebot zuordnen kann. Über die angeschriebenen habe ich keine wirkliche Übersicht, außer dass sie Zuhause im Thunderbird in einem extra Ordner liegen. GMX-Webmail ist für das Organisieren von Mails die wahre Hölle, weil man die Nachrichten nicht mal mit einer Volltextsuche durchsuchen kann. Ein wahrer Fail und ein weiterer Grund, mich immer weiter von diesem Mailer zu distanzieren. Ist ja sowieso eine größere Spam- und Werbebannerschleuder als irgendwelche Warez-Seiten.

Jedenfalls habe ich gelernt, dass man jedes Angebot anschreiben sollte, auch wenn wenig in der Beschreibung steht und keine oder nur ein Symbolfoto wie dieses steht:


Naja, die Suche geht weiter und heute stehen 2 Besichtigungen an, auf die ich ziemlich gespannt bin. We will see...

22. März 2011

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Gestern ging es also los: Meine Suche nach dem Heiligen Gral, einer neuen Wohnung, die ich die nächsten 100 Jahre bewohnen kann.

Den Auftakt machte eine kleine 1,5-Zimmer-Wohnung in Hoffeld. Hoffeld ist ein kleiner Satellit bei Degerloch und wenn man so durch die Hochhäuser- und Ein-Familien-Häuser-Siedlung fährt, hat man das Gefühl, nicht mehr in Stuttgart zu sein, sondern in seinem eigenen kleinen Dorf. Das Gefühl geht aber auch noch weiter, denn es macht sich auch noch Unbehagen breit. Unbehagen darüber, dass wenn man da einmal wohnt, man nie wieder raus ins zivilisierte Leben kommt. Hoffeld bietet einem alles, aber nur genau einmal. Es gibt einen Bäcker, eine Apotheke, einen Markt. Ein selbsterhaltendes Kontinuum mit begrenztem Busanschluss. Bist du einmal in Hoffeld, gibt es kein Entkommen.

Die Wohnung selbst war eine Erdgeschosswohnung in einem 5-stöckigen Reihenhaus mit sehr großer Terasse. Das Haus lag am Hang und so konnte man die Terasse von außen auch nicht betreten. Die Aussicht auf den Wald und die dahinterliegenen Plattenbauten von Asemwald war schon toll. Die Nähe zu meiner aus der Arbeit bekannten Joggingroute war auch ziemlich reizvoll und das Zimmer war ziemlich riesig. Das Bad und die Küche hatten eher 70er-Jahre-Charme und ich hab Bedenken, meine Waschmaschine in die Wohnung zu stellen.

Die KO-Kriterien waren aber andere: Die riesige Terasse lässt sich nicht nutzen. Grillen ist nicht erlaubt. Bullshit. Noch größeres No-go: Die Vermieter, ein (sehr) altes Ehepaar lebt direkt nebenan und kann von ihrer auf meine Terasse kommen!!(!!!) Das brauche ich wirklich nicht. Nach seltsamen Erfahrungen in Böblingen, sehe ich davon wohl ab. Ich weiß auch nicht, ob ich mich dort heimisch fühlen könnte und das wäre die Hauptsache.



Die zweite Wohnung war das Dachgeschoss in einem kleinen Mehrfamilienhaus in Vaihingen, direkt an der vielbefahrenen Hauptstraße. Viele Schrägen und ein Vermieter, der im Erdgeschoss wohnt, prägten die Wohnung. Das Bad war ziemlich klein und in der Dusche konnte ich nicht aufrecht stehen. Es war mit einer Schiebetür vom Rest der Wohnung abgetrennt, die innen mit Fließen besetzt war. Schob man sie zu, war das Bad eine Zelle mit 4 Wänden. Irgendwie war alles etwas seltsam in dieser Wohnung, vom Gemeinschaftskeller über die Holzverkleidung an der Decke bis hin zur richtigen alten Boller-Gasheizung.

Auch hier konnte ich mir nicht wirklich vorstellen, dass sich ein heimisches Wohlfühlgefühl einstellen könnte. Mit Hausbesitzer im Haus, dessen Wohnung man jeden Tag im Treppenhaus streifen würde, war sie schnell ein Ausschlusskandidat. Aber diese Wohnung kann ich aus Prinzip nicht nehmen. Denn die eingeschaltete Maklerin tat quasi nichts... und damit meine ich NICHTS. Hallo? Die bekommt von mir am Ende fast 2,5 Mieten und da soll sie für ihr Geld gefälligst arbeiten. Geht gar nicht. No-go. Keine Wohnung.

Tja, es wird sicher nicht einfach eine gute Wohnung zu finden, aber ich habe ja etwas Zeit. Trotzdem habe ich etwas Spaß an der ganzen Besichtigungstour, man lernt die Gegend kennen und vor allem Menschen. Vermieter wie Makler. Makler sind für mich immer noch Leute, die für wenig Tätigkeit viel Geld kassieren. Es gibt natürlich welche, die sich kümmern, aber das gestern war ja das negativste Beispiel, was es geben kann: Nichts sagen und mir am Ende einen Zettel in die Hand drücken. Fuck you.

Die Besichtigungen werden weiter gehen, es sind noch ein paar interessante Angebote da draußen. Stuttgart, ich komme.