30. August 2016

Wie immer wollte ich nur meiner Wege gehen. Vor der Sneak am Montag saß ich also in der warmen Abendsonne und der gefüllten Königstraße vor dem Müller und schmökerte in meiner Star Trek Destiny Buchreihe, als da plötzlich diese Frau neben mir zusammenklappte. Was heißt zusammenklappen? Sie versuchte sich auf einen dieser Metallringe um die Bäume zu setzen, verfehlte ihn um gefühlte drei Kilometer und lag da wie ein Käfer auf dem Rücken. Ich reichte ihr meinte, die sie sofort schnappte und auch nicht losließ, als sie sich aufgerappelt hatte und auf meinen freigewordenen Stuhl setzte.

Da sie starken Schluckauf hatte, nahm ich einfach an, dass sie zwei Korn zu viel intus hatte. Als sie anfing meine Hand immer fester an ihren Körper presste und immer schwerer atmete, hatte ich eigentlich nur einen Gedanken: "Hoffentlich kotzt sie mir nicht auf die Schuhe!"

Irgendwann ließ sie los, ich fragte ob alles in Ordnung sei und sie gegenfragte, ob ich etwas zu trinken hätte. Irgendwann switchte sie auf Englisch, da ging es mit der Kommunikation etwas besser. Ich hatte natürlich nichts dabei, aber offerierte ihr etwas aus dem Müller zu holen. Nach dem zweiten Angebot nahm sie an und ich hoppelte los.

Im Müller gab es gerade Lays Chips im Angebot. Das war verlockend. Auf jeden Fall verlockender als das, was noch kommen sollte. Nachdem ich meine 74 Cent in reinstes Alpenquellwasser investiert hatte und wieder an der Bank eintraf, kippte sie das Wasser wie Harald Juhnke den anderen klaren Stoff in seinen besten Zeiten.

Ich setzte mich auf den Boden vor ihr, so eine Nummer mit dem Metallring wollte ich ja nicht abziehen, und sie setzte sich prompte dazu, legte ihre Hand auf meinen Oberschenkel und fragte mich nach meinem Beziehungsstatus. Prompt in diesem Moment stand dann auch mein Beziehungsstatus hinter uns und war not amused. Trotz der geklärten Verhältnis rutschte ihre Hand meinen Oberschenkel weiter hoch, während sie meinte, sie käme aus Lettland, sei Journalistin und schreibe eine Reportage über ...Deutsche.

Als auch nach dem dritten Streicheln meiner Oberschenkelgegend nichts ging und ich dreimal nachgefragt hatte, ob alles in Ordnung sei, ich jemand anrufen könnte oder sie irgendwohin bringen solle, durften wir gehen. Vorher durfte ich noch verraten, ob ich viel Geld verdiene (Tue ich nicht). So einfach war das dann. Und dann war das auch wieder vorbei.

Im Nachhinein fühlte ich mich schon etwas belästigt. Man sagt über mich, dass ich solche Leute anziehe. Normalerweise wollen die mir aber etwas über Jesus erzählen.

Wo war Jesus bloß an diesem Tag?

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