30. November 2010

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Über Google Street View wurde viel geschrieben. Jeder (und ich meine wirklich jeder) Blog hat das Thema breitgetreten, nur ich noch nicht (außer auf Twitter). Das lag zum einen daran, dass ich erstmal die erste Welle abwarten wollte und die ganzen Argumente mir durch den Kopf gehen lassen wollte und zum anderen, weil ich in letzter Zeit nicht so oft bei Tageslicht zu Hause war, um das für diesen Beitrag gewünschte Foto zu machen.

Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich absolut Pro Google Street View bin. Ich bin begeistert von diesem Tool und sehe es als sehr nützliche Sache und Aufwertung der Netzlandschaft und auch als Aufwertung unseres Lebensraumes. Schon für meinen Urlaub in New York habe ich Street View sehr intensiv genutzt und dass es jetzt zu uns nach Deutschland kommt sollte eigentlich nur begrüßt werden.

Als ich dann mein Haus bei Street View betrachtete, fiel mir sofort der verwischte Fleck dahinter auf. Überhaupt gibt es in meiner Straße und nahe meiner Wohnung viele dieser Flecken. Stuttgart-Möhringen scheint ein beliebtes Verpixelziel zu sein.

Ja, ich wohne in der 41, das mittlere Fenster ist unser Müllzimmer :P


Der einzig wahre Grund, warum Leute ihr Haus verbergen, ist meiner Meinung nach pure Uninformiertheit, Geschuldet durch Fehlinformationen und Medienhype. Und es ist nie wieder rückgängig zu machen.

Was wollen die Menschen verbergen? Wovor haben sie Angst? Was können andere jetzt nicht sehen, was ich nicht jeden Tag sehe? Ich sehe sogar noch viel mehr aus 1. Stock.

Sollte da nicht jemand mal ne Plane davormachen? Schöner Wascheständer. Der ist aktueller als irgendein zwei Jahre altes Bild von einer Häuserfront.


Ich stelle das hier bewusst gegen den Willen von wem auch immer rein. Warum? Weil ich es kann. Häuser haben keine Persönlichkeitsrechte und in diese "Privatsphäre" dringe ich seit über 2 Jahren jeden Tag ein. Ich bin gegen Vorratsdatenspeicherung und Abhören von Telefonaten, trotzdem wird es gemacht. Steuererhöhungen, Krieg, Hungertod, Mord und Totschlag. Jeden Tag handelt jemand gegen meinen Willen.

Ich könnte hier auch noch Namen, Adresse, Autokennzeichen, Anzahl der Einwohner etc. reinstellen und hier gibt es keinen Knopf "Ein Problem melden". Es gibt kein Recht auf verwischte Häuser, nur die Möglichkeit. Genauso wie es die Möglichkeit gibt diese wieder zu fotografieren und in den Google-Dienst Panoramio (*clicky*). Google ist hier all den misstrauischen und fehlinformierten Menschen entgegengekommen.

Und alles was sie geschafft haben, ist noch mehr Aufmerksamkeit auf sich und ihr Haus zu lenken. Was haben die wohl zu verbergen. Was kann ein Einbrecher jetzt nicht mehr ausspähen.

Das Ironische am Beispiel oben: In die Seitenstraße, an der das Haus eigentlich liegt, ist das Google-Auto gar nicht gefahren. Die Front ist nie fotografiert worden.



Ich werde jetzt keinen Kreuzzug starten und die geblurrten Häuser nahe meines Wohnorts hochladen, nur weil ich es kann. Nein, werde ich nicht. Denn ich respektiere die Leute, die Einspruch erhoben haben. Denn letztendlich ist es deren Entscheidung, denn die Möglichkeit ist da. Also sollte sie genutzt werden. Aus welchen Argumenten auch immer. Auch wenn es die falschen sind. Dann lieber einfach sagen "Ich möchte das nicht", anstelle mit irgendwas argumentieren, was einfach nicht stimmt.

Ich werde die Häuser aber fotografieren. Für mich. Für mein eigenes Street View. Weil ich es kann. Weil ich es darf. Denn in meiner Welt ist alles noch in Ordnung. Da gibt es keine Spießer und keine Bild-Zeitung... Da will auch kein Datenschutzminister mein Telefon überwachen... Und da gibt es auch keinen Krieg...
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Wir sind weiterhin gegen lifeenhancingtrivia.blogspot.com, die Fraktion hat sich aufgrund Parlamentarischer Zwänge anders entschieden.



(Hintergrund auf SPON-Niveau bei SPON)


Coming soon to Life Enhancing Trivia: Sendezeiten...
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Durch Syke!!!!!!!!!!!!!!



Let's go!!!

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Um andere Blogs vorzuschlagen, muss es nicht gerade "Ein Herz für Blogs" sein. Und wenn ich sogar in der Blogroll stehe, dann ist das ja fast obligatorisch.

Leider ist mein Gedächtnis, wie ich auf Dinge im Netz stoße mehr als löchrig, deswegen weiß ich nicht mehr, wann und wie ich auf den Blog gekommen bin, aber ich glaube, es rührt von einem Twitter-Dialog. Seitdem lese ich diesen Blog.

Hieß zuerst "15 Cents and a hole in my sock" und heißt jetzt Digital Cosmonaut, http://digitalcosmonaut.com.

Egal unter welchem Namen, seine Trivialitäten sind trivialer... so steht das jedenfalls oben...


Wenn ich den Blog beschreiben müsste, würde ich sagen "Nerdcore, aber ein bisschen mehr sophisticated". Ein Mix aus Nerdcore und Glaserei. Netzfundstücke und Fundstücke rund um Berlin. Aktuell und mehrfach am Tag und immer einen Blick wert. Auch bei Twitter als @iamkosmonaut.

Auf gehts zum Digitalen Kosmonauten...

29. November 2010

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Es ist schon witzig. Da twittert man über sozialpolitische, gesellschaftskritische und philosophische Dinge und bekommt eigentlich nie eine Reaktion, aber wenn man dann etwas über eine polige Band schreibt, dann bekommt man sofort Reaktionen.

Ich war am Freitag im Stud in Offenburg (Homepage) zum Konzert von Sick of the Law. Die Jungs rocken ganz gut, nehmen sich selbst aber zu Ernst und reden etwas viel. Als Vorband tragen The Said auf. Noch nie gehört und die Musik war auch eher unauffällig.

Das einzig Auffälige an dieser Band war der Schlagzeuger, dessen Alter irgendwo zwischen 10 und 13 gelegen haben muss. Zu klein und zu jung für so einen Abend und hat irgendwie nichts ins Bild gepasst. Ich also mein Hand raus und sofort in den Äther getwittert: "Konzi... die killerpilze spielen... der schlagzeuger is 10 .."

Warum? Weil es mich daran erinnert hat. Der Schlagzeuger der Killerpilze war auch ziemlich jung, als die ihren ersten "Erfolg" hatten. Ich fand ja das eine Lied gar nicht mal so schlecht. Respekt auch, dass die Jungs in der Röhre in Stuttgart gespielt haben, ist ja cool dort. Was ich aber nicht bedacht hatte war, welche Dynamik dieser Tweet entwickeln könnte.

Denn: Wenn man ihn einfach so ohne den obigen Zusammenhang liest, dann könnte man denken, ich sei tatsächlich auf einem Konzert der Killerpilze (Ich hätte er schreiben sollen "... die killerpilze spielen gefühlt..."). Und anscheinend gibt es bei Twitter einige Fanatikers, die das Keyword "killerpilze" abonniert haben. Zu meiner Überraschung bekam ich nämlich gleich drei Antworten von mir unbekannten Twitterern.

ja, du auch!

selbst mit 10 war er vermutlich reifer als du, ha !

Ja und wie alt bist du 3??? Er hatte mit 10 mehr erreicht als du in deinem ganzen Leben erreichen wist!!!!


Meine Aussage, dass mich ein Schlagzeuger an den von den Killerpilzen erinnert, ist also gleich ein Angriff. Nicht nur auf die Killerpilze, sondern gleich auf Jo Halbig, Jani und Anna-Marie Gorontzi. Jo Halbig? Moment, ist das nicht sogar der Sänger von der Band? Jau, das ist er. Hallo!

Ist schon witzig. Wie schnell sowas gehen kann. Wie schnell man die Menschen mit einer unbekümmerten, Malibu-Kirsch getrübten Aussage gegen sich aufbringen kann. Und wie schnell diese ohne einen Zusammenhang gleich irgendetwas annehmen. Das ist das Internet, das ist Twitter. Es gehört aber auch zum guten Ton im Internet, die Leute gleich mal anzuflamen, anstatt einen Dialog zu suchen. Was hat das mit Unreife zu tun, wenn ich meine, eine Schlagzeuger sei 10?

Sorry, ich bin weder 3 noch 10 (aufmerksame Leser wissen mein Alter) und ich bin reif genug für dieses Leben. So reif, dass ich nicht irgendwelche Antworten zurückflame. Und die Sache mit dem Erreichten im Leben ist doch auch so eine Sache.

Es geht doch darum, was man selbst aus seinem Leben macht und welchen Blick man auf sich selber hat. Es gibt viele Leute, die zufrieden sind, mit dem was sie tun. Das Erreichte ist doch subjektiv und jedes dieser Subjekte setzt das in den Kontext seiner Erwartungen, Wünsche und Träume. Von daher kann ein 1er-Schnitt im Abi, ein Schüleraustausch in die USA, viele Reisen oder ein 20Punkte-Schnitt in einer Saison im Basketball schon eine große Leistung sein. Man hat auf jeden Fall etwas erreicht.

Ist das jetzt mehr oder weniger ist, als ein bekannter Musiker, kann doch keiner sagen. Das ist auch kein Vergleich. Nicht jeder muss bekannt, berühmt oder reich sein, damit er mit seinem Leben zufrieden und glücklich ist. Wer weiß, ob der angesprochene Schlagzeuger nicht noch in sein Bett macht oder jede Nacht in den Schlaf weint, weil ihm irgendwas fehlt. Hat er dann mehr oder weniger erreicht? Vielleicht, vielleicht auch nicht, denn der Vergleich hinkt. Bevor wir über jemanden urteilen, sollten wir immer über uns selbst urteilen und unser Leben und das Erreichte bewerten.

Ich, für meinen Teil, bin sehr zufrieden. Habe viel erreicht, bin rumgekommen, habe was gesehen, habe was von meinem Leben, habe eine wunderbare Freundin und alles was ich brauche. Ich stehe gerne auf und sehe die Welt mit offenen Augen. Bin ich dadurch minderwertiger als irgendjemand, der in der Öffentlichkeit steht? Sicher nicht. Von daher gebe ich das gerne zurück an euch drei. Soll ich sagen "Denkt nach, bevor ihr schreibt?", "Schreibt am besten gar nichts" oder "Erreicht erstmal selber was, bevor ihr über die Errungenschaften von anderen schreibt"? Nein, ich sage nur "Macht euer Ding, schaut nicht auf andere, und vor allem: FLAMT NICHT IMMER INTERNETZ, WENN IHR DEN ZUSAMMENHANG NICHT KENNT, FFS!!!"

Außer dem jungen Schlagzeuger, der deutlich länger da war als 22 Uhr (w00t), hatte The Said aber nicht viel zu bieten. Sick of the Law haben es da schon mehr krachen lassen, aber wie gesagt, die nahmen sich dann selbst etwas zu wichtig. Mitnicken und Spaß haben, konnte man aber trotzdem...

Und das "Ihr seid spitze!" in dem Video (bei 0:43) hat wohl jemand geschrien, der eindeutig zu viel Malibu-Kirsch gehabt hatte :D Wer kann das nur gewesen sein???



Gerne wieder so ein Konzert...
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Leslie Nielsen ist gestorben. Was für ein trauriger, trauriger Tag.

So viele Tränen, die er mir vor Lachen in die Augen gezaubert hat, so viele Geschichten, die er mit seinen Filmen erzählt hat. Die Nackte-Kanone-Filme bleiben unvergessen und Klassiker: Abgedreht, aber nicht überdreht; komisch, aber nicht zu komisch.



Ich bin in Gedanken bei dir, Frank Drebin, und du bist durch deine Filme ewig bei uns!

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Das Gerben ist des Gerbers Lust...



Ohne Gerbstoff, ohne Waßer
Ohne Häute, ohne Loh
Ohne Schuster, ohner Gelder
Wird ein Gerber niemals froh


Ich liebe dieses alte 's'.