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2. August 2016

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Da die Reservierungen bei der Metropol-Sneak in Stuttgart gestern gefickt waren, hätte ich Nerve gestern fast verpasst. Ich bin doch ziemlich froh, trotzdem hingegangen zu sein.

Nerve kommt mit dem Hype von Pokémon Go genau zur richtigen Zeit in die Kinos. Im Film geht es um das Spiel Wahrheit oder Pflicht, bei dem die Nutzer zum Streamer werden und die Zuschauer entscheiden, welche Pflichtaufgaben zu erledigen sind. Wer seine Aufgaben ablehnt, scheitert oder petzt, fliegt raus. Was als Spaß beginnt, wird langsam immer mehr zum bitteren Ernst, da die Aufgaben immer waghalsiger und der virtuelle Druck des anonymen Mobs immer heftiger werden.

Ich muss schon sagen, dass der Filme sehr viele interessante Themen Gruppenzwang, Identitäts- und Datendiebstahl im Internet, Hype und vor allem die Gier nach Aufmerksamkeit, Zuschauern und 5 Minuten Ruhm anschneidet. Manche dieser Themen verfolgt er weiter, manche verlaufen etwas, aber nie so sehr, dass man sie aus dem Hinterkopf verliert. Ein Film für unsere Generation, juchu.

Vom Trailer her dachte ich, dass Nerve immer mehr sein wird als die App, in der Nutzer die Aufgaben bestimmen. Ich dachte, irgendwann verselbständigt sich die App und lässt seine Nutzer irgendeine geheime Agenda ausführen. Das wäre dann so etwas wie im Film Eagle Eye. Aber es bleibt bei Aufgaben der Zuschauer, auch wenn manche Dinge weit hergeholt sind.

Als Informatiker interessiert man sich natürlich dann für die Konzepte hinter der App. Auch wenn einige Konzepte für die Filmwelt sehr weit her geholt waren, muss ich sagen, dass alles mehr oder weniger Sinn gemacht hat. Sehr spannend war es beispielsweise, als die "Hacker" meinten, sie könnten den Code von Nerve verändern, da es ja Open Source sei. Vereinzelte Lacher im Publikum. Als sie aber meinten, sie würden den Code auf der Hosting-Platform verändern, auf der die User Änderungen und Commits zustimmen müssen und deshalb mit einem Bot-Netz und Fake-Profilen den Änderungen einfach selbst zustimmen, musste ich schon anerkennen, dass das hier wenigstens kein Hollywood-Hacking war, sondern tatsächlich jemand, der sich mit der Materie beschäftigt hat. Ob das im echten Leben möglich wäre, sei mal da hin gestellt.

Nerve ist ein spannender Film, der aber merkwürdig ruhige Momente hat. Allerdings hat mir das letzte Drittel nicht mehr so gefallen. Es war ein großartiges Konzept, dem anonymen Mob einen Spiegel vorzuhalten, indem man die Nutzernamen durch Klarnamen ersetzt, aber die Umsetzung war eher solala. Dabei habe ich vor allem die Charakter-Motivationen nicht mehr verstanden. Warum einige Spieler sich auf einmal opfern wollen oder warum sie bei irgendwelchen Plänen mitmachen, wird nicht genau erklärt. Und das Finale ist dann irgendwie eher unpassend. So als ob die Autoren noch unbedingt ein Statement abgeben wollten.

Das unrealistischste am Film sind allerdings die Handyakkus. In einer Welt, in der die Handyakkus so lange halten, sind wahrscheinlich so viele unserer Probleme gelöst, dass die Leute eigentlich kein Nerve mehr spielen müssten.

Die Hauptcharaktere gespielt von Emma Roberts und Dave Franco sind aber bis auf die fragwürdige Motivation aber sehr passend und ich muss sagen, dass mich der Film schon überzeugt hat. Jedenfalls nach einmal darüber schlafen. Vor allem der stimmige und passende Soundtrack. Alles in allem fand ich Nerve sehr solide, der jetzt kein Meisterwerk ist, aber gerade für die Generation PokéMongo anderthalb Stunden ordentliche Unterhaltung bietet.


3,5 Sterne von 5.

11. August 2015

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Gestern lief in der Stuttgarter Innenstadt-Sneak der Film "Self/Less" mit dem deutschen Untertitel "Der Fremde in mir". Warum der Untertitel wie ein Porno klingen muss oder warum es ihn überhaupt geben muss, weiß wieder keiner, allerdings ist die Nähe zu "Face/Off - Im Körper des Feindes" nicht zu übersehen.

Ich hatte den Film auf meiner Watchlist und war echt froh, dass er in der Sneak lief, weil ich sicher bin, dass ich ihn sonst verpasst hätte.

Ganz grob die Handlung: Ein reicher Mann, der vom Krebs zerfressen wird, lässt seinen Geist in einen jüngeren Körper transferieren. Doch beim angeblich für ihn gezüchteten Körper treten Nebenwirkungen auf.

Jetzt kommt hier der Trailer und danach kommen Spoiler. Ich muss auf das Ende des Filmes eingehen, weil ich ihn gerne diskutieren möchte. Als Wertung würde ich "okay" sagen, also 2,5 bis 3 Sterne von 5. Genau hab ich mich da noch nicht festgelegt, mehr siehe nach dem Trailer. Wer weitere Spoiler vermeiden will, hört jetzt auch zu lesen. Und natürlich für alle TL;DRs da draußen...



Natürlich stimmt etwas mit dem "gezüchteten" Körper für unseren reichen Hauptcharakter (Damian) nicht. Er hatte ein anderes Leben (Mark) und die Medizin, die er schluckt, unterdrückt die Erinnerung daran. Nach einem Jahr Medizin, wäre die Unterdrückung dauerhaft.

Als Damian als die Medizin vergisst, tauchen Erinnerungen von Mark wieder auf und er macht sich auf die Suche nach seinem früheren Leben und begegnet dabei der Familie von Mark. Damian kommt in einen Konflikt, der aber dadurch aufgelöst wird, dass die Firma, die ihm sein Überleben gesichert hat, alles und jeden mit dem Wissen auslöschen will. Damian beschützt die Familie von Mark und entscheidet sich am Ende, Mark den Körper wieder zu überlassen.

Ich hatte mir von der Prämisse etwas mehr erhofft. Ich dachte, im Film wird mehr auf dem Spiel stehen als das Leben von einer kleinen Familie. Ich hätte mir das ganze Thema etwas "globaler" gewünscht.

Schließlich geht es hier um eine der philosophischsten Fragen: Gebe ich mein eigenes Leben für ein anderes? Oder: Zerstöre ich ein fremdes Leben, um mein eigenes Überleben zu sichern? - Für einen durch Vernunft und Moral geprägten Menschen eine der schwierigsten Fragen überhaupt. Der Überlebenswille eines Menschen ist quasi Selbstzweck der Existenz, aber auf Kosten eines anderen Lebens? Puh... Ich wüsste nicht, wie ich mich entscheiden würde.

Nachdem er die Wahrheit herausfindet, macht Damian sofort klar, dass er diese Prozedur nie gemacht hätte, hätte er gewusst, dass ein anderes Leben zerstört wird. Allerdings zeigt der Film in den ersten 5 Minuten, wie Damian ohne Skrupel ein Leben zerstört. Zwar nimmt er der anderen Person nicht das Leben, aber er vernichtet seine Karriere, was der Zerstörung eines Lebens ziemlich nahe kommt. Diese Doppelmoral wird zwar im Film gezeigt, aber leider nicht adressiert.

Die ganze Auseinandersetzung mit dem Thema "Mein Leben oder seins" wird leider nicht behandelt. Der Schöpfer der Methode nennt es "eine Möglichkeit, die großen Geister der Menschheit zu erhalten" und nennt Beispiele wie Albert Einstein oder Steve Jobs. Andere Menschen, die diese Form des Überlebens gewählt haben, werden aber nicht gezeigt. Hier wäre die Chance gewesen, mehr Leute zu zeigen und wie sie mit der Wahrheit umgehen.

Ich gehe davon aus, dass es viele Menschen gäbe, die am eigenen Leben hängen und solange die Medizin genommen hätten, bis sie die alte Persönlichkeit verdrängt hätten. Andere hätten gezögert und einzelne hätten wahrscheinlich sofort aufgehört, die Medizin zu nehmen. Hier hätte der Film die Schwierigkeit dieser Entscheidung abwägen können und den Weg der Entscheidungsfindung von Damian zeigen können, aber stattdessen gibt es viele unnötige Actionszenen und die Entscheidung von Damian, sich für Mark zu opfern, wird ziemlich schnell klar, aber nicht so ganz nachvollziehbar.

Die Frage, ob es andere wie Damian gab, wird leider nicht geklärt. Auch die Ziele des Erfinders sind nicht ganz klar. Er verschafft Damian im neuen Körper eine neue Identität. Was bringt es den Leuten, die am Leben bleiben, wenn sie ihre Identität nicht behalten können? Was macht ein Immobilienmakler im neuen Körper, wenn er nicht der Immobilienmakler weiter sein kann und sein Imperium fortführen kann?

Schade, dass man sich eher mit Action beschäftigen wollte, als mit der sehr philosophischen Prämisse. Das hat ein anderer Film besser hinbekommen: Equilibrium. Auch hier geht es um vergessene Medizin, die etwas unterdrücken soll, was uns zum Menschen macht. Mit der Frage des Geistes in einem anderen Körper beschäftigt sich sehr schön die Folge "Das fremde Gedächtnis" aus der 6. Folge der zweiten Staffel von Star Trek: The next Generation. Hier überträgt ein Wissenschaftler seinen Geist in das Gehirn von Data. Darin werden die Erkenntnis der Figur und die philosophischen Implikationen seiner Entscheidungen besser behandelt als in diesem Film.

Der Film ist nicht schlecht, aber ich habe das Gefühl, dass er so viel mehr hätte sein können. Ich weiß nicht, ob es eine bewusste Entscheidung war, keinen Film zum Nachdenken zu drehen oder ob da was im Schneideraum liegen geblieben ist. Was mir sehr gut gefallen hat, waren die Bilder und die Stimmung, die der Film von New Orleans transportiert hat. Alles andere war eher solala...

6. August 2015

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Unmöglich finde ich ja Leute, die sich im Kino lautstark darüber beschweren oder lustig machen, dass da auf der Leinwand gerade etwas Unglaubliches passiert. Wenn zum Beispiel der Hauptcharakter gerade ohne Schutzkleidung vom Motorrad stürzt. Unmöglich ist das insofern, dass der besagte Hauptcharakter gerade 10 Minuten vorher ertrunken ist, wiederbelebt wurde, Auto gefahren ist und einen Unfall mit mehreren Überschlägen überstanden hat. Das war für die Leute noch ok, ABER NICHT WENN ER SICH VOM MOTORRAD ABROLLT!!Einself

Ich mag solche Leute nicht. Warum sollte ich denn in den FÜNFTEN Teil eines Filmes gehen, der im Titel schon das Wort "unmöglich" enthält? Ich meine, das hätte man nach dem ersten Teil schon merken können, dass dort auf der Leinwand nicht die gleichen Gesetze der Physik gelten, wie im vollgefurzten Kinosessel. Spätestens aber nach dem zweiten, da galten ja nur für die Tauben irgendwelche physikalischen Gesetze. Die weibliche Hälfte des nervigen Pärchens musste kurz danach eh auf Toilette, was für viel Freude in ihrer Reihe gesorgt hat.

Die ganze Stuttgarter Premiere von Mission Impossible 5 im Gloria war schon etwas seltsam. Schon während des allerersten Trailers wollte ein älterer Herr einem jüngeren Kinogänger das Handy vom Ohr schlagen. Da war es noch nicht mal dunkel im Saal.

Der Film schlägt in die gleiche Kerbe, wie sein Vorgänger. Tom Cruise und sein Team sind auf sich allein gestellt. Das ist eigentlich gar nicht so schlimm, weil Geld und Materialnachschub sowieso keine Rolle spielen. Auch Verstärkung von anderen Leuten außer dem Team war mit Unterstützung seiner Behörde (IMF) nie ein Thema. Von daher ist die Auflösung des IMF auch nur Mittel zum Zweck, um neben dem Hauptbösewicht noch eine Störquelle einzuführen. Leider wurde dieses Stilmittel nie voll ausgereizt, denn ich liebe verworrene Handlungen oder Verfolgungsjagden mit drei oder mehr Parteien, wenn der Jäger gleichzeitig auch gejagt wird.

Insgesamt kommt Mission Impossible 5 nicht an den vierten Teil ran. Die Sequenz im Kreml und die Klettertour auf dem Burj Khalifa sind legendär und kaum noch zu toppen. Der Stund, der das ansatzweise schafft, wird leider in den ersten 5 Minuten verpulvert. Der Film fühlt sich dann auch eher nach einer Sequenz an, in der Tom Cruise von einem Stunt zum anderen hetzt. Den Teamaspekt haben die vorherigen beiden Teile besser hinbekommen. Das lässt sich vor allem daran festmachen, dass Jeremy Renners Agent Brandt in diesem Film so gut wie keine Action sieht. Jeremy Renner kann Pfeile schießen, Hexen jagen und Matt Damon ablösen, also gebt ihm verdammt nochmal eine Knarre oder setzt ihn auf ein Motorrad, anstatt ihn in politischen Diskussionen zu verheizen.

Aber bei aller Kritik, "Mission: Impossible 5 - Rogue Nation" ist sehr, sehr, sehr unterhaltsam. Das liegt zum einen an der großen Professionalität von Tom Cruise und zum anderen daran, dass sie es immer wieder schaffen, sehr interessante und dominante Bösewichte zu kreieren (bis auf den zweiten Teil). Die Mission-Impossible-Reihe bleibt frisch und kann sich auch nach 20 Jahren noch sehen lassen (bis auf den zweiten Teil).

Das einzige, was mich wirklich gestört hat, war der Soundtrack. Eine oft benutzte Sequenz erinnerte mich irgendwie zu sehr an den Soundtrack zu "Die Mumie" (Vergleiche das hier mit dem hier). Das war jetzt kein K.O-Kriterium, aber irgendwie war das eine Nick­lig­keit, die mich nicht wieder loslassen wollte.

Mission Impossible 5 ist unterhaltsames Sommerkino pur und Tom Cruise zeigt's mal wieder allen, nur habe ich das Gefühl, dass der Höhepunkt der Reihe mit dem vierten Teil erreicht wurde. Hoffentlich kommt da keine Franchise-Müdigkeit auf, denn ich glaube, dass auch wenn der vierte Teil unerreicht bleibt, dass bestimmt noch ein paar gute Filme in der Reihe drin sind. Da ich "damals" Mission Impossible 4 ganze 4,5 Sterne gegeben habe, bekommt der fünfte Teil 4 Sterne von 5.

16. Juli 2015

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So, dann reden wir mal vom neuen Terminator.

In Terminator Genisys geht's darum, was passiert, wenn Skynet sich entscheidet, nicht linear in die Zeitlinie einzugreifen und einen Terminator zurück schickt, bevor alles andere passiert. Der erste Teil spielte 1984 und jetzt wurde halt ein Terminator in die 70er Jahre geschickt, um Sarah Connor als Kind zu töten.

Der Film geht also damit los, dass der menschliche Widerstand im Jahr 2029 erstmals die Zeitmaschine entdeckt und Kyle Reese ins Jahr 1984 geschickt wird. Es spielt sich also erstmal alles so ab, wie im ersten Film, bis dann klar wird, dass sich einiges geändert hat.

Dabei macht Terminator Genisys erstmal keine Anstalten, auf die vorherigen Filme zu kacken, nämlich Terminator 3 und 4. In Terminator 3 wird etabliert, dass der Tag der Abrechnung von 1997 auf 2004 verschoben wurde. In Terminator 4 stößt Kyle Reese als junger Mann zum Widerstand. Hier, in Terminator 5 wird immer noch von 1997 als Tag der Abrechnung ausgegangen und Kyle Reese kommt als Kind zum Widerstand. Wenn man sich also vorbereitet hat, indem man die anderen Filme geschaut hat, kann man das also alles erstmal wegschmeißen.

Über Zeitreisen kann man viel diskutieren, ich liebe es mit Gedankenexperimenten die Plausibilität zu prüfen. Meistens gibt es irgendwo einen Logikfehler, aber das liegt im generellen Paradoxon von Zeitreisen. Deswegen braucht man einen Film nicht zu verreißen. Was mich aber am meisten ärgert, ist wie dumm man als Zuschauer mal wieder von Hollywood gehalten wird.

Hollywood muss davon ausgehen, dass nur noch Affen und Idioten ihre Filme schauen, denn wer würde denn sonst noch Geld bezahlen um solche Misthaufen zu sehen. Deswegen werden Dialoge nur noch geschrieben, damit sich die Charaktere mit dem Zuschauer unterhalten und nicht untereinander.

Als Kyle Reese in der Vergangenheit ankommt und es nicht so abläuft, wie er erwartet hat, sagt ihm Sarah Connor den Satz "Alles hat sich verändert!". WTF! Das ist kein Satz, den sie Kyle sagt, sondern dem Zuschauer. Um auch dem letzten Trottel im Film zu sagen, dass es wohl nicht mehr so ablaufen wird, wie in den anderen Filmen.

Aber braucht man wirklich solche Sätze, kann sich der Zuschauer das nicht selbst denken? Laut Hollywood anscheinend schon, denn später geht es weiter, als Arnie zu erklären versucht, dass es jetzt zwei parallele Zeitlinien gibt. Ich als Kyle Reese hätte erstmal Sarah Connor gefragt, wovon sie faselt. Welche Veränderung meint sie denn? Ich bin doch gerade erst angekommen. Das Konzept, dass Kyle sich jetzt an zwei Kindheiten erinnert, finde ich ziemlich dämlich und als Arnie das dann dem Zuschauer erklärt, wäre ich als Kyle schon ausgestiegen.

Nunja, sei's drum. Jedenfalls ist der Tag der Abrechnung wieder mal verschoben auf 2017 und Skynet ist jetzt eine Smartphone App. Kyle und Sarah kommen also auf die grandiose Idee mit einer Zeitmaschine in die Zukunft zu reisen. Errrrr, what?? WARUM? Schon klar, von 1984 zu 2017 sind's 33 Jahre, aber kann man nicht die 30 Jahre nutzen um zu verhindern, dass Skynet überhaupt erschaffen wird, anstelle zu einem Punkt zu reisen, an dem es nur noch 24 Stunden sind, bis das Ding aktiv wird. Warum dann auch nicht 2012 und 5 Jahre Zeit haben, um was zu machen??

Ich will gar nicht mehr darüber verlieren, es macht so viel keinen Sinn. Die Charaktere folgen keiner Logik, die Dialoge sind mies. Im Marketing haben sie auch schon verkackt, weil sie einen großen Spoiler schon in den Trailern verraten haben. Am meisten verhunzt hat der Film aber das 3D. So schlecht hab ich es noch nie erlebt. Da waren neben den üblichen Unschärfen einfach mal krasse Renderfehler deutlich zu erkennen, viele Perspektiven haben keinen Sinn gemacht und vor allem hat man in vielen Szenen deutliche künstliche Umrisse von Objekten im Hintergrund gesehen. Ich glaube, dass ist der erste Film mit deutlichen Software-Bugs. Aber auch nach Reparatur der technischen Fehler würde ich auf eine Version 2.0 dieses Haufen Mists eher verzichten, dafür haben die Drehbuchautoren Khaleesi einfach zu viel Unfug in den Mund gelegt. Armer Arnie.

Die Terminator-Serie ist an dem Punkt scheiße geworden, als John Connor im zweiten Film zu Arnie sagt, dass er keine Menschen mehr umbringen soll. Alles andere war ein Strudel, der unweigerlich zu diesem Film führen musste. Alles ist anders, aber nicht unbedingt besser. 1,5 von 5.

Hier noch der Trailer zum besten Terminator-Film:

1. April 2015

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Am Montag hatte ich das große Glück "Ex Machina" in der Sneak in Originalsprache bestaunen zu dürfen. Ich konnte völlig unverfroren an den Film gehen, weil ich auch nicht den Trailer gesehen hatte.

Ich weiß, es ist im März etwas früh über den persönlichen Film des Jahres zu sprechen, auch weil die Blockbuster-Saison u.a. mit Avengers gerade erst anfängt, aber was ich da auf der Leinwand gesehen habe, war schon großes Kino, vor allem für den Kopf. Caleb wird von Nathan eingeladen, an einer neuen künstlichen Intelligenz den Turing-Test durchzuführen und findet sich bald in einer Spirale aus Manipulation und Zweifeln wieder.

Die philosophische Implikation für eine vom Menschen geschaffene künstliche Intelligenz ist gewaltig und mit Auseinandersetzungen darüber kann man Bibliotheken füllen. Trotzdem schafft es Ex Machina ziemlich gut, in seinem Rahmen von 100 Minuten, das Thema für den Zuschauer ziemlich gut zusammenzufassen. Auch Nicht-Informatiker werden danach eine Idee von künstlicher Intelligenz bekommen.

Dabei stellt der Film genau die richtigen Fragen, ohne die Antworten auf einem Tablett zu servieren, sondern seine Zuseher zum Mitdenken zu animieren. Man kann sich in den Denkprozess der Hauptfiguren hineinversetzen, man kann sich aber auch einfach vom Film berieseln lassen. Dieser Spagat zwischen Mitdenken und Unterhaltung gelingt nicht oft und macht den Film zu einem besonderen Vergnügen.

Dabei lässt Regisseur Alex Garland alles so plausibel und einfach aussehen, als sei dieser Film gleich um die Ecke. Totalüberwachung durch Mobiltelefone und vollständige Persönlichkeitsprofile durch Suchmaschinen, ob das jetzt Horror oder schlecht ist oder nicht, gehört hat man das in der heutigen Zeit auf jeden Fall.

Neben den schauspielerischen Leistungen der Menschen (Domhall Gleeson und Oscar Isaac werden beide im neuen Star Wars zu sehen sein), sei vor allem Alicia Vikander genannt, die Ava zum Leben erweckt und die Latte für zukünftige Terminatoren ziemlich hoch setzt. Aber vor allem hat mich die Atmosphäre überzeugt, die ruhige Kameraführung, der geniale Soundtrack von Ben Salisbury und Geoff Barrow oder eben die Spezialeffekte, die Ava zum Leben erweckt haben. Die werden so subtil eingesetzt und fügen sich so gut in die Umgebung ein, dass man sie nicht als Spezialeffekte wahrnimmt. Und das ist ein ziemlich großes Lob, finde ich.

Klar gibt es auch in Ex Machina Schwächen und vor allem Wendungen, die nicht ganz überraschend kommen, trotzdem finde ich ihn in sich stimmig und alles in allem einer der filmischen Höhepunkte der letzten Zeit. 5 Sterne von 5.



20. Mai 2014

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Naja, eigentlich sollte ich nicht THX danken, sondern dem Sneak-Ansager. Dank ihm habe ich jetzt ein brandneues THX-T-Shirt. Schöne Sache, da kommen wir einmal aus unserer Komfortzone in Reihe 7 oder 8 heraus und gehen in Reihe 6 und schon wird man bemerkt.


Ist ne doppelt-schöne Sache. Irgendwo schlackert George Lucas mit den Ohren, weil's Werbung für seine Firma ist. Andererseits sehe ich dank THX vor jedem Film mein Lieblingsfilmchen, und da rede ich nicht vom drölf-millionsten Trailer für Guardians of the Galaxy, sondern um Tex, den Roboter, mit seiner Muh-Dose.



Gestern kam dann im Metropol "Cuban Fury", eine Blödel-Komödie im Tanzfilm-Look, in dem es um einen Mann (Nick Frost) geht, der nach einer traumatischen Erfahrung in seiner Jugend das Salsa-Tanzen aufgegeben hat, aber jetzt wieder damit anfängt, um seine neue Chefin für sich zu gewinnen.

Leider kam der Film in der deutschen Übersetzung und ich fürchte, dass dabei ein Teil des Humors verloren gegangen ist. Ich kann mir vorstellen, dass vor allem die Dialoge zwischen Nick Frost und "Bösewicht" Chris O'Dowd im Orginal etwas mehr hergeben. Zum Tanzen kann ich nicht viel sagen, außer dass das Dance-Off im Parkhaus ziemlich episch war. Ich hätte Chris O'Dowd durch seine Rolle in IT-Crowd nicht so einen lässigen Hüftschwung zugetraut, Respekt.

Wer sich auf die Kombination aus Komödie mit Edgar-Wright-Dynamik und Tanzfilm einlassen kann, wird bei Cuban Fury viel Spaß haben. 3,5 Sterne von 5.

13. Mai 2014

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Gestern lief "Enemy" in der Sneak im Stuttgarter Metropol-Kino, ein Film, in dem ein Geschichtsprofessor einem exakten Doppelgänger begegnet und wie er damit. Die Prämisse ist simpel und damit kann man sicher mehr als einen Film machen, aber "Enemy" ist für mich fast schon jetzt einer der besten Filme in dieser Richtung.


Der Geschichtsprofessor Adam, dessen Leben sich anscheinend aus der Wiederholung eines einzigen Tages zusammensetzt, entdeckt in einem Film seinen Doppelgänger. Ohne zu wissen, wie er damit umgehen soll, nähert er sich dieser Person langsam an, während die Realität der Welt um ihn herum sich langsam aufzulösen scheint.

Es geht um den Verlust der Individualität und des Charakters, was passiert, wenn sich die Welt um einen herum auflöst und um Spinnen. Jake Gyllenhall ist der perfekte Schauspieler, um die Unsicherheit seines Charakters auf die Leinwand zu transportieren, aber gleichzeitig seinen Doppelgänger zu verkörpern, und das ohne übertriebenes Schauspielern. Es entsteht tatsächlich eine exakte physische Kopie einer Person, die sich durch Nuancen im Wesen unterscheidet.

Leider kein Film für ein Sneak-Publikum, denn während der Film von der ersten Sekunde und von der ersten bedrohlichen Note des Soundtracks eine gewisse Stimmung auf das Publikum transportieren will, kommt diese in den ersten fünf Minuten gar nicht beim Zuschauer an, weil sie im Popcorn-Geraschel und im dämlichen Gelaber untergeht. Enemy ist anspruchsvoll genug, dass der durchschnittliche Sneak-Zuschauer abschaltet und sich mit "Hä, ich versteh's nicht" sich lieber dem Aussehen von Jake Gyllenhall zuwendet und welcher von beiden sexier ist.

Enemy spielt in einer Liga mit 12 Monkeys, Donnie Darko oder Memento. Oder auch dem deutschen Stereo, der erst vor kurzem lief. Es geht um Nuancen, Details und kleine Momente, die man erst beim zweiten oder dritten Mal bemerkt. In Stuttgart ist das leider nicht drin, da versteckt man sein Unverständnis und seine Unsicherheit eher in lautem unkontrolliertem Lachen und hofft, dass die Nachbarn genauso dämlich sind wie man selbst.

5 Sterne. Eine definitive Empfehlung. Aber dafür sich Ruhe und Zeit nehmen und in einer Stimmung sein, in der man sich auf die Schwere des Films einlassen kann. Jetzt steht mit The Double ein thematisch ähnlicher Film ganz oben auf der Liste der nächsten Filme.



Ich muss sagen, dass ich mit der Qualität der Sneak-Filme in Stuttgart in den letzten Woche sehr zufrieden bin. Bis auf den Totalausfall "Wolf Creek 2", haben die Filme immer einen sehr hohen Anspruch- oder Qualitätswert, was man vom Publikum leider nicht sagen kann. Der hirnlose Schlachter Wolf Creek 2 hat 5,5/10 und 60% Weiterempfehlung von den Stuttgarter Zuschauern bekommen, ich denke bei einem anspruchsvollen Film wie Enemy bekommt das Publikum eine schlechtere Wertung hin...

1. April 2014

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Der Deutsche Film ist tot? Oder gar langweilig, dröge oder nicht-existent?

Falsch. Denn mindestens einmal im Jahr kommt ein Hammer. Und gestern in der Metropol-Sneak in Stuttgart war es soweit. Es lief Stereo mit Jürgen Vogel und Moritz Bleibtreu.

Ohne Spoiler bleibt nicht viel von der Handlung: Jürgen Vogel lebt als Motorradschrauber auf dem Land und versucht sein Leben zu leben. Eigentlich stimmt alles, doch eines Tages beginnt er Dinge zu sehen, die eigentlich nicht da sind, wie zum Beispiel Moritz Bleibtreu. Und auf einmal wird sein Leben total umgekrempelt.

Stereo ist ein intelligenter Thriller, der mal psychotisch, mal actionreich und mal humorvoll ist. Die Darsteller sind alle genial besetetzund in Hochform, allen voran Vogel, für den ich seit gestern absoluten Respekt habe. Die Charaktere sind super ausgearbeitet, ohne dabei überspitzt zu sein. Der Bösewicht ist abgedreht, ohne überdreht zu sein. Die Interaktionen zwischen den Charakteren stimmt und die Chemie zwischen den Schauspielern passt einfach. Viele Szenen fühlen sich einfach sehr organisch und echt an.

Der Film geht immer sein eigenes Tempo, ohne mal zu schnell zu sein oder sich in der Handlung zu verlahmen. Ein großes Lob an den Regisseur Maximilian Erlenwein, der sich viel von anderen Produktionen abgeschaut hat, aber dafür auf alle gängigen Filmklischees verzichtet. So hatte er die Möglichkeit, den Film zu einem hirnlosen Actionfilm verkommen zu lassen. Das vermeidet er aber, genauso wie die Situation von Vogels Charakter ins Lächerliche zu ziehen.

Neben dem klaren roten Faden der Handlung schafft es Erlenwein aber immer wieder mit dem Zuschauer zu spielen und erlaubt sich einige Seitenhiebe auf Dialoge in deutscher Sprache. So entstehen Dialoge die sinngemäß so ablaufen:

"Ey Jungs, steht da hinter mir ein Mann?"

"Spinnst du?"

"Sagt ihr das jetzt, weil ihr mich für verrückt haltet, oder weil da wirklich ein Typ hinter mir steht und die Frage verrückt klingt?"

Aber auch damit übertreibt es der Film auf keinen Fall und er bleibt immer mit zwei Füßen auf dem Boden.

Stereo ist ein Schatz und für mich schon jetzt ein der Filme von 2014. Da wird nicht viel rankommen können. Wenn man sich darauf einlässt, hat der Film jede Emotion, die man sich von einem guten Filmabend wünscht. 5 Sterne von 5 Sternen!


Das ist aber auch irgendwie kein Zufall, dass der Film fast genau ein Jahr nach Das Leben ist nichts für Feiglinge kam.

14. März 2014

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Am Montag lief in der Sneak im Metropol "Snowpiercer". Um es vorneweg zu nehmen: Für mich jetzt schon eine absolute Weiterempfehlung und der erste Knaller von 2014. Basierend auf einem französischen Comic, der bestimmt noch 100 mal durchgeknallter ist als der Film, dreht sich der Streifen um einen Zug, der seit 17 Jahren durch eine unbewohnbare post-apokalyptische Welt fährt.

Die Bewohner des hinteren Abteils leben in Armut und werden von den vorderen Abteilen und Waggons unterdrückt. Was dort vorgeht, kann man erstmal nur erahnen, aber natürlich kommt es zur Revolte und eine kleine Gruppe arbeitet sich von Waggon zu Waggon immer weiter nach vorne vor.

Snowpiercer verarbeitet viele bekannte Motive. Wie bei einem Computerspiel geht es von Wagen zu Wagen , was oft auch an Cube ohne Fallen erinnert. Dazu gibt es viele Kampfszenen, die aber nicht so extrem dargestellt werden und viele Dialoge, die man so oder so ähnlich aus Matrix Reloaded kennt. Dabei geht es immer um Unterdrückung und die Dekadenz der Unterdrücker. Dabei setzt der Film so viele Kontrapunkte, dass man sicher beim nächsten Mal ansehen etwas Neues findet. Ein Beispiel wäre der Sushi-Waggon, den unsere Helden direkt nach einem blutigen Kampf erreichen und sie sich alle erstmal niederlassen und rohen Fisch mampfen.

Der Film macht vor allem deswegen Spaß, weil die alten Motive frisch verarbeitet werden und nicht alles wie die x-te Wiederholung von einem pseudo-philosophischen Action-Film wirken. Dazu kommt die für einen Film, den ich eher im B-Movie-Bereich sehe, grandiose Besetzung. Captain America Chris Evans erkennt man fast gar nicht, Tilda Swintons abgedrehte Dekadenz-Mutti ist absolut großartig und John Hurt muss aufpassen, dass er in seinem Alter nicht nur der weise Lehrmeister ist.

Die Emotionen und Motivation der Charaktere kamen bei mir sehr gut an und man konnte die Verzweiflung der Unterdrückten spüren. Die Dekadenz der Bewohner des vorderen Teils des Zuges und die Manipulation ihrer Kinder und deren Gedanken lässt sich nur zu leicht in die reale Welt übertragen. Dabei wird in Snowpiercer alles noch etwas überspitzt. Alles hat seinen Platz in dieser Welt, wo sogar Kämpfe unterbrochen werden, nur weil eine Tradition eingehalten werden muss.

Kurzum Snowpiercer bietet genug Handlung, um darüber nachzudenken, aber wenn man will, kann man seinen Kopf auch einfach ausschalten und genießen. Vielleicht ist es nicht so ein grandioser Film, wie ich denke. Vielleicht lag es einfach daran, dass ich vorher nichts von dem Film gehört habe und keinen Trailer gesehen habe. Aber für mich ist er tolles Juwel. 4,5 von 5.



Ich weiß nicht, ob und wann der Film regulär in die Kinos kommt, aber bei den Fantasy Filmfest Nights kommt er dieses Wochenende in Frankfurt, München und Köln und nächstes Wochenende in Nürnberg, Hamburg, Berlin und nochmals in Stuttgart.

18. Dezember 2013

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Lieber Hobbit: Smaugs Einöde,

du bist einfach nicht so klasse, vor allem wenn dieser Typ in dem Käfig rumhängt.

P.S. Kennst du Herr der Ringe?


Ernsthaft, Spoilerwarnung. Wer den Film noch nicht gesehen hat und es sich nicht verderben lassen will, der liest jetzt besser nicht weiter. Auch wem der zweite Teil vom Hobbit gefallen hat oder der sich nicht den Spaß für den dritten Teil verderben lassen will, surft jetzt lieber schnell weg.







Ich war gestern schon ziemlich angepisst vom Ende von Smaugs Einöde. Denn anstatt der Drache tot war, gab's den Antiklimax mit dem beginnenden Angriff auf Esgaroth. Lieber Peter Jackson, Cliffhanger im Fernsehen sind cool. Bei Filmen sind sie aber kacke, denn ein Film soll doch auf eigenen Beinen stehen, oder? Dabei bietet die Handlung mit dem Kampf gegen Smaug einen wunderbaren Höhepunkt.

Ich bin sowieso etwas enttäuscht, dass man die Handlung des kleinen Buches tatsächlich auf drei Filme zieht. Nachdem herauskam, dass der Hobbit eine Trilogie wird, wurde noch gesagt, dass die ersten beiden Filme das Buch sind und der dritte Film eine Brücke zum Herr der Ringe wird. Das ist wohl jetzt alles ineinander verwoben.

Ich kann die Erben von Tolkien echt verstehen, dass sie die Filme der Bücher eher kritisch betrachten. Denn während bei den Büchern Der Herr der Ringe die Fortsetzung des Hobbits ist und dessen Universum erweitert, funktionieren die Filme genau umgekehrt: Hier wird alles versucht, diese Hobbit-Trilogie unbedingt in das Filmuniversum der ersten Herr-der-Ringe-Filme zu pressen. Die Bücher sind das eigentliche Meisterwerk und die Filme nur Beiwerk, aber jeder, der jetzt an Gandalf denkt, wird da nur Ian McKellen sehen.

Dabei geht meiner Meinung einiges verloren oder wird ins falsche Licht gerückt. So hat im Film der Ring schon einen größeren Einfluss als im Buch. Ist ja auch klar, im Buch gab es diesen Einfluss nicht. Ich bin aber mit der Darstellung unzufrieden, denn Peter Jackson verwendet hier schon das Auge, eine Gestalt, die Sauron nach meinem Verständnis erst annahm, nachdem er sich nicht als Nekromant manifestieren konnte.

Ich finde es ja auch ok, dass Jackson für seine Filme eine weibliche Figur erschaffen hat, aber die Beziehung zwischen der Elbe und dem Zwerg Kili wrikte auf mich vollkommen fehl am Platz. Denn nach Tolkiens Beschreibungen hassen sich diese Völker aufs Blut und nur durch Gimlis und Legolas' Freundschaft wird eine Brücke geschlagen.

Es sind solche Kleinigkeiten, die mir dann beim Schauen durch den Kopf gehen und die Freude an den Bildern dämpfen. Und dazu noch dieses Gefühl, die Bilder schon einmal gesehen zu haben.

  • Die Reise der Zwerge entspricht der Reise der Gefährten.
  • Das Ende vom ersten Hobbit entspricht dem Ende vom ersten Herr der Ringe (Die Zwerge schauen auf Erebor, Frodo und Sam blicken auf Mordor)
  • Gandalf im Käfig ist wie Gandalf auf dem Turm
  • und und und

Tolkien verwendet in seinen Bücher bewusst diese Analogien und gleichen Motive, aber während man sich beim Lesen vorstellen kann, was man will, wird man beim Film mit den Bildern konfrontiert. Und wenn es dann Ähnlichkeiten oder wiederkehrende Kameraeinstellungen und -fahrten gibt, schalte ich dann irgendwann ab und bin dann enttäuscht von der Fantasielosigkeit der Filmmacher.

Verteilt man diese Enttäuschung auf 3 Stunden, kann da schon ein bisschen Langeweile aufkommen. Diese Kaugummitaktik ist schon schade und es ist tatsächlich Abzocke. Während man ein Werk wie die Rückkehr des Königs sehr vereinfacht hat, verkompliziert man beim Hobbit nur alles, damit die Lemminge sich auch wirklich den dritten Film anschauen. Wenn ich daran denke, dass es vom Hobbit auch Extended Versions geben soll, oh je... Dazu kommt noch das 3D, was den Leuten zusätzlich das Geld aus den Taschen zieht. Es ist zwar ganz nett, aber nach 20 Minuten hat man sich sowieso daran gewöhnt und merkt nichts mehr davon. Die HighFrameRate ist noch das interessanteste, denn sie gibt den Bildern eine ganz neue Dynamik, die man nicht so kennt.

Alles in allem bin ich schon enttäuscht. Man hätte sich eine halbe Stunde selbstgefällige Monologe von Smaug sparen können und lieber die Schlacht um Esgaroth zeigen, oder mehr von Beorn, dessen Auftritt im Film auch eher einem nervigen Pflichtprogramm gleichkam als ein wirklicher Teil der Reise der Zwerge.

Vielleicht wird ja alles besser, falls ich den Film um Weihnachten nochmals ansehen werde, oder noch schlechter. Jedenfalls war der Film kein Kino-Pflichtbesuch, wie ich es vorher vermutet hatte. en mittlerweile zweistelligen Kartenpreis darf man sich gerne sparen und wartet auf die DVD/Bluray. 2,5 Sterne von 5.

16. Dezember 2013

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Die Zeit der Jahresrückblicke ist da. Ich als als kleiner Science-Fiction-Begeisterter schaue schon sehr gern auf dieses Jahr zurück. Und ich meine hier richtige Science Fiction, mit Weltraum... und nicht irgendeinen Film, der einfach nur in der Zukunft spielt. Es ging mit Oblivion los, den ich durch seinen Blockbuster-Status gar nicht so recht als "richtigen" Sci-Fi-Film sehe. Dann Star Trek into Darkness, den ich zwar sehr genossen habe, aber in dem der Scifi-Aspekt sich den Effekten unterordnet. Zwischendurch hatte ich noch mit James Bond in Space aka Moonraker das Vergnügen, aber da kam mir eher die Wurst und Iron Sky war eher Spaß. Science Fiction muss klein und dreckig sein, also kommt wohl auch nicht Gravity in Frage...

Doch, klar... aber Gravity war nur der Anstoß, der auf mich wieder die Anziehungskraft aktiviert hat und so machte ich mich die letzten Wochen an ein paar Filme, die mich schon länger reizten. Die konnte ich natürlich immer nur allein schauen, weil sich meine Begeisterung nicht auf andere Personen in meiner Umlaufbahn übertragen lässt. Ich musste also auf den richtigen Moment warten und dann setzte ich zur Landung an. Vorher gab es dieses Jahr nur vereinzelte Einschläge von Science-Fiction-Filmen, die ich dieses Jahr das erste Mal gesehen habe: Apollo 13, Raumpatrouille Orion, Star Wars: Clone Wars und der Tag an dem die Erde stillstand (mit Neo, nicht der alte).

Aber genug mit billigen Wortspielen, her mit den "richtigen" Filmen, die auch einen wirklichen Eindruck in den letzten Wochen hinterlassen haben...

Los ging es mit Apollo 18 aus dem Jahr 2011 (Trailer), in dem es um eine Mondmission geht, die "offiziell" gar nicht stattgefunden hat. Der Film suggeriert, dass die Handlung genauso im wahren Leben passiert ist und verwendet Blair-Witch-Style nur Kameras, die an oder in den Raumschiffen oder an den Astronauten befestigt sind. Dass da etwas schiefgeht und alles nicht so ist, wie es scheint, liegt ja auf der Hand, sonst wäre die Mission ja nicht so geheim. Das ganze geht dann in so eine Art Horror-Thriller über.

Der Film ist jetzt kein Meilenstein und auch kein Muss, aber er hat schon eine große Wirkung auf mich. Das Besondere ist, dass alles nicht so weit hergeholt ist (außer natürlich, was die Astronauten da auf dem Mond finden). Aber wir waren ja auf dem Mond und dieses Gefühl, dass das alles ganz nah ist, ging mir schon ganz schön in die Knochen. Vor allem in Szenen, wo die Astronauten auf der Innenkamera schlagen und auf der Außenkamera meint man eine Bewegung im Hintergrund zu entdecken. Creepy.


Gleich danach ging es weiter mit Europa Report aus diesem Jahr (Trailer) und ich hätte nicht gedacht, dass er von der Machart sehr nah an Apollo 18 dran ist. Auch hier wird wieder mit der Found-Footage-Technik gearbeitet. Der Film wird uns wieder zum Teil aus der Perspektive von fest installierten Kameras im Raumschiff präsentiert, und zum Teil aus Videotagebüchern der Crew und Helmkameras.

In diesem Film geht's zum Jupiter-Mond Europa, der ja Wasser enthält und die Forscher dort leben vermuten. Der ganze Film wabert so vor sich hin, aber durch diese Grundstimmung der Expedition und des Neu-Entdeckens, des Nicht-Wissens was da draußen ist und der ständigen Gefahr, dass etwas schief geht, war ich sehr gebannt. Der ganze Film war eine großartig befriedigende Erfahrung, gerade für einen Samstagabend nachts um 1 Uhr, an dem man am Ende nur sich und seine Gedanken hat, mit denen man die Bilder nochmal verarbeitet.


Letzten Samstag kam dann noch The Last Days of Mars dazu (Trailer), der die letzten 19 Stunden einer Mars-Mission zeigt. Der handelt zwar auch von Leben auf anderen Planeten, geht dann aber eher in ein anderes derzeit populäres Genre über. Im Gegensatz zu den beiden anderen Filmen hat mich der hier nicht so in den Bann gezogen, trotzdem hab ich ihn sehr gern gesehen. Auch einfach, weil Liev Schreiber eine arschcoole Socke ist und einen genialen Akzent hat.


Dazwischen habe ich schon wieder ein Ende von Futurama miterleben müssen, dieses mal wohl das endgültige, und muss sagen, dass die Serie doch schon abgebaut hat. ABER, solange es pro Staffel diese 1-2 großartigen Momente gibt, wie zum Beispiel das Finale, würde sich jede weitere Staffel lohnen. So long, Futurama, and thanks for all the bite my shiny metal asses.


Tja, jetzt heißt es nach vorne schauen und da kommt man wohl um Christopher Nolan nicht herum. Hier der erste Teaser zu INTERSTELLAR. 2014 kann kommen.

10. Oktober 2013

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Ich hatte mich schon lange nicht mehr so auf einen Film gefreut, wie ich mich auf Gravity gefreut habe. Der positive Hype, die guten Kritiken, der interessante Trailer und Vergleiche mit anderen epischen Kinowerken ließen schon beim Gedanken an den Film einen Nervenkitzel in mir aufkommen. Und gestern wurde ich nicht enttäuscht.

Die Handlung von Gravity ist schnell erzählt: Katastrophe im Weltraum und Astronauten kämpfen ums Überleben. Aber im Kern ist er viel mehr. Eine Geschichte über Verlust, Tod und Wiedergeburt. Voller Symbole, aber auch spannende Unterhaltung, wenn man die Symbole nicht sieht oder ignorieren möchte. Gravity macht als Weltraumfilm alles richtig, um auch keine Weltraumfreunde in den Bann zu ziehen, nicht so wie andere gescheiterte Versuche (Ja, ich meine dich, Mission to Mars).

Ich hatte zwar nach so vielen spoilerfreien Schnipseln, die ich aufschnappen konnte, an ein modernes 2001 gedacht, aber ich habe sehr schnell festgestellt, dass so ein Film heute nicht mehr gehen würde. Sandra Bullock sagt im Film, am meisten im All liebe sie die Stille. Davon hätte man sich im Kinosaal etwas gewünscht. Aber die Aufmerksamkeitsspanne ist heute viel zu kurz. Ein schwarzes Bild mit nur Ton, das wäre gestern gar nicht gegangen. Zuviel gelaber, zu viele helle Handybildschirme und zu viel Popcorn. Filme wie 2001 sind nur noch was für's Wohnzimmer.

Gravity aber ist für das Kino gemacht. Der Bildschirm kann gar nicht groß genug sein um dieses Monstrum an Bildern und Effekten in sich zu saugen. Das 3D ist fantastisch. So fantastisch, dass man von Anfang an nicht merkt, dass der Film überhaupt in 3D ist und dass man überhaupt eine Brille auf hat. So muss 3D sein, natürlich, dem Film dienend, ohne Gimmicks oder lächerliche Effekte.

Die Extra-Dimension ist nicht nur visuell sichtbar, sondern sie ist gleichzeitig eine Metapher für den Film. Zweidimensional betrachtet haben wir hier einen spannenden Actionfilm, dreidimensional betrachtet haben wir ein tiefgreifendes Meisterwerk, dass in die Seele eines Menschen blickt.

Neben den fantastischen Bildern hat der Film noch einen grandiosen Soundtrack, der genauso wie der Film immer besser und rasanter wird. Dazu bleibt der Film in seiner Physik und der Darstellung des Weltraums nahe der Realität. Es gibt keinen Ton im Weltraum und um so beklemmender und spannender ist es, als die Welt um Sandra Bullock zusammenbricht und sie es nicht mitbekommt, weil man es nicht hört. Schauspielerisch hat sie mit dem Oscar zwar schon alles erreicht gehabt, aber ich glaube Gravity ist ihr Höhepunkt. Perfekter geht es wohl nicht, das ist ganz großes Schauspielen.

Ab hier würden dann jetzt ein paar Spoiler und Themen kommen...


Gravity hat eine deutliche Struktur: Im ersten Teil geht es um den Verlust, im zweiten Teil um Geburt. Sandra Bullock muss erst durch die Hölle gehen, um dann wiedergeboren zu werden. Der Wechsel und die Einleitung der Geburt ist so offensichtlich, dass ich es selbst den Clowns zutraue, die den ganzen Film gelabert haben. Nach all den Verlusten leitet sie ihre Wiedergeburt selbst ein, sie trennt sich vom letzten Überbleibsel ihrer Qual, dem schweren Raumanzug, um in ihrem "Geburtsanzug" in die Embryonalstellung zu fallen. Für einen Moment hält man inne, ob sie daraus je wieder erwacht, doch dann kommen die Wehen in Form der zerberstenden Raumstation und sie schwebt durch den rebellierenden Mutterleib. Also muss ein neuer Anzug her, mit Nabelschnur, und dann kommen die Qualen der Geburt. Auch die ist nicht ohne Komplikationen und wie im echten Leben gibt es für den letzten Teil keine Anleitung und sie muss improvisieren.

Als sie es vermeintlich geschafft hat, gibt es noch ein letztes Hindernis, ein letztes Zerren um zu testen, ob sie wirklich bereit in die neue Welt zu gehen, eine Welt von der sie sich im ersten Teil des Filmes losgesagt hat. Die Geburt war erfolgreich, die Reise ist komplett. Da fehlte nur noch der schwarze Monolith irgendwo im Hintergrund.


Diese Reise war es wert: 5 Sterne. 100%. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Und das, obwohl ich etwas Anderes erwartet hatte.

21. Juli 2013

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Da ich heute sowieso im Kessel war, hab ich gedacht, ich nehme noch Pacfic Rim im Gloria mit. Jetzt, 4 Stunden danach, bereue ich die Entscheidung etwas.

Versteht mich nicht falsch, ich habe das Geld für den Film gern bezahlt. Endlich mal keine Fortsetzung, kein Prequel und kein Franchise. Keine Buchadaption oder Comic-Verfilmung, sondern halbwegs was Neues. Auch wenn die Story eigentlich den Titel "Neon Genesis Evangelion - der Film" verdient hätte, hat es Guillermo del Toro geschafft, etwas Neues auf den Filmmarkt zu bringen. Die Erde wird von riesigen Monstern (Engel Kaiju) angegriffen und die Menschheit schlägt mit riesigen Robotern (EVAs Jäger) zurück. Leider bin ich vom Endprodukt maßlos enttäuscht.

Den Genickbruch stellt man schon nach 20 Minuten fest: Charaktere, so zweidimensional, dass man sich fünf 3D-Brillen übereinander anziehen könnte und immer noch keine Tiefe erkennen könnte. Stereotypen, die so fest in Hollywood verankert sind, dass man sich so weit in seinen Sitz graben möchte, bis man damit verschmilzt.

Mit der Gestaltung der Kaiju bin ich auch nicht einverstanden. Es tauchen zwar unzählige Monster auf, aber es gibt nur 3 Designs. Irgendwo im Film wird zwar mal gesagt, dass es Klone sind, aber das ist doch storymäßig total hirnrissig. Wenn ich das selbe Monster fünfmal gegen den gleichen Roboter kämpfen sehe, wird auch dem größten Transformer-Kiddie irgendwann langweilig. Hallo, Produktionsdesign, jemand zu Hause? Hier hätte man sich doch mal richtig austoben können.

Dabei kann del Toro diese beiden Punkte doch richtig gut. Bewiesen hat er beides in Pan's Labyrinth. Vielschichtige Charaktere und ein wundervolles Design. Das hätte er doch hier einfach nochmal machen müssen.

Dabei ist der Rest des Filmes so vielversprechend. Das Marketing hat mein Nerd-Herz so hoch schlagen lassen, wie sonst was. Die Trailer sahen fantastisch aus. Monsters vs. Robots ist doch mal die allerbeste Prämisse überhaupt. Mit Ellen McLain hat man GLaDOS als Computerstimme gewinnen können. Ok, sie wurde mega-grottig ins Deutsche übersetzt. Synchronasation at its best. Aber dafür gab's einen wummernden Soundtrack von Ramin Djawadi, den ich mit dem Soundtrack von Game of Thrones gerade rauf und runter höre.

Ich versteh's einfach nicht. Irgendwann wollte ich einfach nur, dass der Film vorbei ist und ich nach Hause kann. Das zieht mich voll runter. Da verspricht man sich was und am Ende kommt Nichts dabei raus. Und das Finale von Rebuild of Evangelion ist noch soweit weg...

1,5 von 5 Sternen...

:(

27. Juni 2013

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Gestern war die Vorpremiere zu World War Z im Gloria und ich war dabei.

Wenn man das Biz ein bisserl verfolgt, dann hat man schon viel über den Film gelesen und welche Probleme es beim Dreh und der Produktion gab. Vorneweg: Davon war nichts zu merken.

Der Film ist ein solider Hollywood-Streifen, der auch gerne mal vom Schema F der Traumfabrik abweicht. Ich kann eigentlich nicht viel Gutes über den Film sagen, aber wirklich auch nichts Schlechtes! Sobald man diese typischen Film-Zufälle und kleineren Ungereimtheiten akzeptiert hat, ist der Film im Kino sein Geld wert (jedenfalls in 2D!).

Geboten wurde mir eine große Portion Spannung und endlich mal wieder Weltuntergangsstimmung. Da wird nicht gekleckert, da wird geglotzt. Wenn es der Welt schlecht geht, dann aber so richtig. Sehr schön: Wenn Nebencharaktere nicht gebraucht werden, tauchen sie nicht auf.

Die Fragen, die man sich nur noch stellen muss: Mag ich klassische Zombies oder die neuen Super-Zombies, die rennen und Türme bauen. Und: Auf wieviel Blut kann ich verzichten?

Es wirkt schon merkwürdig, wie freizügig hier das Wort Zombie in den Mund genommen hat. Ich war bei jeder Erwähnung des Z-Wortes peinlich berührt, da in aktuellen Produktionen wie The Walking Dead das Z-Wort tunlichst vermieden wird.

World War Z kann man empfehlen, ob man nun auf die Apokalypse, Action, Zombies und/oder Brad Pitt steht. Ich gebe ihm solide 3,5 von 5 Sternen. Klingt nach dem Text vielleicht ein bisschen wenig, aber man hätte mindestens 2/5 des Filmes besser machen können, aber auch 3/5 davon schlechter. Und den halben extra gibt's, weil er überrascht hat.



11. April 2013

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Gestern war ich in Oblivion. Ich will gar nicht zu viel schreiben, denn es ist ein Film, den man selbst erleben sollte.

Ich verrate schon zu viel, wenn ich schreibe, dass es eine Mischung aus "Die Insel", "Moon" und "Independence Day" ist, gewürzt mit einer Prise "I am Legend" und "Wall-E". Die Ideen und die Handlung von Oblivion sind alle schon mal da gewesen, aber man hat es geschafft sie so neu zusammenzusetzen, dass etwas Neues und Gutes daraus entsteht. Selbst für mich hatte der Filme die ein oder andere Wendung, die ich nicht erwartet hatte.

Tom Cruise macht in der Zukunft und dem Science-Fiction-Setting eine gute Figur und selbst in der Zukunft sind Frauen einfach nur Frauen. Oblivion ist schon wegen seiner Optik sehenswert und auch, wenn man meint, der Trailer verrate zu viel vom Film, wird man doch überrascht sein, was er alles bietet.

Manchmal ist der Film aber definitiv zu Hollywood-mäßig und versucht auch große Emotion oder starke Bilder zu setzen, wo er doch etwas scheitert. Auch das Ende ist sehr klischeebehaftet, aber das sollte einen nicht abhalten. Der Soundtrack ist auch ein Amalgam von schon gehörtem und an manchen Stellen sehr hochtrabend. Besonders das Intro ist so sehr Inception, dass ich mich im ersten Moment gefragt habe, ob hier Hans Zimmer komponiert hat. Aber es war dann doch die Band M83, auch nicht schlecht...

4 Sterne für Oblivion und ich freue mich schon darauf, ihn bald im Heimkino wiederzusehen.



Auf jeden Fall hat man das Gefühl, dass der andere Die-Erde-ist-verlassen-Film mit Will Smith und seinem Sohn Karate Kid dagegen echt abstinken wird...

9. April 2013

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Nach der gestrigen Sneak im Stuttgarter Metropol wird wohl das Publikum nicht mehr so schnell einen deutschen Film verteufeln. Der deutsche Film ist nichts für's Sneakpublikum heißt nämlich sonst immer die Devise, wenn ich es mal in die Sneak schaffe.

So auch gestern:

Es erscheint die deutsche Produktionsfirma auf der Leinwand - Großes Gemurmel, vereinzeltes Stöhnen.
Unter den Geldgebern erscheint Arte - lautes Gestöhne, die ersten wollen gehen.

Schon traurig, was der deutsche Film für einen Ruf hat. Oder was Arte für einen Ruf hat. Wahrscheinlich hat Kultur einfach einen schlechten Ruf.


Glücklicherweise kam dann doch alles ganz anders. Denn es lief "Das Leben ist nichts für Feiglinge" mit Wotan Wilke Möhring als Markus Färber.

Markus' Frau ist in einem tragischen Unfall gestorben. Neben der Trauer muss er auch noch mit seiner stark pubertierenden Tochter klar kommen und dann bekommt auch noch seine Mutter Krebs. Mit Hilfe der Altenpflegerin Paula lernt er, dass doch noch Leben in ihm steckt.

Gleich vorneweg: Ich liebe diesen Film. Er ist ein Beispiel dafür, dass es abseits von all diesen Schweigern, Schweighöfern und wie sie alle heißen noch guten deutschen Film gibt, der eine ernsthafte Handlung in eine Hülle aus feinem Humor und Ironie stecken kann.

Der ganze Film wirkt aufgrund seiner eher unbekannten, aber sehr talentierten Schauspieler so verdammt frisch, dass man den Rest der schon tausendmal gesehenen deutschen Schauspieler gerne in die Tonne treten würde. Herr Möhring zeigt in Das Leben ist nichts für Feiglinge seine ganze Bandbreite und dabei stimmt vor allem die Chemie zu den anderen Darstellern. Es wirkt so, als hätten sie alle einen ganz besonderen Draht zueinander entwickelt.

Hier bekommt man alles: Ein tolles Ensemble, eine herzerwärmende Geschichte über Familie, einen pubertierenden Teenager, einen großartigen Soundtrack, Humor, Ernsthaftigkeit, gute Regie und vor allem gute Unterhaltung. Und vor allem etwas was man selten in solchen Filmen hat: Authentizität und Natürlichkeit. Man kann sich so gut in die Charaktere rein versetzen und ihre Gedanken und Handlungen nachvollziehen. Das alles ohne, dass sich der Film aufbläst. Ohne große Marketingkampagne. Ohne einen Hauptdarsteller, der sich über den Film stellt. Ohne Schnulzenpopsong. Ohne Schnörkel eben.

Der einzige und echte Wermutstropfen ist die Figur von Paula. Sie bleibt ohne Hintergrund und eigene Geschichte und dient eigentlich nur als Stützpfeiler für die Familie und selbst eine Entwicklung durchzumachen. Da fragt man sich dann schon, ob es für sie noch Szenen gab. Die Unterhaltung am Imbiss gegen Ende des Filmes deutet das sogar an.

Das Leben ist nichts für Feiglinge war ein richtig toller Sneak-Film, das mussten selbst die gackernden Mädels neben mir anerkennen, die wohl dem deutschen Film sowas auch nicht zugetraut hatten. Schade nur, dass Wotan Wilke Möhring angekündigt hatte, für eine Fragerunde vorbei zu kommen, aber dann wegen Krankheit absagen musste. Gute Besserung!

Der Film bekommt von mir tolle 4,5 Sterne von 5 und eine dicke Weiterempfehlung. Am besten einen großen Bogen um den Kommerz machen und sich direkt den hier anschauen.



PS: Und wer jetzt nach dem Trailer denkt, Paula kommt da an und das wird eine schmierige lahme Liebesgeschichte... NEIN.

17. Februar 2013

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Du warst einfach klasse, vor allem als dieser Typ auf dem Dach rumkletterte.

Seitdem hast du eigentlich nie enttäuscht. Bis jetzt. Was ist schief gelaufen?
Ich weiß nicht genau, aber es gibt schon ein paar Dinge an deinem fünften Teil, die ich nicht ok finde.

Es ist zum Beispiel ok unter gewissen Umständen in Tschernobyl ohne Schutzanzüge rumzulaufen.
Nicht ok ist es aber definitiv, dort aufgewirbelten Staub ohne Filter zu atmen.

Es ist ok, dort in einen Pool zu schwimmen, denn Wasser bremst die Neutronen.
Es ist aber nicht ok, seine langärmlige Jacke auszuziehen und mit dem freien Oberkörper sich im Dreck zu wälzen.

Es ist ok, neue Ideen und Charaktere einzuführen.
Es ist nicht ok, dafür nur 3 große Actionszenen zu zeigen (Verfolgungsjagd, Schießerei in Moskau, Schießerei in Tschernobyl).

Lieber Die Hard,
es ist nicht ok, zwei Versionen von einem Film zu machen: Die Kinoversion, die sich 12-Jährige anschauen dürfen und die nicht freigegebene DVD-Version. Denn man sieht im Kino genau, wo geschnitten wird, wenn John McClane gerade Blut spucken will. So eindeutige Schnitte kenne ich nur von Pro7-Filmen um 20.15 Uhr. Wieso bist du eigentlich so unblutig?

Ganz ehrlich, Stirb Langsam 5 ist der bisher schlechteste Teil der Reihe. Und warum? Weil er sich nicht auf seine Stärken besinnt: Bruce Willis tritt Ärsche. Bruce Willis kann noch Ärsche treten und ich nehm es ihm jederzeit ab, warum lässt man ihn dann nicht?

Auch wenn ein guter Tag zum Sterben durchaus seine Momente hat, kann man auf diese Momente ruhig noch ein paar Monate warten und sich den ruhig mal auf DVD mit Blut geben. 2 von 5 Sterne.

PS: Kennst du Mad Max?

14. Februar 2013

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Jetzt fehlen nur noch die letzten beiden Filme von Harry Potter. Teil 7 und Teil 8, zusammen die Heiligtümer des Todes, waren am Sonntag dran.

Den siebten Teil kannte ich schon, Teil 8 war neu. Dafür kannte ich jetzt die Hintergründe für den ersten Teil der Heiligtümer, aber groß hat sich meine damalige Meinung nicht geändert. Der Film beginnt sehr spannend und ist bis zu den Szenen im Ministerium sehr kompakt und dicht erzählt. Richtig gut gemacht.

Aber als dann die Jagd auf die Artefakte von Voldemort losgeht und es durch die Landschaft Englands geht, verliert der Film all seinen Dampf und wird schlichtweg langweilig. Richtig nervig wird es dann noch als neben der Jagd nach Voldemorts Seelenteilen noch mal drei neue Artefakte eingeführt werden, die jetzt auch noch irgendeine Rolle spielen. Und dann endet schon der Film, ohne großen Zusammenhang und man fragt sich, was das alles soll.

Vor allem die Heiligtümer werden zwar im nächsten Film wieder aufgegriffen, haben aber irgendwie doch nicht die große Bedeutung, wie man dem Zuschauer weiß machen will. Und so plätschert der zweite Film in der ersten Hälften noch so vor sich her, weil man ja immer noch auf der Suche nach den Seelenteilen ist.

In der zweiten Hälfte von Teil 8 gibt's dann endlich das Finale, den Endkampf und die Auflösung. Das ist zwar alles richtig gut gemacht, aber irgendwie hat man das Gefühl, dass sich die Reise durch die 8 Filme am Ende nicht so wirklich bezahlt gemacht hat. Irgendwie ist bei mir keine Emotion aus dem letzten Film hängen geblieben.

Das mag vor allem daran liegen, dass ich sehr verärgert bin, dass wichtige Hauptcharaktere sterben und man nicht mal den Tod zu sehen bekommt. Fast jeder Tod wird nicht gezeigt und das ist einfach nervig, wenn man auf einmal akzeptieren muss, dass einer seiner Lieblingscharaktere ins Gras gebissen hat und man ihn nicht mal dabei begleiten konnte. Als würde mir der Film eine runterhauen und sagen "Der ist jetzt tot, deal with it".

Ein anderer Tod ist der von Bellatrix, einer der schleimigsten und nervigsten Bösewichter. Das wird zwar gezeigt, aber sie stirbt so unspektakulär, dass man sich gar nicht darüber freuen kann. Man hasst diesen Charakter seit 4 Filmen und dann sowas. Da fehlt dann halt die positive Emotion dahinter.

Zudem kommen ein paar Ungereimtheiten in der Handlung dazu. Luna ist im letzten Film (angeblich) entführt, taucht aber im nächsten Film einfach in Hogwarts auf (handlungsmäßig nur wenige Stunden dazwischen), ohne dass die Sache nochmal erwähnt oder erklärt wird. Genauso frage ich mich, was Ginny in Hogwarts macht. Während ihre Eltern Krieg führen, schicken sie doch ihre Tochter nicht wissentlich auf eine Schule, die vom Feind kontrolliert wird. Unlogisch.

Es wird zudem erklärt, dass der Monster-Uber-Zauberstab immer demjenigen gehorcht, der den letzten Besitzer des Stabes getötet hat. Das wird im letzten Film umgewandelt in ein "besiegt", also entwaffnet. Also ändert der mächtigste Zauberstab überhaupt seine Loyalität zu demjenigen, der dem Vorbesitzer den Stab aus der Hand schlägt. Laaaaaahm.

Das beweist eigentlich nur die Theorie, dass die Reise meistens besser ist als das Ziel. Dafür, dass man sich durch 8 Filme kämpft, ist der Höhepunkt und damit der Lohn der ganzen Sache eher klein. Man kann nicht sagen, dass der Kampf um Hogwarts nicht episch sei, aber am Ende bleibt nicht viel davon übrig. Das soll der Höhepunkt der Serie sein? Nein, der Höhepunkt sind diese kleinen Momente aus Teil 5 und 6, die einem das Gefühl geben Teil der Familie zu sein.

Ich will das jetzt nicht so sehr schlecht reden. Es waren viele Höhepunkte dabei, z.B. Badass Neville, aber da blieb halt nicht viel hängen. Und so endet die Harry-Potter-Filmserie, nicht schlecht, aber dennoch mit einem Gefühl "War das alles?". Das Ende "19 Jahre später" hätte man sich zudem auch ganz sparen können... naja...

Ich frage mich halt: Wenn man es schafft das längste Potter-Buch in den fast kürzesten Potter-Film zu komprimieren, warum hat man das in diesem Fall nicht geschafft? Vor allem war der zweite Teil so dermaßen kurz und der sollte eigentlich der Hochpunkt sein. Jetzt hat man wohl das Buch wieder ziemlich orginalgetreu umgesetzt und da sind wir wieder bei Teil 1 und 2, die ja nicht so prall waren. Klar, man muss die Geldkuh melken, auf Kosten der Handlung. Und mit viel Langeweile in einem Film, in dem man nur auf den großen Knall wartet. Höchst überflüssig: Ron's Eifersucht, aber whatever...

Zumindest gab's nochmal in Film 7 zwei Ronfaces und in Film 8 eins. Das Besondere am Ronface in Teil 7: Das macht der erwachsene Schauspieler, der Ron spielt, als sie sich in die Minsteriumsmitarbeiter verwandeln. Das nenne ich gutes Schauspielern, wenn man solche kleinen Details kopiert. Respekt. Die erwachsenen Schauspieler waren für alle 3 richtig gut gewählt und sie machen ihre Sache wirklich toll.

Gemischte Gefühle für den letzten Tag Harry Potter: Teil 7 bekommt 1,5 Sterne und Teil 8 3,5 Sterne von 5.

Und dann war's vorbei.. ein Fazit werd ich sicherlich noch ziehen, aber vielleicht lass ich das noch eine Woche sacken.

13. Februar 2013

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Am Samstag war definitiv der beste Harry-Potter-Tag für mich. Mit dem Orden des Phönix und dem Halbblutprinz standen Teil 5 und Teil 6 der Filmserie an und das waren für mich definitiv zwei der besten Potter-Filme.

David Yates übernahm die Regie der Filme und setzte das auch für die letzten beiden Filme fort. Damit gewannen die Filme die nötige Konsistenz, aber auch einige Designs änderten sich. Das Design der Dementoren ist leider nicht nicht mehr so cool wie im dritten Teil, aber alles in allem war Yates die richtige Wahl, denn er hat das seltene Talent eine Atmosphäre zu schaffen, welches er in den weiteren Filmen extensiv nutzt.

Harry lernt den Orden des Phönix kennen, ein Zusammenschluss um Voldemort zu bekämpfen und muss sich in der Schule mit einer neuen Lehrerin auseinandersetzen, die den Schülern das Leben zur Hölle macht. Dabei übernimmt er immer mehr selbst die Verantwortung für sein Handeln.

Die Atmosphäre zu Beginn hat eine der besten und gänsehautartigsten Stimmungen, die ein Film haben kann. Das ist der Lohn dafür, sich durch Teil 4 zu quälen. Ich kann zum Orden des Phönix gar nicht mehr sagen, denn ich habe mir keine weiteren Notizen gemacht. Das spricht dafür, dass mir der Film sehr gefallen hat. Nicht mal ein Ron-Face gab es. Auch in den folgenden Filmen fehlt das fast vollständig. Ich kann mir vorstellen, dass Yates auch damit was zu tun hat.

Der Halbblutprinz knüpft daran nahtlos an. Zum ersten Mal hat man das Gefühl, dass alle Beteiligten den Stoff der Bücher durchbrochen haben und sich gut genug kennen, um endlich mal Spaß an der ganzen Sache haben. In Harry Potter 6 gibt es endlich die nötige Selbstironie und die Seitenhiebe, die bisher gefehlt haben. Endlich hat jemand der Filmserie den Besenstiel aus dem Arsch gezogen. Selbst Snape bleibt davon nicht verschont und avanciert auch mit dem offenen Ende zum coolsten Charakter hinter Neville.

Trotzdem hab ich zum 6. Teil ein paar Anmerkungen:
  • Dumbledores Rekrutierung von Tom Riddle erinnert sehr an Professor X aus X-Men.
  • Natürlich gibt's wieder ein Quidditch-Spiel, was Harry natürlich gewinnt (verliert er überhaupt mal?)
  • Gegen Ende zieht sich der Film doch etwas.
  • Die Offenbarung von Snape als Halbblutprinz hat keinen Einfluss. Letztendlich hätte jeder der Prinz sein können und es wäre egal gewesen. Wenn der Name schon im Filmtitel ist, hätte ich mir irgendwie mehr Bedeutung gewünscht. Jetzt ist Snape halt der Halbblutprinz, und weiter?? Das wird in den nächsten Filmen auch nicht mehr aufgegriffen.
Irgendwie wurde mir beim Zuschauen am Ende auch nicht ganz klar, was da mit Dumbledore, seinem Arm, dem Ring und vorallem dem Wasser, was er da anscheinend süffeln muss, alles passiert. Da fehlten mir die eindeutigen Erklärungen oder Zusammenhänge. Da hatte ich das erste Mal das Gefühl, dass Yates das Buch so sehr komprimiert hat, dass da eine Handlung nicht ganz sauber auf den Film übertragen wurde. Aber ohne das Buch zu kennen ist das natürlich schwer zu beurteilen.

Trotzdem waren die Filme sehr angenehm und ich war bis dahin positiv überrascht, wie sehr die ganze Potterserie sich entwickelt und welche Qualität die Handlung und die Filme entwickeln. Der Orden des Phönix bekommt von mir in diesem Marathon 4,5 Sterne und der Halbblutprinz 3,5 Sterne von 5.

Jetzt fehlte nur noch das Finale...

11. Februar 2013

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Am Freitag standen mit dem Gefangenen von Askaban und dem Feuerkelch Teil 3 und Teil 4 der Harry-Potter-Filme an. Ohne groß drum herum zu reden: Es war der bisher beste und der bisher schlechteste Teil dabei. In der Reihenfolge.

Mit dem dritten Film verlässt die Serie nämlich schlagartig die Kategorie "Kinderfilm" und viele wichtige und vor allem interessante Elemente werden eingeführt. Mit Remus Lupin und Sirius Black tauchen zwei ziemlich coole Charaktere auf, die viel Licht auf in Vergangenheit und Hintergrund-Geschichte bringen und zudem Snape's Rolle neu definieren. Die Szene, in der Remus, Sirius und Snape aufeinander treffen, halte ich für eine der wichtigsten Szenen der ganzen Filmserie.

Es gibt beim "Gefangenen" wieder viele Parallelen zum Herr der Ringe: Der neue Dumbledore kommt eher an Gandalf heran, Dementoren ähneln den Ringgeistern, Hippogreife erinnern an die Adler und ein angreifender Baum könnte glatt aus dem Alten Wald nahe dem Auenland kommen. Dafür zaubert Harry direkt in den ersten Sekunden des Filmes und ab jetzt brauche ich darauf wohl nicht mehr achten, den gezaubert wird ab jetzt genug. Snape verteilt noch einmal 5 Minuspunkte an Gryffindor und dann verschwinden diese Punkte ins Niemansland.

Obwohl im Film nicht sehr viel passiert, ist die ganze Handlung kompakter, spannender und vor allem cineastischer. Dankenswerterweise ist dieser Film auch "nur" 2 Stunden lang. Das hat man wohl dem neuen Regisseur Alfonso Cuarón zu verdanken, der nach Harry Potter mit Children of Men ein Meisterwerk vollbracht hat. Ich hoffe ihm hat man auch das Design der Dementoren und der Karte von Hogwarts zu verdanken. Das ist richtig gut gelungen.

Ich mag ja normalerweise Zeitreise-Filme, aber gerade zu Harry Potter passt es irgendwie nicht, gerade wenn man bedenkt, dass sie dieses Medallion eigentlich ständig in den nächsten Filmen anwenden könnten, es aber nicht tun. Stimmungsvoll war aber das ständige Ticken im Hintergrund bei der Zeitreise, dass auch beim Zuschauer für den nötigen Druck gesorgt hat.

Alles in allem ist Teil 3 ein sehr gelungener Film, der mir das erste Mal so richtig vermittelt hat, dass die Welt von Harry Potter ein eigenes Universum ist. Es gab natürlich auch wieder viele Ron-Gesichter oder "Ron-faces": Mindestens 8 mal hat es Rupert Grint geschafft mir den Eindruck zu geben, in die Hose zu machen. 4 Sterne für Teil 3, den Gefangenen von Askaban.

In Teil 4 steht der namensgebende Feuerkelch und das trimagische Turnier im Vordergrund. Vorneweg: Dieses Turnier ergibt keinen Sinn, hat keinen Einfluss auf die Handlung und ist auch noch stinklangweilig. Ist ja auch logisch: Harry ist nie in Gefahr. Klar, am Ende dient der Preis des Turniers als Möglichkeit für Voldemort aufzuerstehen und sein erster richtiger Auftritt ist zudem noch richtig cool, aber das sind halt nur die letzten 15 Minuten. Mehr braucht der Film eigentlich nicht. Bei 2,5 Stunden Laufzeit hätte ich mir ein bisschen mehr erwartet.

Selbst die Hauptcharaktere haben kaum eine Möglichkeit zu glänzen. Harry und Hermine gehen in der Handlung unter, diese ganze Pubertätsgeschichte passt da irgendwie (noch?) nicht ganz rein. Ron hat überhaupt nichts zu tun, als sein Gesicht zu ziehen. Dabei entwickelt er für diesen Film Variationen:
  • Classic Ron-face: 4 mal
  • Ron ist angepisst: 7 mal
  • Ron ist verliebt: 3 mal
Die besten Szenen im Film bleiben Ginny Weasley und Neville Longbottom, der coolsten Socke überhaupt. Gerettet wird das noch vom zehnten Doktor, David Tennant.

Referenzen auf den Herrn der Ringe gab es auch wieder: Der Brunnen von Dumbledore könnte auch bei Galadriel im Wohnzimmer stehen. Die Ansprache "Wähle zwischen dem richtigen und dem leichten Weg" hatte dann noch was von Yoda, als er die dunkle Seite der Macht erklärt.

Ansonsten hat der Film mir leider nicht viel geboten außer einem wirklich miesen Popsong im Abspann und einigen Fragen. Wie zum Beispiel, warum Harry nicht seine Karte aus dem letzten Film benutzt, aber naja.

Das ähnelt jetzt sehr meinem damaligen Review von 2009. Nur damals war ich gnädiger. Jetzt bekommt der Feuerkelch nur noch 1 Stern von 5.

Und schon war die Hälfte der Potter-Filme rum...