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4. Februar 2011

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Twilight: The Musical, das wäre es doch... NICHT. Denn zum einen ist die Geschichte von Twilight nicht wirklich toll und zum anderen sind die Vampire von Twilight auch keine echten Vampire. UND: Wer will Edward, Bella, Jacob und Co. denn auch noch singen hören?? Ich nicht.

Zumal: Es gibt schon ein Musical mit Vampiren. Ein gutes sogar. Tanz der Vampire heißt es und läuft zur Zeit in Stuttgart im Palladium-Theater im SI-Zentrum. Letzten Samstag wurde es dann nochmal kurz Weihnachten, als ich mit meiner Freundin ihr Weihnachtsgeschenk einlöste und eine Vorstellung besuchte. Ich wusste vorher sehr wenig über das Musical, nur dass es nach einiger Abwesenheit wegen großer Beliebtheit wieder nach Stuttgart zurückkehrte und dass die in den letzten Monaten ziemlich aggresiv mit Twilight-artiger Werbung zugekleistert war.

Zur Veranschaulichung: Tanz der Vampire (links) versus Jacob und Bella versus Edward und Bella (Quelle: Internet)

Hat das Musical eigentlich gar nicht nötig, aber nach dem Hype um glitzernde Emos ist das durchaus nachvollziehbar. Dabei kann man die Geschichte um den Graf von Krolock gar nicht mit Twilight vergleichen. Hier sind die Vampire auch wirklich nachts aktiv, saugen Blut, glitzern nicht und mögen keinen Knoblauch. Der Graf verguckt sich zwar auch in ein Mädel, Sarah, verfolgt aber das Ziel ihr Blut zu kosten und sie am Ende zum Vampir zu machen. Da gibt es keine schnulzige Liebesgeschichte, Sarah läuft blind in ihr Verderben und ihr junger Retter läuft gleich hinterher.

Nach jedem Musical bin ich auf's Neue überrascht, wie simpel diese Musical-Geschichten doch sind. Da geht's nicht um die Story sondern um die Lieder. Die waren alle meist an bekannten Popsongs angelehnt. Fand ich etwas schade, denn Eigenkompositionen machen aus so etwas immer etwas Besonderes. Da hat man nicht so das Gefühl, dass die Autoren unbedingt eine Handlung um die Songs stricken müssen. Besonders das Hauptthema "Totale Finsternis" kam immer wieder vor und das basiert auf Bonnie Tylers "Total Eclipse of the Heart".



Das Ende jedenfalls kam für mich ziemlich überraschend und als ich dann weiter nachgeforschte kam dann auch raus, dass es tatsächlich auch einen Film mit dem Namen Tanz der Vampire von Roman Polanski gibt. Uh. Doch kein Orginal. Nunja.

Aber war's denn eigentlich gut? Ja, das war es. Meiner Freundin hat es gefallen, mir hat es gefallen, nur die Texte waren stellenweise ziemlich schwer zu verstehen. Aber insgesamt macht das Musical schon Spaß. Wer dafür ein wenig Interesse hat, sollte sich Tanz der Vampire definitiv anschauen, aber vielleicht nicht zu den stattlichen Stuttgart-Preisen.

Links: Homepage | Wikipedia

31. Mai 2010

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Ich weiß nicht mehr wie genau wir gestern auf "König der Liebe" gekommen sind, aber es war schon passend, als wir da vor der flimmernden Leinwand im Cinemaxx saßen. Robin Hood war angesagt. Oder der Mann, der das Kamasutra auswendig kennt. Manchmal fehlte echt nur noch das Getreidefeld. Oder auch Gladiator. Das Maxx im SI-Zentrum an sich ist wie immer noch ein riesen Ripoff. Sieben bis 9 Euro für den Film und trotzdem noch 40 Minuten Werbung vorher (also wirklich Werbung, keine Trailer). Wozu? Dann lieber im Fernsehen...

Die Handlung spielt quasi vor der "bekannten" Story. Der gute Robin kommt zurück nach England von einem Kreuzzug und gerät nach Nottingham, wo er die Position eines gefallenen Ritters einnimmt. Derweil greifen die Franzosen England an. Unter dem Versprechen nach besseren Gesetzen vereint der König das Volk, bekämpft die Franzosen und bricht sein Versprechen und der Film endet quasi, wie Robin und seine Freunde in den Wald müssen.

Was habe ich geflucht und meine Fäuste geballt. "Geh' endlich in den Wald!!", wollte ich ihm zuschreien, aber als dann die sinnlose Pause vom Kino kam und er gerade mal in England angekommen war, war klar, der zieht heute keine Strumpfhosen mehr an. Auch schießt er in England nicht einmal mit dem Bogen, außer am Ende den Endboss zu erledigen, der mich aufgrund seines Kopfes an die Mumie erinnert hat.

Der ganze Film war sowieso voller Erinnerungen und Erwartungen. Russell Crowe und Gladiator hatte ich ja schon erwähnt. Cate Blanchett rief ich immer zu sie solle nach Lothlorien gehen und als sie ihren Vater verbrennen musste, summte ich May it Be, während er Mittelerde verließ. Bei ihrer ersten Szene wurde klar, dass heute wirklich der König der Liebe am Werk sein sollte. Ansonsten hatte ich immer das Gefühl, dass Kevin Costner oder Sean Connery hinter der nächsten Ecke lauern und nur darauf warten, endlich für ein bisschen Action zu sorgen. Denn obwohl der Film gut gemacht und interessant erzählt war, mangelnde es ihm doch etwas an Knallbumm. Das wurde gegen Ende besser.

Richtig cool und fast ein bisschen mystisch fand ich dann die Kids im Wald, zu denen sich Strumpfhose am Ende gesellt und die vorher in bester Hollywoodmanier zum Endkampf stürmten und den Tag retteten. Und obwohl Frankreich nie wirklich England überfallen hatte, so waren diese Szenen am Strand doch bitter nötig um uns allen klarzumachen, dass "Der Soldat James Ryan" schöne Landschaftsbilder aus der Normandie hatte. Die wurden nämlich fast 1:1 kopieren, außer dass es sich um Holzgeschosse handelte.

Dafür gab es an der Küste aber ein wunderbares Luftbild, was beide Armeen zeigte. Das war schon beeindruckend, danke Ridley Scott. Die Musik fand ich auch ganz toll, nur dass ich das Leitmotiv nach 2mal spielen mitsummen konnte. Am Ende fand ich Robin Hood eigentlich ganz gelungen und guckbar, nur dass ich mich während der Credits noch fragte, wo eigentlich Morgan Freeman war. Naja, dafür gab's Keamy von Lost als Little John.

Ich gebe Robin Hood 3 Sterne, aber nicht weil ich ihn schlecht finde (3 ist immerhin noch 60%), sondern weil ich ihn schon für ansehenswert halte, aber nur einmal, und nicht unbedingt im Kino.

Jedenfalls hat er schon Lust auf die anderen Robin-Hood-Filme gemacht... auch auf meine Lieblingsversion...



Das Programm für nächste(s) Woche(nende) steht fest...

6. März 2010

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Flexo blieb über das Wochenende. So oft sehe ich meinen Mitbewohner nicht, dass man nicht irgendwas unternehmen sollte. Als eingefleischter Dortmund-Fan war das Bundesligaspiel der Borussia natürlich Pflicht für ihn und da es erst um 18.30 Uhr angepfiffen wurde, verbanden wir das Nützliche mit dem Praktischen und machten mal wieder einen Ausflug ins SI-Zentrum. Erst großes Kino auf dem Rasen, dann großes Kino im Cinemaxx.

"The Book of Eli" war angesagt. Schließlich sah der Trailer nach ordentlich Kick-Ass aus und laut Flexo ist Denzel Washington, der den namensgebenden Hauptcharakter spielt, ein Garant für gute Filme. Mir viel auf Anhieb auch kein schlechter Film mit dem guten, alten Denzel ein, um Flexo contra geben zu können. Nach dem Film sollte er seine Meinung allerdings revidieren, ich andererseits konnte danach nur zustimmen.

Das Buch von Eli ist ein Buch von unschätzbarem Wert für die Menschheit, die nach dem Krieg vor 30 Jahren stark dezimiert und zurück zur Überlebensgesellschaft getrieben wurde. Nach nur wenigen Szenen ist klar, um welches Buch es sich da handelt, aber die Menschen können in dieser wunderschönen post-apokalyptischen Welt nichts anfangen. Viele sind ungebildet, degeneriert oder sind durch ihren Konsum von Menschenfleisch so labil und zittrig geworden, dass es ihnen egal ist.

Eli ist auf dem Weg nach Westen, wo er das Buch hinbringen will. Gary Oldman, dessen Charakternamen ich schon wieder vergessen habe, will das Buch und seine Macht für sich nutzen und so ergibt sich genug Konfliktpotential.

Ich mag religiösen Subkontext, wenn er in Filmen nicht um der Relgionen Willen benutzt wird, sondern um starke Metaphern und kraftvolle Bilder zu erschaffen. "The Book of Eli" ist hier eine Gradwanderung. Zum einen gibt es wunderschöne Bilder in dieser verwüsteten Welt (grandios in Szene gesetzt, wirklich) und wunderschöne Metaphern, auf der anderen Seite kam es mir an der ein oder anderen Stelle schon wie ein großer Werbespot vor. Das ging soweit, dass ich Denzel Washington für Jesus himself gehalten hab, auch weil die Handlung diese Interpretation einfach zuließ (Ja, komplett mit Wundern, Stimmen aus dem Nichts, Wiedergeburt).

Ganz am Ende gibt es noch eine Überraschung mit großem Twist, an dessen Offenbarung man sich sofort wünscht den ganzen Film mit dem jetzigen Wissensstand nochmal zu schauen. Andere wiederum werden sich einfach am Kopf kratzen und "ORLY?" fragen. Das Ende hat mich jedenfalls nicht vom Hocker gehauen und dafür muss ich schon einen ganzen halben Stern abziehen.

Denzel Washington ist ganz in seinem Element und es macht einfach Spaß ihm zuzuschauen. Er ist schon ein guter Schauspieler. Überrascht hat mich allerdings Mila Kunis, Denzels Sidekick. Nach ihrem Desaster in Max Payne hatte ich sie schon aufgegeben, aber hier zeigt sie, dass sie doch eine gute Schauspielerin ist, läuft dem guten Herrn Washington manchmal sogar den Rang ab und macht Lust auf mehr.

Bei apokalyptischen Zukunftsszenarien ist mir die Atmosphäre ganz wichtig, und die hat hier einfach gepasst. Die Kamerawinkel und -führung hatte einen Mix aus Mad Max und Bad Boys und manche Bilder und Einstellungen waren einfach atemberaubend und brachten einem diese Welt ganz nah. Die Nahkämpfe waren großartig choreographiert und stilisiert. Keine Shaky-Cam und keine tausend Schnitte in 1 Sekunde. Wenn Denzel die Messer wetzt, dann fliegen hier und da schonmal ein paar Arme oder Köpfe, aber hier steht die Choreographie im Vordergrund und nicht die Gewalt oder Brutalität. So machen Kämpfe Spaß. Die Welt von Eli erinnerte mich auch sehr an das gulte alte Dos-Spiel "Burntime".

Nun, die Message von "The Book of Eli" macht schon Sinn. Auf der einen Seite gibt ein Buch, eine Botschaft dem Prediger die Macht über Menschen, auf der anderen Seite muss ein solch kultureller Schatz der Menschheit erhalten bleiben. Und wenn die Welt mal den Bach runtergeht, dann sind Bücher unser höchstes Gut. Was mach ich denn mit meinem iPod, wenn es keinen Strom mehr gibt? Mein Buch kann ich immer lesen. Das macht auch für mich als Atheist Sinn und deshalb fand ich den religiösen Unterton nicht schlimm.

Hier und da war es ein wenig zu viel Werbung für unser aller Freund, aber das ist Hollywood. Ich wünschte, wenn sie sich schon zum Verbreiter des Wortes erheben könnten sie auch mal Mut haben, eine Vergewaltigung stattfinden zu lassen, statt die Übeltäter vorher abzuschnetzeln, aber das ist meine Meinung. Hollywood ist ja auch, wenn die Hauptcharaktere makelose Zähne und Körper haben und die Extras alle degeneriert sind.

"The Book of Eli" ist durchaus sein Geld wert: Religiöser Subkontext, postapokalyptische Welt, arschtretender Denzel Washington, grandiose Mila Kunis, Twist am Ende, tolle Bilder, Atmosphäre, schöne Anspielungen auf Vorbilder wie "A Boy and his Dog" oder "Mad Max". Gerne mehr von sowas. Flexo mag nicht meiner Meinung sein, aber egal (sooft sehe ich ihn ja nicht).

4 von 5 Sterne.

Links:
Wiki | IMDB | Trailer

31. Januar 2010

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Da geht man an einem Samstag um 23 Uhr ins Kino, um einfach nur abzuschalten und was ist die zweite Werbung die man sieht?? Not und Elend in der Welt, hungernde Menschen und Leichen. Muss das denn sein? Wird man nicht täglich genug mit schlimmen Eindrücken konfrontiert, dass man nicht mal im Kino in Ruhe gelassen wird? Manchmal frage ich mich, ob es Leute auf der Welt gibt, die nicht wollen, dass es einem gut geht und die einem mit immer mehr Elend konfrontiert.

Grr. Ist aber vielleicht auch nur im Cinemaxx im SI-Zentrum so. Ein weiterer Nachteil wenn man samstags um 23 Uhr ins Kino geht ist, dass es dann schon viele angeheiterte junge Leute gibt, die zur Not das Kino unterhalten, wenn der Film nicht so toll ist.

Sherlock Holmes ist irgendwie kein typischer Guy-Ritchie-Film: Zuviele Stars, zuviel Blockbuster-Potential. Dennoch lässt sich seine Note hier und da erkennen. Im Vorfeld wurde der Film oft mit anderen modernen Blockbustern wie Fluch der Karibik oder auch die Mummy verglichen: Eine gute Portion Action gemischt mit einer Prise Humor... nur vor einem victorianischen Hintergrund. Naja, er war dann doch anders. Sehr cool waren immer wieder kleine Rückblenden, wie Holmes seine Schlüsse gezogen hat oder seinen nächsten Zug vorbereitet. Der Soundtrack von Hans Zimmer hat mir auch ziemlich gut gefallen.

Die Story beginnt damit, dass Holmes und Watson ihren letzten gemeinsamen Fall abschließen und getrennte Wege gehen wollen. Da der Fall aber tiefer geht, als eigentlich erwartet, sind sie gezwungen immer wieder zusammenzuarbein, was ihre Freundschaft auf eine ziemliche Probe stellt. Dabei wird klar, dass Holmes Watson mehr braucht als umgekehrt. Ein zentrales Thema ist der Konflikt zwischen Wissenschaft und Übernatürlichem, was mir ziemlich gut gefallen hat. Auch wenn die Auflösung letztendlich dann etwas enttäuschend war.

Und er war definitiv nicht der Sherlock Holmes, den man kennt. Keine sich über alles erhebende Arroganz, kein hässlicher Hut und vor allem kein arschkriechender Watson. Die Chemie zwischen Robert Downey Jr. (Holmes) und Jude Law (Watson) haben einfach eine tolle Chemie, die sich auch auf die Leinwand überträgt. Sie sind ebenbürtige Partner, was dem ganzen Film einfach eine bessere Dynamik, als die Sherlock-Holmes-Geschichten, die ich teilweise kenne.

Kleinere Mankos gabs aber auch. Ich mag gute Mysterien und Rätsel in einem Film... Aber richtig Spaß machen die halt nur, wenn man die Chance hat mitzuraten. Bei Sherlock Holmes gibt es zwar genug Rätsel, allerdings hat der Zuschauer nie die Möglichkeit mitzuraten, weil wichtige Details einfach fehlen oder manche Schlüsse eher an den Haaren herbeigezogen sind. Wie auch oft bei anderen Holmes-Geschichten, erschafft sich der Detektiv seine eigenen Fakten aus seinen Theorien. Die sich am Ende immer bewahrheiten. Meh. Nächstes Mal bitte etwas, wo man die Chance hat mitzufiebern, nicht wo man nur drauf wartet, dass sich alles in Wohlgefallen auflöst.

Das zweite Manko hatte ich zuletzt auch bei Push bemängelt. Der Film ist zwischendurch ziemlich darauf fixiert, eine Fortsetzung vorzubereiten, dass er die eigentliche Handlung zurückstellt. Es ist nicht ganz so schlimm, doch am Ende ziemlich offensichtlich. Blödes Hollywood, blöde Geldmelkmaschine. Ich will wieder mehr Handlung und Unterhaltung. Dann gehe ich auch ganz automatisch in die Fortsetzung, ohne dass sie vom ersten Film schon vorbereitet wurde.

Ansonsten war der Film sehr unterhaltsam, bietet Spaß und Rätsel und ein cooles Leinwand-Duo Downey/Law. Da freut man sich schon auf mehr.

3,5 von 5 Sternen.

Vor dem Film kam auch noch ein sehr cooler Trailer, wie ich finde. Sehr atmosphärisch und stimmungsvoll. Konferenz der Tiere. Wäre nicht dieser Sid/Hammy-Verschnitt noch am Ende aufgetaucht, hätte der Film durchaus mein Interesse geweckt. So bin ich aber etwas gelassener.

2. August 2009

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Jedes Mal, wenn ich Sonntagabend ins Cinemaxx im SI-Zentrum gehe, bin ich überrascht, wieviele Leute doch tatsächlich sonntag abends ins Kino gehen. Zwischen 7 und 8 ist da fast kein Durchkommen, weder an den Kassen noch bei den Fressständen. Mein Mitbewohner schlug vor, "Hangover" anzuschauen und durch geschicktes Manövrieren an den Kassenschlangen bekamen wir sogar noch einen passablen Platz in der "Loge". Das Einzige, was die Logenplätze von den normalen Plätzen in diesem Kino unterschieden hat, war ein glitzernder Aufnäher "Loge". Ich fand es so ironisch cool, dass ich sie glatt abreißen und mitnehmen wollte.

"Hangover" dreht sich um den Junggesellenabschied in Las Vegas. Nach einer verrückten Nacht erwachen 3 Freunde ohne Erinnerung und ohne den Bräutigam. Um es rechtzeitig zur Hochzeit zu schaffen, müssen die Freunde die Nacht rekonstruieren und schlittern so von einer urkomischen Situation zur nächsten.

Bei Filmen wie Hangover ist alles drin. Die Filmmacher haben die totale Freiheit. Nach einer Nacht ohne Erinnerung kann man wirklich alles machen, da man nichts erklären muss sondern nur auf den Effekt und die Reaktion der Charaktere in der Situation abspielt. In diesem Film hat man ein Baby, ein Polizeiauto, eine Hochzeit (ist ja klar in Vegas), ein Tiger, einen nackten Asiaten, Mike Tyson und und und... Im Grunde könnte man noch 20 Filme machen, jedes Mal mit anderen witzigen Situationen, aber Hangover ist irgendwie der erste. Als eine der vielen modernen Hollywoodkomödien, eine Mischung aus "Ey Mann, wo ist mein Auto", "Old School" und "Wedding Crasher", besitzt Hangover leider nicht sehr viel Tiefgang und kaum Charakterentwicklung. Dennoch ist er auf jeden Fall einen Blick wert mit vielen Lachern von Anfang bis Ende und witzigen Szenen.

Was diesem Film besonders hilft ist Heather Graham und ihr Charakter. Zwar bietet Hangover nicht viel weibliche Charaktere, auch deren Entwicklung bleibt auf der Strecke, und der Humor ist für einen Kinobesuch mit der Freundin manchmal grenzwertig, aber alle Szenen mit ihr sind eine Wohltat für diesen Film. Zum einen ist sie natürlich eine Augenweide, zum anderen bringt sie Balance in das Chaos und sorgt während ihrer kurzen Auftritte für eine angenehme Ruhe. Eine Ruhe, die vielen anderen Komödien manchmal einfach fehlt.

Der Film baut am Anfang den Spannungsbogen sehr gut auf. Viele Filme starten mittlerweile mitten im Geschehen, aber Hangover beginnt klassisch ganz am Anfang, stellt alle Charaktere vor und die Situation, in der sie sich befinden. Es wird dem Zuschauer die Zeit gelassen, sich mit den Charakteren vertraut zu machen und zu identifizieren, bevor er sie in den Mixer wirft und Hühner im Hotelzimmer rumrennen lässt. Dadurch entsteht der Handlungsrahmen ganz von allen und fühlt sich natürlich und ungezwungen an. Dadurch wirken auch die verrückten Situationen nach dem verkaterten Trip nicht so aufgesetzt und deshalb umso lustiger. Das ist ein sehr geschickter Schachzug der Filmemacher und hat perfekt zu Hangover gepasst.

Wo der Film bei mir genau ins Schwarze getroffen hat, ist an den Stellen, wo den Freunden bewusst wird, was sie eigentlich getan haben und sich Fragen, ob sie das wirklich tun würden. Bei manchen Dingen kam mir der Gedanke, dass ich in völliger Betrunkenheit wahrscheinlich genau das Selbe in den Situationen getan hätte. Das ist doch eigentlich das großartige am Vollrausch, dass man Dinge tut, die man schon immer machen wollte. Genauso müssen sich die Autoren des Filmes gefühlt haben und genauso werden sie sich wohl fühlen, wenn sie die Fortsetzung schreiben, denn die scheint schon beschlossene Sache. Man darf gespannt sein, ob mit neuen oder den selben Charakteren. Die Formel bleibt wohl die gleiche, ob sie nur nochmal so gut funktioniert?

3,5 Sterne von 5.